Unser Engagement für den Artenschutz

Aktuell unterstützt der Erlebnis-Zoo Hannover mehrere große Artenschutz-Projekte, die im Folgenden einzeln vorgestellt werden.

Sahara Conservation Fund: Addax und Nordafrikanischer Rothalsstrauß in der Sahara

Seit vielen Jahren erhält der Sahara Conservation Fund (SCF) finanzielle sowie tatkräftige Unterstützung durch den Erlebnis-Zoo Hannover. Das Ziel der Organisation ist es die Tiere und den Lebensraum der Sahara und dem angrenzenden Sahel zu schützen und erhalten.

Zwei Tierarten stehen dabei im Fokus: die elegante Mendesantilope (Addax) und der beeindruckende Nordafrikanische Rothalsstrauß. Beide Arten sind aufgrund von Lebensraumverlust und Wilderei im Großteil ihres ehemaligen Verbreitungsgebietes verschwunden und gelten als vom Aussterben bedroht.

Addax: Aus den Zoos nach Marokko und Tunesien

In ihrem natürlich Lebensraum in der Sahara leben keine 100 Addax mehr. Die Ergebnisse der jährlichen Zählungen des Sahara Conservation Fund sind besorgniserregend. Die durch Wiederansiedlung entstandenen Populationen in den geschützten Nationalparks in Tunesien und Marokko entwicklen sich jedoch weiterhin gut; ebenso wie auch die weltweite Zoopopulation. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für diese Art wird seit seiner Entstehung von Biologen des Erlebnis-Zoo Hannover koordiniert.

Nordafrikanischer Rothalsstrauß: Aus Marokko in die Zoos

Aktuell belaufen sich die Bestandszahlen des Nordafrikanischen
Rothalsstraußes im Freiland auf höchstens 1000 Tiere. Im Jahr 2011 wurden daher Bruteier aus einem marokkanischen Nationalpark entnommen, wo
diese Straußenunterart in den 1990er Jahren wieder angesiedelt wurde. Die nun erfolgreiche Aufzucht und Nachzucht im Erlebnis-Zoo Hannover dient dem Aufbau einer europäischen Zoopopulation. Gleichzeitig fördern wir durch den persönlichen Austausch sowie finanzielle Mittel SCF Zucht- und Umweltbildungsprojekte in den Herkunftsländern.

Sowohl die Addax als auch die Nordafrikanischen Rothalsstrauße im Erlebnis-Zoo Hannover sind Botschafter für ihre Artgenossen im Freiland und weisen auf deren Bedrohungsstatus hin. Für beide Tierarten führt der Erlebnis-Zoo Hannover das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Gemeinsam mit dem SCF setzt sich der Erlebnis-Zoo für den Erhalt dieser beiden Tierarten im Freiland ein.

Polar Bears International: Eisbär in Kanada

Seit 2006 steht der Eisbär als „gefährdet“ auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. Grund für das drastische Verschwinden des Eisbären ist die globale Erwärmung. Der Lebensraum schmilzt den weißen Riesen buchstäblich unter den Pfoten weg. Durch die steigenden Temperaturen gefriert das Packeis immer später und taut immer früher wieder auf. Doch nur dort können die Eisbären Jagd auf Robben – ihre wichtigste Nahrungsquelle – machen. Die großen Raubtiere müssen daher längere Wanderungen unternehmen und weitere Strecken schwimmen, immer auf der Suche nach Nahrung. Der Bestand in der Arktis ist bereits auf rund 26.000 Eisbären gesunken.

Eisige Mission

Wie der Rückgang des Meer-Eises die dort lebenden Eisbären beeinflusst, wird von der kanadischen Natur- und Artenschutzorganisation Polar Bears International (PBI) in der Hudson Bay untersucht. Im Freilandprojekt Bear Tracker werden ausgewählte, wild lebende Eisbärinnen mit einem Sendehalsband ausgestattet. So können die Routen der Tiere per Satellit verfolgt werden, um herauszufinden, in welchen Regionen die Eisbären bevorzugt leben, wie weit die Strecken sind, die sie laufen und schwimmen, oder wo sie ihre Jungen aufziehen. Auf der Basis dieser gesammelten Daten sollen dann geeignete Schutzzonen für die weißen Bären errichtet werden.

Folge den Eisbären!

Der Erlebnis-Zoo Hannover finanziert seit 2008 dieses besondere Projekt. Die verwendeten Sendehalsbänder sind langjährig erprobt und bestehen aus einem flexiblen Material, welches zum einen die Eisbären auch bei Wasser und Kälte nicht stört und zum anderen zuverlässig die Daten per Satellit übermittelt. Mithilfe der finanziellen Unterstützung des Erlebnis-Zoo Hannover können Sendehalsbänder angeschafft und das gesamte Projekt wissenschaftlich betreut werden. Das Ziel des Projektes ist es, mehr über die Wanderrouten und das Verhalten der Eisbären zu erfahren, um die Tiere und ihren Lebensraum besser schützen zu können.

"Unsere" Eisbärin im ewigen Eis

Im September 2018 wurde ein neues Eisbär-Weibchen für den Erlebnis-Zoo Hannover besendert. Endlich können wir wieder "unser" Eisbär-Weibchen in freier Wildbahn verfolgen. Die Identifikationsnummer lautet  X19735 und die Bärin lässt sich hier im Bear Tracker Programm verfolgen.

