Zoo-Doku: Ab in die Wüste!
Eingewöhnung der Addax-Antilopen auf der neuen Anlage: Spannend für Mensch und Tier
Wenn Tierpfleger mit Besen ausgerüstet rund um ein Tiergehege positioniert sind und das Gehege dann auch noch mit einem provisorischen Zaun umgeben ist, wird es für Tier und Mensch spannend: „Eingewöhnung“ heißt es, wenn ein Tier auf eine neue Umgebung trifft. Als Anfang März die neue Wüstenanlage der Addax eröffnet wurde, mussten gleich zwölf Tiere eingewöhnt werden – immerhin sollten sich Antilopen bis zum Saisonstart vor ihrer Wüstenburg wie zuhause fühlen.
Das neue blaue Tor öffnete sich für die weißen Addax. Smoky, Bertha, Mücke, Lotta, Lisa, Bona und die Kinder steckten vorsichtig die Nase aus dem Stall und lugten um die Ecke. Alles neu, alles fremd. Bis auf die vertrauten Tierpfleger, die den Tieren Mut machten, mehr als die Nasenspitze in die „Wüste“ zu halten. Und tatsächlich, Bock Smoky trabte sogleich los und die Herde folgte brav.
Die Tierpfleger beobachteten, wie die Addax auf den neuen Turm reagierten, beruhigten sie, zeigen ihnen die Grenzen der Anlage. Stundenlang. „Jedes Tier muss eingeschätzt werden: ist es dominant oder ängstlich? Danach richtet sich unser Verhalten“, erklärt Revierleiter Wolfgang Frank. Dominante Tiere akzeptieren oft ein sehr lautes ‚Nein‘ als Stopp, schüchterne Tiere fassen bei Futter und Ruhe Vertrauen. Der provisorische Zaun zeigt ihnen die Grenzen ihres Reiches. Wenn sie sich eingewöhnt haben, wird er abgebaut – und sie setzen trotzdem keinen Huf über die unsichtbare Linie.
Da Addax in der Sahara zuhause sind, fanden sie ihre neue Wüstenanlage dementsprechend „cool“. Berta, Mücke und Co. stolzierten umher, näselten an jedem Baumstamm, betrachteten ihr Spiegelbild im Wasser des Sambesi und standen stundenlang ehrfürchtig vor der Wandmalerei, die nach Tombouctou weist.
Dass die Eingewöhnung so reibungslos klappte, lag einerseits an der durchdachten Raumaufteilung der Anlage für de Antilopen, andererseits auch ein bisschen an den amourösen Absichten von Smoky. Smoky war ganz auf Frühling eingestellt und hatte nur Augen für seine Damen – nicht für die atemberaubende Kulisse der Wüstenanlage.
Nur zwei Wochen dauerte es, bis alle Addax ihr neues Reich anerkannt hatten und der Zaun abgebaut werden konnte. Inzwischen hat auch Smoky erkannt, dass irgendetwas anders ist. Aber so lange seine Damen sich majestätisch schön und weiß vor der roten Kulisse präsentieren, ist Smoky zufrieden.
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