23. Mai 2003Zoo
Gestreifte Winzlinge<br/>Gerade 700 Gramm wogen die zwei winzigen Sibirischen Tiger, die Tigerin Natascha (6) am 15. März im Erlebnis-Zoo Hannover zur Welt brachte. Mit zerknautschten Gesichtern und einer leicht pekinesenartig eingedrückten Nase ähnelten die Babys nicht gerade majestätischen Sibirischen Tigern. Allein das typisch gestreifte Fell ließ hoffen. Tatsächlich mauserten sich die gestreiften Geschwister – Bruder und Schwester – unter Natascha Aufsicht zu richtigen kleinen Raubkatzen. Sogar die Pekinesennase ist jetzt eine echte Tigernase! Wie mutig die beiden im Außengehege des Dschungelpalastes sein werden, wird sich zeigen. Bislang hatte das kleine Mädchen immer die Nase vorn...
Erhaltungszuchtprogramm<br/>Tigerbabys kommen nach einer Tragzeit von etwa 102 bis 112 Tagen zur Welt und werden dann drei Monate lang gesäugt. Etwa 1 1/2 Jahre bleiben sie bei ihrer Mutter, bevor sie in anderen Zoos ziehen, um eine eigene Familie zu gründen.
Nur noch 200 Sibirische Tiger leben heute in freier Wildbahn. Der Erlebnis-Zoo Hannover beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für Sibirische Tiger und ist besonders stolz auf den seltenen gestreiften Nachwuchs. Für Natascha und Tigervater Kolja (6) ist es der zweite Wurf. Im Mai 2000 kam der erste Nachwuchs der beiden - ebenfalls ein Männchen und ein Weibchen - zur Welt. Die Tiger-Kinder leben mittlerweile im Walter-Zoo in der Schweiz und im Tiergarten Nürnberg.
Kein geeigneter Spielgefährte<br/>Vater Kolja ist für den Nachwuchs übrigens kein geeigneter Spielgefährte. Während Kolja für seine Natascha jeden Fluss durchschwimmen würde, kann er mit seinen Kindern wenig anfangen. Das Risiko eines unbedachten Prankenhiebes des 300-Kilo-Kerls gegen die 6000-Gramm-Knäuel ist zu groß. Daher werden Kolja und Natascha mit den Kleinen das Tigergehege im Dschungelpalast in nächster Zeit getrennt voneinander besuchen.