06. Juni 2003Zoo
Gestreift-gepunktet-geigelt<br/>Sollten Modeschöpfer dieser Welt sich den Kopf zermartern, welche Muster in diesem Sommer "in" sein könnten, hilft ein Blick in den Erlebnis-Zoo Hannover. Hier wird schnell klar: Streifen und Tupfen sind der allerletzte Schrei.
Die neugeborenen Tierbabys Carlos und Johann (ganz zu schweigen von den beiden Tigerbabys) haben den neuen Trend gesetzt: Mal quer- , mal längsgestreift, dazwischen ein paar dezente Tupfen und Kreise - fertig ist das extravagante Outfit.
Kritischer Blick<br/>Die auffallende Maserung ist nicht nur ein echter Hingucker, sie unterscheidet den aufmüpfigen Nachwuchs auch ganz klar von den Eltern (so dass zumindest die Väter ihre Stammhalter nach der Geburt kritisch beäugten): Statt artgemäß in Tapir-Grau oder Strauß-Schwarz-Weiß, präsentieren sich Carlos und Johann gepunktet, gestreift, gescheckt und dazu noch mit echter Igel-Punk-Frisur. Trendy!
Johann Strauß<br/>Küken Johann pickte sich am 26. Mai nach 42 Tagen Brutzeit aus seinem Ei, das immerhin stattlich 1,5 Kilo wog. Straußenküken wiegen nach dem Schlupf zwischen 700 und 900 Gramm uns sind etwa 25 cm groß. So klein und gefleckt bleiben sie jedoch nicht lang - mit sechs Monaten haben die Kleinen dann manchmal schon die Zwei-Meter-Marke überschritten! Ausgewachsen wird Blauhalsstrauß Johann einmal etwa 150 Kilo wiegen.
Im Erlebnis-Zoo Hannover ist Johann übrigens das aller erste Straußenküken! Bislang waren alle Eier unbefruchtet oder wurden nicht ausreichend bebrütet. Auch das Johann-Ei lag verlassen auf der Anlage, so dass die Tierpfleger das riesige Ei in die Brutmaschine legten und den kleinen Johann nun hinter den Kulissen liebevoll aufziehen. "Johann" Strauß ist am Pfingstwochenende von 13.30 bis 14 Uhr neben dem Gehege der Strauße zu sehen.
Tapirbaby Carlos<br/>Tapirbaby Carlos ist zwei Tage älter als Johann und kam am 24. Mai zur Welt. Im Gegensatz zu seiner durch eine spektakuläre Mund-zu-Rüssel-Beatmung berühmt gewordene Schwester Carmina, kam Carlos still und heimlich zur Welt. Am Morgen lag das braun-weiß-gestreift-getupfte Baby friedlich neben Mutter Conchita im Stroh. Auch wenn Vater Chaco skeptisch schaut und so gar keine Familienähnlichkeit feststellen kann, hat das gestreifte Kleid der Tapirkinder tatsächlich seinen Sinn: Die auffälligen Streifen machen ungemein unauffallend. Im Licht und Schattenspiel auf dem Waldboden sind die kleinen Tapire kaum zu entdecken!


