Protestschwein
Das Rotbunte Husumer Protestschwein verdankt seinen Namen seiner zweigeteilten Fellfärbung - und dem Humor der um 1900 in Friesland lebenden dänischen Minderheit.
| Herkunft | Europa |
| Nahrung | Wurzeln, Samen, Knollen, Eier, Früchte, Obst, Brot |
| Größe | 92 cm hoch |
| Gewicht | maximal 350 kg |
| Brut-/Tragzeit | maximal 114 Tage |
| Geschwindigkeit | maximal 20 Km/h |
| Erreichbares Alter | maximal 20 Jahre |
| Zoo Themenwelt | Meyers Hof |

Dänischer Protest
Als die dänische Minderheit an der schleswigholsteinischen Westküste im 19. Jahrhundert ihre Nationalflagge nicht mehr zeigen durfte, hielten sie sich aus Protest rot-weiße Schweine im Garten - als Symbol für ihre Eigenständigkeit. Wahrscheinlich ist dieses Rotbunte Husumer Protestschwein aus einer Kreuzung des schwarzweißgescheckten holsteinischen und jütländischen Marschschweinen mit dem englischen Tamworth Schwein und durch rotbunte Aufspaltungen des Angler Sattelschweines hervorgegangen. 1954 wurde es als Rasse anerkannt. Heute gibt es nur noch 150 der robusten und genügsamen Schweine. Mit der Zucht auf Meyers Hof leistet der Erlebnis-Zoo Hannover einen Beitrag zur Erhaltung der Rasse.

Bad in der Menge
Wenn es bei den Protestschweinen Nachwuchs gibt, ist das Gedränge im Stall groß. Sobald die Ferkel sich nach ihrer Geburt von der Nabelschnur befreit haben, bewegen sie sich am Körper der Mutter entlang nach vorne. Innerhalb einer halben Stunde haben alle eine Zitze gefunden und beginnen zu saugen. In den ersten Tagen haben die Ferkel ein ausgeprägtes Kontaktbedürfnis. Sie versuchen dauernd, sich an etwas Weiches und Warmes zu pressen. Dazu können die Geschwister dienen, aber vor allem das Gesäuge der Sau.

Haustierrassen - vom Aussterben bedroht
Das klingt zunächst unlogisch, denn schließlich sind Haustiere nicht auf einen bestimmten Lebensraum angewiesen wie andere bedrohte Tierrassen. Sie können auf jedem Bauernhof gut leben. Heutige Bauernhöfe sind aber größtenteils Industriebetriebe und so müssen auch heutige Bauernhoftiere Spezialisten sein. Manche liefern große Mengen Fleisch, sind also ungeheuer massig gebaut, andere wiederum haben riesige Euter, aus denen die Menschen viele Liter Milch abzapfen können. Die vom Aussterben bedrohten Haustiere sind Allround-Talente, sie können also vieles, aber nichts so richtig gut. Deshalb will sie heutzutage kaum noch ein Bauer haben - sie sind daher vom Aussterben bedroht.






