Kleine Wonneproppen

Tiger-Drillinge werden drei Monate alt – Nachwuchs bei den Hulman-Languren

Kinder, wie die Zeit vergeht: Drei Monate werden die Drillinge von Tiger-Weibchen Alexa nun schon alt und entwickeln sich weiterhin prächtig. Seit ihrer Geburt am 12. April im Dschungelpalast des Erlebnis-Zoo Hannover haben die Mini-Raubkatzen ordentlich an Gewicht zugelegt: Beim Tierarzt-Check diese Woche ging es für die drei Jungtiere auch auf die Waage, die zwischen 11,2 und 13,2 Kilogramm anzeigte. „Richtige kleine Wonneproppen“, berichten die Tierpfleger stolz.

1200x800 Tigerbabys raufen am Wasser - Erlebnis-Zoo Hannover
Die Tigerbabys raufen am Wasser

Seit einem Monat erkunden die Drillinge jetzt schon die Außenanlage im Dschungelpalast, werden immer sicherer im Erklimmen der Baumstämme und der Tempel-Terrasse. Immer wieder springen sie aufeinander zu, kabbeln und kugeln sich, zwicken einander in die Schwänze. Auch Mutter Alexa wird in die wilden Raufereien nur zu gerne mit einbezogen. Die lässt die spielerischen Attacken ihrer Jungtiere mit stoischer Geduld über sich ergehen. Werden die Jungtiere aber doch zu frech, schnappt sich Mutter Alexa ihren Nachwuchs und verpasst ihm eine Extra-Runde Katzenwäsche als Erziehungsmaßnahme.

1200x800 Mama Alexa wird in die wilden Raufereien mit einbezogen - Erlebnis-Zoo Hannover
Auch Tiger-Mutter Alexa wird in die Raufereien einbezogen

Doch die Katzenwäsche ist auch sonst dringend nötig: Mittlerweile tapsen die drei Kleinen auch immer wieder zur Wasserstelle, spielen im Wasser und im Matsch, bis ihre Bäuche ganz dunkel gefärbt sind. Die ersten Prankenhiebe werden im Spiegelbild des Teichs geübt und einander mit Wasser nassgespritzt.

 

1200x800 Die Tigerjungs spielen gerne im Wasser - Erlebnis-Zoo Hannover
Wasser ist tierisch toll...

Noch ernähren sich die Drillinge übrigens vorwiegend von Muttermilch. Aber auch kleine Stückchen Fleisch werden für die Mini-Tiger immer interessanter. Um Alexa und ihren Nachwuchs nach den Ausflügen auf der Außenanlage wieder in den Stall zu locken, warten die Tierpfleger im Innenbereich mit leckerem Futter und Knochen auf die kleine Familie. „Während Alexa ihre Portion frisst, knabbern die Kleinen oft schon am Knochen oder spielen damit Tauziehen“, lachen die Pfleger aus dem Dschungelpalast.

1600x1200 Hulman-Jungtier im Erlebnis-Zoo Hannover - Foto Marianne Laws
Kleiner Schatz: Nachwuchs bei den Hulman-Languren. Foto: Marianne Laws

Noch mehr Nachwuchs im Dschungelpalast

Noch mehr Nachwuchs gibt es auch direkt neben der Tiger-Anlage: Hulman-Languren-Weibchen Lisa hat am 27. Juni ein Jungtier zur Welt gebracht. Der noch spärlich behaarte Nachwuchs ist der Mittelpunkt der Affen-Familie. Jeder möchte das kleine, zartrosa Baby einmal anfassen, halten, tragen – oder sich einfach ankuscheln. So wird das kleine Bündel immer wieder zwischen den Familienmitgliedern hin- und hergereicht. Mutter Lisa macht das übrigens nichts aus: Sie gibt ihr Jungtier gerne an ihre älteren Töchter ab, damit sie für ihren eigenen Nachwuchs später schon einmal üben können. Beim kleinsten Laut des Babys ist Lisa dann aber sofort wieder zur Stelle und kümmert sich fürsorglich. Vater Kochi (20) hält sich bei der Kinderbetreuung übrigens zurück: Sein Job ist es, auf die Gruppe aufzupassen und sie zu beschützen. 

Ob das kleine Jungtier ein Mädchen oder ein Junge ist, bleibt bislang noch das Geheimnis der Hulman-Languren-Familie: Lisa und ihre Töchter tragen das Baby in seinen ersten Lebensmonaten immer ganz eng am Körper. Daher blieb den Tierpflegern der Blick auf das wesentliche Detail bislang noch verwehrt.

Übrigens: Der Erlebnis-Zoo Hannover führt das Zuchtbuch für die Hulman-Languren und trägt so zur Erhaltung dieser Affenart bei.

1200x800 Tiger-Drilling klettert schon mutig - Erlebnis-Zoo Hannover
Alles wird erkletter und erkundet

Erster Tiger-Nachwuchs seit 2003

Alexa (4) und Aljoscha (4) kamen vor zwei Jahren im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes nach Hannover. Der Sibirische Tiger, auch Amur-Tiger genannt, ist auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „gefährdet“ eingestuft. In Russland leben nur rund 500 Tiere in freier Wildbahn. Die größte Bedrohung für den Sibirischen Tiger ist die Wilderei, der Verlust des Lebensraumes und der Mangel an Beutetieren – Schuld daran ist der Mensch.

Die Namenssuche für die Tiger-Drillinge beginnt voraussichtlich nächste Woche. An der Suche werden Besucher, Tierpfleger und das Paten-Unternehmen der Jungtiere, GLOBOS, beteiligt.