Stachelschwein
Stachelschweine sind mittelgroße bis sehr große Nagetiere, die nahezu auf jedem Kontinent der Erde mit einer Art vertreten sind. Die Gewöhnlichen Stachelschweine stammen aus Nordafrika. Tagsüber leben sie in Erdhöhlen. Erst zur Dämmerung kommen sie aus ihrem Bau hervor gekrochen, um sich auf die Suche nach Futter zu machen.
| Herkunft | Afrika |
| Nahrung | Wurzeln, Rinde, Blätter, Früchte |
| Größe | 90 cm lang |
| Gewicht | maximal 27 kg |
| Brut-/Tragzeit | maximal 105 Tage |
| Erreichbares Alter | maximal 15 Jahre |
| Zoo Themenwelt | Sambesi |
| Gemeinsam mit mir leben | Erdmännchen |

Von Spießen, Stacheln und Borsten
Die Stacheln der gewöhnlichen Stachelschweine sind die längsten im gesamten Reich der Säugetiere. Das schwarz-weiße Stachelkleid bedeckt vor allem die hintere, obere Hälfte des Körpers und besteht aus dicken, starren Spießen von bis zu 30 Zentimeter Länge. Darüber liegen dünne, biegsame Borstenstacheln, die sogar einen halben Meter lang werden können. Auch der Schwanz ist mit Stacheln ausgestattet. Diese sind hohl und erzeugen beim Schütteln einen rasselnden Ton. Das Gewöhnliche Stachelschwein zeichnet sich außerdem durch eine mächtige Borstenmähne an Kopf und Schultern aus und vermittelt so einen wahrlich imposanten Eindruck.

Achtung: Spießige Mahlzeit
Seine vielfältigen Stacheln machen das Stachelschwein nicht gerade zu einer einladenden Beute für Räuber. Nähert sich dennoch ein Feind, so nimmt das Stachelschwein seine Drohstellung ein. Es sträubt mit einem schwirrenden Geräusch seine Stacheln und erscheint plötzlich doppelt so groß. Dazu rasselt es mit seinem Schwanz und trommelt mit den Hinterfüßen auf den Boden. Hat der Beutegreifer immer noch nicht die Flucht ergriffen, bedient sich das Stachelschwein seiner ärgsten Waffe: Unvermittelt rennt es rückwärts dem Feind entgegen und stößt ihm seine Stacheln in den Körper, die dort stecken bleiben und ein unangenehmes Andenken hinterlassen.

Küssen? Autsch!
So praktisch sich ihre Stacheln in Gefahrensituationen erweisen, so hinderlich sind sie den Stachelschweinen beim Liebesakt. Denn sollte das Weibchen während der Paarung auch nur einen Hauch aggressiv sein, kann ihr Stachelkleid für das Männchen richtig gefährlich werden. Aber meistens geht alles gut und es kommt nach ungefähr drei Monaten ein Junges zur Welt. Es wiegt bei der Geburt nur etwa 350 Gramm, ist aber schon sehr weit entwickelt: Seine Augen sind geöffnet, die Zähne vorhanden und der Körper ist mit kurzen, weichen Stacheln bedeckt. Das Jungtier wird bis zum Alter von sechs oder sieben Monaten auf der Nahrungssuche von seinen Eltern begleitet. Um es zu schützen, nehmen sie es bei Ausflügen einfach zwischen sich.

Nächtliche Geräusche
Wenn die Stachelschweine nach Einbruch der Dunkelheit auf Futtersuche gehen, trotten sie langsam und schwerfällig durch ihr Wohngebiet. Sie verhalten sich dabei keineswegs leise, sondern schnüffeln lautstark umher und grunzen in die Nacht. Beim essen geben sie sogar deutliche Kau- und Schmatzgeräusche von sich. Kein Wunder, wer so einen Stachelpanzer besitzt, muss sich vor nichts fürchten!

Kaum zu glauben, aber wahr:
Die Gewöhnlichen Stachelschweine leben eigentlich im nördlichen Afrika - sie sind aber auch in Italien, Albanien und Griechenland zu finden. Das liegt wahrscheinlich daran, dass im Altertum der Stachelschweinbraten als Delikatesse galt. Die Römer konnten davon nicht genug bekommen, bürgerten daher die afrikanischen Nagetiere einfach in Südeuropa ein und hatten immer Nachschub an diesem Leckerbissen.





