10. Februar 2010Zoo
Den Sibirischen Tigern kann es gar nicht kalt genug sein. Besonders Schnee lieben sie. Dann toben sie den ganzen Tag in der weißen Pracht und nutzen ihren Hügel im Dschungelpalast als Rodelbahn – nur ohne Schlitten. Erst ab minus 30 Grad finden die gestreiften Großkatzen das Wetter langsam ungemütlich. Kolja und Natascha flirten auch gerne im Schnee oder streiten sich um die tiefsten Neuschnee. Bei Ehepaar Tiger ist im Winter immer Frühling!
Auch die aus dem Himalaja stammenden Kleinen Pandas - oder Katzenbären - Manni und Mareike vertreiben sich die Zeit mit warmen Gedanken. Vor der Schneelandschaft sind die beiden in ihrem dunkelroten Fell besonders gut zu erkennen. Wir hoffen auf Nachwuchs im Sommer!
Winter-Liebe
Bei Schnee und Kälte sollte man sich einen Abstecher zu den Schnee- und Gänsegeiern, Bartgeiern und Weißkopfseeadlern nicht entgehen lassen. Die legen sich jetzt nämlich so richtig ins Zeug, putzen das Gefieder und liebäugeln mit den Weibchen. Dabei singen sie harmonische Laute und reichen der Auserwählten gerne mal einen kleinen Ast – statt Blumen und Pralinen.
Die Bartgeier Hansel und Gretel brüten bereits zwei Eier aus und lassen sich auch von den strengen Minusgraden nicht aus der Ruhe bringen: Hauptsache, dem kostbaren Nachwuchs ist warm. Der ist nämlich, obwohl ungeschlüpft, bereits Teilnehmer eines großen Auswilderungsprojekts.
Früher war der Bartgeier in fast allen Gebirgen Südeuropas und in den Alpen verbreitet. Im 19. Jahrhundert wurden die Geier in den Alpen vollständig ausgerottet – Gerüchte und Legenden sagten ihnen nach, sie seien Kindsmörder und Lämmerdiebe. Die "Bestie" Bartgeier wurde abgeschossen, in Fallen gefangen und getötet, vergiftet.
Ende 1970 wurde ein europäisches Projekt ins Leben gerufen – koordiniert von der österreichischen Bartgeier-Zuchtstation Haringsee zusammen mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien –, um die seltenen Geier in den Alpen wieder anzusiedeln. Mittlerweile sind über 40 Tiergärten aus aller Welt an dem Wiederansiedlungsprojekt beteiligt.
Auch die Bartgeier Hansel und Gretel machen eiftig mit. Jedes Jahr legen die beiden zwei Eier. Ein Küken ziehen sie selbst groß, das zweite Ei wird dem Geierpaar entwendet und zur Sicherheit in der Brutmaschine ausgebrütet. Wenige Tage nach dem Schlupf wird das künstlich ausgebrütete Küken von Mitarbeitern der Aufzuchtstation Haringsee abgeholt und einem kinderlosen Geierpaar in Österreich zur Aufzucht für die Auswilderung gegeben. Fünf Küken aus Hannover fliegen heute bereits in den Alpen, eines in dem neuen Wiederansiedlungsgebiet Sierra de Cazorla in Andalusien.


