Schwimmschule für Seebärchen

Seebär-Nachwuchs im Erlebnis-Zoo Hannover erkundet sein Wellenreich

Die Nördlichen Seebären sind beim besten Willen nicht zu überhören. Pausenlos wird gebrüllt und gekeckert und oft schlägt die Stimme in eine Art Röhren um. Seit kurzem ist der Lärmpegel bei den Seebären im Erlebnis-Zoo Hannover besonders hoch: Diva und Smilla haben Nachwuchs bekommen.

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James und Hudson mit ihren Müttern Smilla und Diva

Die kleinen Robben „James“ (*13. Juni) und „Hudson“ (*14. Juni) haben die ersten Wochen hinter den Kulissen verbracht, wo es lautstark zuging. Weil Seebärenbabys ihre Mutter an der Stimme erkennen, brüllen sich Mutter und Kind die ersten Tage beständig an. Ein Konzert der schiefen Töne unterhielt ganz Yukon Bay.

Erst etwa zwei Wochen nach der Geburt trauen sich Seebärenjungtiere zum ersten Mal ins Wasser. Auch im Zoo wurden die Kleinen mit den großen Augen langsam an das nasse Element gewöhnt. Um ganz sicher zu gehen, dass die Kleinen sich über Wasser halten und alleine wieder an Land klettern können, verlegten die Tierpfleger die ersten Schwimmstunden in ein flaches Übungsbecken. Jetzt sind die beiden groß und schwimmstark genug, um sich in die Wellen des Hafenbeckens von Yukon Bay zu stürzen.

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Die Seebär-Jungtiere tauchen gerne vor den Scheiben der Unterwasserwelt in Yukon Bay

Und das tun sie auch – besonders gerne tauchen sie vor den Scheiben der Unterwasserwelt und jagen Luftblasen. Sie wedeln dabei mit ihren extrem langen Flossen umher und wirken ein wenig wie märchenhafte Wasserwesen. Das zurzeit eher kühle Wetter macht den Kleinen übrigens gar nichts aus: Dank des wasserundurchlässigen Pelzes aus bis zu 50.000 Haaren auf einem Quadratzentimeter Haut fühlen sich Seebären auch in 8 Grad kaltem Wasser wohl.

So sah Seebärchen James im Alter von einer Woche aus

Noch werden die Kleinen allerdings schnell müde, daher machen sie vormittags nur stundenweise einen Ausflug in die Wellen, bevor sie zum Schlafen wieder hinter die Kulissen verschwinden. Aber mit jedem Tag werden die beiden kräftiger – und mutiger.

Vor allem der kleinere James lehrte bereits so manchem Gummistiefel das Fürchten. In das weiche Gummi lässt es sich mit spitzen Zähnen ganz wundervoll beißen… „Klein, aber oho!“, schmunzeln die Tierpfleger.

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James und Hudson machen fast alles gemeinsam

Wie alle Seebären-Kinder, sind auch James und Hudson immer nur gemeinsam zu sehen. In freier Wildbahn schließen sich die Jungtiere von Seebären zu einem „Kindergarten“, also in Gruppen zusammen, während ihre Mütter im Meer auf Nahrungssuche gehen. Gemeinsam ist man eben stärker. Und lauter.

Gefährdete Pelzrobben

Im 19. Jahrhundert wurden die Seebären wegen ihres dichten Pelzes erbarmungslos gejagt. 1909 sank die Zahl der Seebären auf den Tiefstand von 130.000 Tieren. Ein internationales Abkommen regulierte schließlich die Jagd. Nachdem sich der Bestand vorübergehend erholt hatte, mit knapp 1 Million Tiere im Jahr 2005, gehen die Zahlen jetzt wieder zurück, so dass der Nördliche Seebär auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN daher als gefährdet eingestuft ist.

 

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Seebärchen Hudson