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22. Mai 2003Zoo
Dunja bleibt im Zoo - ganz offiziell

Fast fünf Jahre dauerten die Gerichtsprozesse um die beschlagnahmte Zirkuselefantin Dunja. Jetzt ist es offiziell: Dunja bleibt im Zoo in Hannover!

Zirkus oder Zoo?<br/>Vor fünf Jahren hat der Erlebnis-Zoo Hannover eine abgemagerte, verletzte und verstörte Elefantenkuh aufgenommen, die in München in einem Zirkus beschlagnahmt worden war. Zoologe Dr. Heiner Engel und Zoo-Tierarzt Dr. Andreas Knieriem aus Hannover begutachteten das Tier damals nach dem Anruf des Landratsamtes. Dunja stand allein ohne Kontakt zu anderen Artgenossen bei einer Temperatur von 9,6 Grad Celsius - obwohl die Haltungsanforderungen für Elefanten eine Mindesttemperatur in Ställen von 15 Grad vorsieht. Der Ernährungszustand war schlecht, Knochen standen charakteristisch hervor. Die Haut auf dem Rüsselrücken entlang der Rüsselbasis wies zahlreiche Vernarbungen auf, ähnliche Vernarbungen fanden sich vielfach an den Vorder- und Hintergliedmaßen, im Bereich der Ellbogengelenke sowie der Fesselgelenke. Viele frische und ältere Hautrisse wurden entdeckt. Oberhalb der Fesselgelenke der Hintergliedmaßen zeigten sich frische und ältere Hautabschürfungen mit begleitenden Hautentzündungen oder Verhornungen.

Mit viel Geduld und dem besonderen Einsatz der hiesigen Elefantenpfleger gelang es, Dunja wieder aufzupäppeln und in die Zoo-Herde zu integrieren. Fünf Jahre dauerte der Gerichtsprozess um Dunjas Zukunft: Zirkus oder Zoo?

Dunjas Historie<br/>Der damalige Halter in München und der Eigentümer von Dunja waren zwar nicht identisch. Aber auch der Eigentümer - ebenfalls ein Zirkusunternehmer - rückte schnell in das Interesse der Behörden, die über Tier- und Artenschutz wachen. Bei der unteren Naturschutzbehörde München kamen Zweifel an der Echtheit der Papiere von Dunja auf. Laut den vorgelegten CITES-Papieren (Convention for International Trade of Endangered Species) - eine Art Personalausweis für Tiere - sollte Dunja 26 Jahre alt sein. Die Gutachter Dr. Thomas B. Hildebrandt und Dr. Göritz vom Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IWZ) Berlin stellten jedoch bei einer Untersuchung fest, dass Dunja höchstens 19 Jahre alt sein konnte. Aufgrund der Unstimmigkeiten im Herkunftsnachweis des Elefanten verhängte das Landratsamt München am 30. Juli 2000 eine Beschlagnahme-Anordnung, Dunja blieb im Hannover Zoo.

Freigabe und erneute Beschlagnahmung<br/>Am Freitag, 1. Dezember 2000, hob das Landratsamtes München die Beschlagnahmeanordnung plötzlich wieder auf, die Zoo Hannover GmbH wurde aufgrund dieses Bescheides zur Herausgabe des Elefanten an den Eigentümer verpflichtet. Daraufhin erwirkte das Amt für Umweltschutz Hannover als die nach Landesrecht sachlich und fachlich zuständige Behörde am 15. Dezember 2000 eine erneute Beschlagnahmung der Elefantenkuh, Dunja konnte vorerst im Zoo bleiben. Es folgte eine fast dreijährige Reihe von Klagen, Verhandlungen, Beschlüssen und eingelegten Widersprüchen, die erst jetzt ihr endgültiges Ende gefunden hat: Dr. Hanns-Jörg Dahl, Abteilungsleiter Naturschutz des NLÖ, Dr. Wolfgang Kaufmann, Dezernatsleiter Kontrollaufgaben Artenschutz des NLÖ, und Zoodirektor Klaus-Michael Machens unterzeichneten heute den Ausleihvertrag für Dunja.

Dunjas Zukunft<br/>"Wir sind sehr glücklich, dass Dunja endlich in Hannover bleiben kann und eine richtige Hannoveranerin wird!", so Zoo-Direktor Machens. "An dieser Stelle möchten wir allen beteiligten Behörden ganz herzlich danken. Ohne den besonderen Einsatz der Stadt und die jahrelange Arbeit und Recherche aller Behörden wäre Dunjas Schicksal mehr als ungewiss gewesen."

Die ehemalige Zirkuselefantendame lebt heute in einer großen intakten Herde mit sechs Kühen, zwei Elefantenbabys und zwei Bullen im Erlebnis-Zoo Hannover.

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