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10. Dezember 2004Zoo
Maikel lässt Hippo-Herzen höher hüpfen

Fluspferd-Bulle aus Frankfurt ist auf amouröser Mission in Hannover!

Er ist ein Traum von einem Mann: 29 Jahre jung, groß, schlank, mit dunklen Augen, die bis auf den Grund des Sambesi schauen können, und strahlend weißen Zähnen. Nur um die Hüfte herum ist er ein wenig mollig. Aber genau das trifft offensichtlich den Geschmack der ebenfalls vollschlanken Damen Zora, Himba, Kiboko, Habari, Viktoria und Cherry aus Hannover. Jedenfalls schmachten sie ihn an, den Maikel aus Frankfurt.

Flusspferd-Bulle Maikel mit seinen Gardemaßen – fast drei Meter lang, zwei Tonnen schwer – lässt die Herzen der Hannoveraner Hippos höher schlagen. Und das soll er auch! Maikel ist in amouröser Mission unterwegs, die "Dienstreise" nach Hannover soll ganz offiziell Folgen haben. In der nächsten Woche hat der Flusspferd-Mann aus Frankfurt ein erstes Rendezvous mit der hübschen Kiboko (21)!

Die Vorzeichen für eine stürmische Liebe stehen sehr gut. Als Maikel aus seiner Transport-Kiste in den Stall spazierte, taten die Hannoveraner Hippo-Damen ihr Bestes, um über die trennenden Barrieren zu klettern und den Neuen herzlichst willkommen zu heißen! Ganz sicher war Maikel von soviel weiblicher Zuwendung in 1,5-Tonnen-Top-Form schwer beeindruckt! Zu seinem Glück ist in Zookreisen hinlänglich bekannt, wie hoch eine Flusspferd-sichere Mauer sein muss. Und so konnte Maikel unbehelligt in sein Separee wandern und sich erst einmal an seine neue Dienstwohnung gewöhnen.

Die ganze Nacht über sollen die Damen den feschen Mann mit den lustigen Vorderzähnen angehimmelt haben. Am nächsten Morgen folgte im Badebecken der Dickhäuter nahtlos Teil 2 des hinreißenden Hippo-Hopping: Kiboko und Habari versuchten, über die Felsenwand in Maikels Pool zu klettern. Erneut vergeblich. Die beiden mussten sich damit begnügen, den Mann ihrer Träume durch eine Glasscheibe schöne Augen zu machen. Flusspferde, egal wie angespornt, sind eben keine Freeclimber.

Wenn Maikel sich an seinen neuen Pool und die neue Umgebung gewöhnt hat, trifft er zu einem Stelldichein auf Kiboko - während die anderen Damen derweil (wahrscheinlich maßlos neidisch) in das Zweitbecken verbannt werden.

Was dann hoffentlich passiert, beschreibt Grzimeks Enzyklopädie der Säugetiere relativ unromantisch: Flusspferde paaren sich im Wasser, die Paarung dauert bis zu einer halben Stunde. Das Weibchen ist dabei völlig untergetaucht und streckt nur gelegentlich die Nase zum Luftholen über den Wasserspiegel. Der Bulle reitet in der für Säuger üblichen Weise auf. Na dann.

Wenn die Liebelei zwischen Maikel und Kiboko folgenreich sein sollte, wird das Flusspferdbaby acht Monate später zur Welt kommen. Flusspferdbabys werden übrigens unter Wasser geboren: Das Kleine muss sich dann schnell vom Grund abstoßen und an die Wasseroberfläche kommen, um zum ersten Mal in seinem Leben Luft zu holen. Mini-Hippos können schon wenige Minuten nach der Geburt richtig laufen und der Mutter ins tiefe Wasser folgen. Praktisch: Die Babys können sogar unter Wasser gesäugt werden. Und das alles wird dann – sollten Maikels Avancen fruchten – im August im Erlebnis-Zoo Hannover durch die Glasscheiben der Flusspferd-Unterwasser-Welt zu beobachten sein!

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