02. März 2010Gorillaberg
Auf der CeBIT mögen Tablet-PC, Smartphones, Netbooks und superschnelle Internetverbindungen der Renner sein. In „Halle Urwald“ im Erlebnis-Zoo Hannover dagegen gilt das Interesse einer neuen Playstation, die im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht und sowohl im Design als auch in Punkto Nutzerfreundlichkeit neue Maßstäbe setzt.
Nicht gerade handlich, dafür aber enorm belastbar im täglichen Gebrauch zeigt sich die neue „Playstation Pongo Pygmaeus“. Zwischen den dezent in Grün gehaltenen metallischen Eckverbindungen dominiert stabiles Plexiglas. Die Technik mit steuerbarer Zeitmechanik versteckt sich im schlanken Gehäuse. Bewusst schmal gehalten sind die in der Form variierenden Öffnungen für den externen Stick.
Die neue Playstation ist ein raffinierter Futterautomat für die intelligenten Menschenaffen. Der Automat fordert Konzentration und Geschicklichkeit seiner Anwender. In unterschiedlichen Zeitintervallen fällt eine Erdnuss auf die oberste Ebene des Automaten. Um an die Nuss zu gelangen, müssen die Orang-Utans sie von der obersten auf die unterste Ebene manövrieren. Dazu benötigen sie Stöcker, die sie durch Ritzen und Löcher im Plexiglas stecken und so die Nuss bewegen können.
Doch auch die Stöckchen müssen die Affen zuerst anfertigen – doppelte Geschicklichkeit ist gefragt. Zur Herstellung der Werkzeuge stehen Weiden- und Bambuszweige zur Verfügung. Damit die wiederum dünn genug für die Löcher des Futterautomaten sind, müssen sie angespitzt werden. Es gilt also, diverse Schwierigkeiten zu überwinden.
Während Orang-Utan-Dame Miri ziemlich schnell begriff, wie die Nuss aus dem Automaten fällt, versucht Jambi immer wieder, die Zunge durch die schmalen Schlitze zu stecken. Natürlich vergeblich. Also muss der Stock wieder her. Oder doch die Zunge? Und was passiert, wenn man den Automaten einfach heftig schüttelt?
„Die Orang-Utans sind den ganzen Tag mit den neuen Futterautomaten beschäftigt, überlegen, basteln, tüfteln“, freut sich Tierpfleger Philipp Plate. „Die Zeitschaltuhr mit unterschiedlichen Intervallen verhindert, dass die Tiere wissen, wann die nächste Nuss zu haben ist. So kommt keine Routine auf.“
Nur der 20jährige Kajan hat sich noch nicht für die neue Playstation interessiert. Aber wahrscheinlich beobachtet er seine Kollegen einfach so lange, bis er genau weiß, wie man das Nuss-Rätsel knackt.
Zoostiftung Region Hannover
Ermöglicht wurde die Anschaffung der beiden Futterautomaten durch Spenden an die Zoostiftung Region Hannover. Die Stiftung setzt sich für die Förderung der Tierzucht, des Natur- und Tierschutzes, der Arterhaltung und -erforschung sowie die damit zusammenhängenden Fragen der Bildung ein.
Weitere Informationen unter www.zoo-stiftung.de
Die Orang-Utans in Hannover
- Kajan (männl. 20) stammt aus Stuttgart und lebt seit 1994 in Hannover.
- Zora (weibl. 20) wurde in München geboren, kam ebenfalls 1994 nach Hannover.
- Miri (weibl. 20) stammt aus Berlin, siedelte dann nach Budapest über und ist seit 2006 hier.
- Jambi (männl. 14) wurde in Frankreich geboren und zog 2008 in den Erlebnis-Zoo.


