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Zoo-Doku: Die Bambus-Bändiger

Zoo-Doku: Die Bambus-Bändiger

Grüner Daumen und starke Nerven

Grüner Daumen und starke Nerven

Einen widerspenstigen Bambus zu bändigen, ist für einen Gärtner keine große Sache. Mit einer Gartenschere lässt sich die Pflanze schnellstens in Form bringen. Eigentlich. Bevor ein Gärtner im Erlebnis-Zoo Hannover dem Busch ans Blattwerk gehen kann, muss er jedoch auf modernste Technik zurück greifen: das Handy.

Es klingelt bei den Leoparden

Es klingelt bei den Leoparden

„Moin, wir sind jetzt vor Ort. Können wir rein?“ Gärtnermeister Detlef Meiners ruft die Tierpfleger im Dschungelpalast an.
„Klar, von uns aus immer.“ Am anderen Ende ist ein leises Lachen zu hören.
„Sehr lustig. Also noch mal: Ist der Leopard im Stall? Wir gehen jetzt auf die Anlage!“
„Ganz im Ernst: Wie abgesprochen, das Tier ist im Stall, die Anlage ist frei.“

Tigers 500

Absprachen sind lebenswichtig

Absprachen sind lebenswichtig

Grünes Licht für die Gärtnertruppe im Zoo. Jeden Nachmittag wird abgesprochen, was es am nächsten Tag zu tun gibt. Alle Tierpfleger werden informiert, wo und wann die Gärtner auftauchen, um Rasen zu mähen oder neu zu verlegen, Zäune zu richten, Bäume zu stutzen, um auszubessern, zu reparieren, nachzumalen, aufzuhübschen, zu begrünen. Oder eben um Bambus zu bändigen. Trotz aller Absprachen: Bevor die Gärtner eine Tieranlage betreten, gibt es immer noch einen Kontrollanruf bei den Tierpflegern. Sicher ist sicher.

Punkt 9 Uhr muss alles fertig sein

Punkt 9 Uhr muss alles fertig sein

Nach dem Besuch auf der Leopardenanlage widmet sich die neunköpfige Gärtnertruppe heute vergleichsweise harmlosen Orten. Auf dem Zoobauernhof Meyers Hof soll eine komplette Hecke versetzt werden, damit der Weg breiter wird. Seit 6 Uhr früh sind die Gärtner bei der Arbeit. Bis die Besucher um 9 Uhr kommen, muss alles fertig und wieder aufgeräumt sein. Die Hecke steht bereits um 07.30 Uhr an ihrem neuen Standort als ob sie schon immer dort gewachsen sei. Fehlt nur noch die Pflasterung für den Weg – auch eine ganz normale Tätigkeit für die Landschaftsgärtner im Zoo.

Rettung für den Rhododendron

Rettung für den Rhododendron

Auf der Sonnenterrasse hinter Gasthaus Meyer lassen einige Rhododendren die Blätter hängen. Gärtnermeister Meiners weist seine Schaufel schulternden Mitarbeiter kurz ein: „Die beiden alten Pflanzen werden nach hinten versetzt, die neuen kommen nach vorne links. Das Buchsbäumchen muss beschnitten werden, und der traurige Kamerad dahinten“, Meiners deutet auf einen Busch, der sich arg bemüht noch einige Blüten zu zeigen, „kann weg.“ Alles wird sofort erledigt, nur für den Rhododendron setzt sich Angelika Busse ein und pflanzt ihn in einen anderen Teil des Zoos als Hintergrundbegrünung. „Der kommt wieder“, meint die Gärtnerin.

22 Hektar Arbeitsplatz

22 Hektar Arbeitsplatz

22 Hektar grünen Zoo mit 20 verschiedenen Bambusarten und 35 Baumarten halten die acht Landschafts- und Zierpflanzengärtner, ein Bautischler und drei Auszubildende täglich im Zaum. Ihr Arbeitsspektrum reicht jedoch weit über die normalen Gärtnertätigkeiten hinaus. Sie sind für sämtliche Holzdekorationen im Zoo zuständig, für Brücken, Bohlen, Schilderrahmen und Pergolen. Sogar für die künstlerischen Betonarbeiten haben sie den „grünen“ Daumen – akribisch wurde so lange getüftelt, bis die Truppe Felsen bauen und Säulen formen konnte.

Jedes Gehege ist ein Unikat

Jedes Gehege ist ein Unikat

„Das Besondere hier im Zoo ist die Thematisierung der Landschaft. Holz, Pflanzen, Gestaltung – alles muss zusammenpassen und ein stimmiges Gesamtbild ergeben“, erklärt Detlef Meiners. Jedes Gehege ist ein Unikat. Immer wieder muss Neues ausprobiert werden. „Gerade das macht Spaß! Ideen entwickeln, Bilder im Kopf haben. Jeden Tag gibt es neue Herausforderungen.“ Und Erkenntnisse. Zum Beispiel, dass Bambus im Prachtgarten des Maharadschas zwar wirklich schön aussieht, Hulman-Languren aber zu gerne damit spielen.

Affenstarke Qualitätskontrolle

Affenstarke Qualitätskontrolle

Zwei Wochen nach Eröffnung der Anlage für die "Heiligen Tempelaffen" standen von dem üppigen Busch nur noch wenige Halme. „Wir haben uns aber sehr gefreut, dass die Affen unsere Arbeit mit so viel Aufmerksamkeit gewürdigt haben“, schmunzelt der Gärtnermeister.

Lust auf mehr?

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