13. Januar 2010Unternehmen
Jedes Jahr zählt der Zoo auch seine Tiere bei einer tierischen Inventur.
Ergebnis für 2009: Im Erlebnis-Zoo Hannover leben 2.235 Tiere in 250 Arten.
Gezählt wurden:
596 Säugetiere in 79 Arten
710 Vögel in 81 Arten
76 Reptilien in 20 Arten
14 Amphibien in 3 Arten
741 Fische in 49 Arten
98 Wirbellose in 18 Arten
Stillgestanden
Mehrere Wochen mühten sich die Tierpfleger, um alle Tiere genau zu erfassen, denn nicht jede Tierart ist dabei so kooperativ wie zum Beispiel Elefanten. Die stellen sich zum Appell auf und lassen sich seelenruhig zählen. Die Stachelmäuse dagegen wollen einfach nicht stillhalten, die Kuhreiher fliegen durcheinander und statt durchzuzählen, tauchen die Karpfen einfach ab. Trotzdem: Von der Antilope bis zum Zebra wird jeder notiert, eine Bestandsaufnahme ähnlich wie im Supermarkt – nur quirliger.
Geschätzte Schätze
Weil sie so quirlig sind, werden manche Tierarten nach ausgeklügelten Methoden geschätzt, wie der Vogelschwarm im Urwaldhaus oder die Goldfische in den Wassergräben vor den Tieranlagen. Etwa 741 Flossenträger schwimmen dort herum. Da die freifliegenden Vögel sich nicht einfangen lassen, wird eben ihre Futterstelle stundenlang beobachtet. Die Anzahl der dort pickenden Vögel wird später hochgerechnet.
Wir sind ein Volk!
Die Ameisen zu zählen, die bergauf-bergab durch ein meterlanges Röhrenlabyrinth krabbeln, wäre eine echte Sisyphos-Arbeit, daher werden die beiden Völker der Weber- und Blattschneider-Ameisen jeweils als ein Tier gezählt – obwohl es natürlich tausende Individuen sind. Erheblich einfacher ist das Zählen bei den Flusspferden: Die sechs Dickhäuter liegen dösend im Wasser und halten gähnend still. Besonders beliebte Zählobjekte sind die Faultiere: Regungslos harren sie während der Inventur aus.
Die Zahlen vergleichen die Zoomitarbeiter schließlich mit ihren Aufzeichnungen des gesamten Jahres. Jeden Tag halten die Tierpfleger schriftlich fest, ob ein Tier geboren, verstorben, weg- oder zugereist ist. Die täglich ermittelten Zahlen werden erst handschriftlich in das Tierbestandsbuch – eine Art Kassenbuch für Zootiere – eingetragen und dann in den Computer übertragen. Das Ergebnis der Jahresabschlusszählung wird schließlich damit verglichen. Fehlt ein Tier, wird nochmal gezählt.
Kälbchen übersehen
Am Ende der Zählung fehlte ein Altdeutsches Schwarzbuntes Niederungsrind. Dafür gab es plötzlich zwei zusätzliche Flamingos. Also wurde gesucht – und gefunden. Das Kalb der Niederungsrinder war zwar liebevoll hinter den Ohren gekrault, aber nicht mitgezählt worden. Schwieriger war es bei den Flamingos: Der rosarote Schwarm musste noch viermal am Sambesi antreten. Einzeln wurde jeder Vogel aus dem Stall gelassen und gezählt. Tatsächlich: Am Ufer des Sambesi leben 97 Flamingos, nicht 99 (auch wenn sich die Zahl schöner anhört).
Der Abschluss der tierischen Inventur ist der lückenlose Jahresbericht, den die Kuratoren in mühevoller Kleinarbeit zusammenstellen. Dieser Jahresbericht wird an den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz sowie an die Gesellschafter des Zoos und an das Amtsveterinäramt übermittelt. Auf diese Weise ist jedes Tier von der Zwergmaus bis zum Elefanten „aktenkundig“.
Wissenschaftliche Vergleichswerte
Doch bei der tierischen Inventur wird nicht nur gezählt: Vergleichswerte und wissenschaftliche Erkenntnisse ergeben sich auch aus dem Wiegen und Messen der Tiere. Die Zahlen werden in wissenschaftlichen Fachmagazinen veröffentlicht und geben Aufschluss über die Entwicklung der Tiere. Anhand der Vergleichszahlen aus den verschiedensten Zoos kann zum Beispiel ersehen werden, ob ein Tier sich normal entwickelt.
Tierische Zahlen:
Geburten: 2009 wurden 180 Säugetiere geboren, 120 Vögel sind geschlüpft
Das größte, höchste, schwerste Tier
- Das größte Tier: Giraffenbulle Schorse ist 5,80 Meter hoch
- Das schwerste Tier: Elefantenkuh Khaing Hnin Hnin wiegt 3,3 Tonnen
- Das längste Tier: Tigerpython Moses junior I. ist 5,10 Meter lang
- Das kleinste Tier: Ameise Walburga ist nur 0,4 cm lang
- Das älteste Tier: Anden-Kondor „Julchen“ ist 49 Jahre alt
- Das letztgeborene Tier in 2009: eine Dorcas-Gazelle (* 31.12.09), außerdem hat Bartgeier Gretel am 31.12.2009 ein Ei gelegt