Unsere Eisbärin ist 18 Jahre alt und wird seit September 2003 regelmäßig von Wissenschaftlern beobachtet. Insgesamt hat sie bereits zwei Mal erfolgreich Jungtiere aufgezogen: Zwei männliche Bären aus dem Jahr 2006 und zwei weibliche Jungtiere aus dem Jahr 2013. Auch im vergangenen Jahr (2018) wurde unsere Bärin mit zwei Jungen angetroffen. Die Forscher von Polar Bears International sind zuversichtlich, dass auch diese Jungbären erfolgreich großgezogen werden. Mit 18 Jahren könnte unsere erfahrene Eisbärin auch im nächsten Jahr noch einmal trächtig werden.

Insgesamt sechs Mal haben die Eisbärenforscher das Tier seit 2003 bereits untersucht. Alles in allem zeigte unser sie stets eine gute körperliche Verfassung und wog in vier von sechs Fällen mehr als 200 kg. Offenbar ist das Tier sehr schlau und weiß gut für sich zu sorgen, sagen die Wissenschaftler. Vor einigen Jahren wurde sie schon einmal besendert und nun ein zweites Mal. Wir sind gespannt auf ihre Wanderroute und ihre weitere Entwicklung.

Seit dem Welt-Eisbären-Tag am 27. Februar 2019 hat unsere Eisbärin neben ihrer Kennung "X19735" auch einen richtigen Namen – und zahlreiche Zoo-Fans durften mitbestimmen. Aus einer riesigen Auswahl von auf Facebook und Instagram abgegebenen Vorschlägen wurden die wohlklingendsten Namen von einer Jury ausgewählt und am Ende durfte die Hannoveraner Eisbärin Milana sich für einen Namen für ihre Artgenossin entscheiden. Sie hatte die Wahl zwischen drei Kanistern mit den Namen Nana, Bärbel und Hope. Nun steht fest, unsere Eisbärin in Kanada trägt den Namen Hope!

Biodiversity and Elephant Conservation Trust: Asiatischer Elefant in Sri Lanka

Der Asiatische Elefant gehört heute zu den gefährdeten Tierarten. In freier Wildbahn leben nur noch rund 30.000 Tiere. Das sind 130.000 weniger als vor 60 Jahren! Der Grund dafür ist die immer schneller wachsende Weltbevölkerung. Durch Abholzung der Wälder, Einrichtung von Infrastruktur und die zunehmende Besiedelung wird den Elefanten immer mehr Lebensraum genommen.

Auch die Nahrungssuche wird immer schwieriger. Finden sie zu wenig Nahrung in der Natur, ziehen sie weiter in besiedelte Gebiete und plündern die Felder der Menschen. Ihre Lebensgrundlage verteidigen die Menschen mit allen möglichen Mitteln und versuchen, die Elefanten zu vertreiben. Bei solchen Mensch-Elefant-Konflikten sterben allein in Sri Lanka im Jahr durchschnittlich 65 Menschen und 212 Elefanten. 

Der Erlebnis-Zoo Hannover ist sehr erfolgreich bei der Zucht von Asiatischen Elefanten, informiert über diese beeindruckenden Tiere und setzt sich zudem für den Erhalt in ihrem natürlichen Lebensraum ein.

Artenschutz zum Anfassen

In der interaktiven Elefanten-Ranger-Station im Dschungelpalast wird ihr Lebensraum sowie die Gründe für ihre Bedrohung vorgestellt. Viele weitere spannende Informationen über Asiatische Elefanten werden in der Ausstellung auf unvergessliche Art präsentiert - zum Mitmachen, Reinhören und Erleben. Die Artenschutz-Ausstellung im Erlebnis-Zoo zeigt auch, wie den Elefanten in freier Wildbahn geholfen werden kann: Durch Schutzgebiete und Umweltbildung der Bevölkerung.

Erlebnis-Zoo fördert Artenschutz und Bildung von Schulkindern

Der Erlebnis-Zoo unterstützt die Natur- und Artenschutzorganisation „Biodiversity & Elephant Conservation Trust“, die sich für Umweltbildung in Schulen in Sri Lanka einsetzt. Schätzungsweise leben noch 5.500 Dickhäuter auf der Insel im Indischen Ozean. Hier kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Elefanten und Menschen. Die frühe Förderung von Umweltbewusstsein ist daher besonders wichtig dür den Schutz der wilden Elefanten. BECT organisiert in den betroffenen Gebieten ein Umweltbildungsprogramm, damit Schulkinder mehr über die Biologie und Ökologie von Elefanten erfahren, verstehen warum es zu Konflikten zwischen Elefanten und Menschen kommt und wie die Elefanten besser geschützt werden können.

Jahresbericht 2017

5.000 € Spenden flossen im letzten Jahr nach Sri Lanka, um vor Ort Hilfe zu leisten. Eine Zoo-Mitarbeiterin reiste im April 2017 nach Asien, machte sich ein Bild von der Arbeit der Organisation und nahm an einer Schulveranstaltung teil. Mit der Unterstützung aus Hannover konnte das Umweltbildungsprogramm in 2017 an insgesamt 70 Schulen in sechs Gebieten des Inselstaates durchgeführt werden. Gerade hier kommt es sehr häufig zu Konflikten zwischen Elefanten und Menschen. Im Durchschnitt waren jeweils 145 Kinder und 10 Lehrer bei jeder Veranstaltung anwesend.

Die Schüler wissen nun mehr über die Bedeutung, die Biologie und Ökologie der Asiatischen Elefanten – und auch welche Rolle der Elefant in der Religion und Kultur ihres Landes spielt. Darüber hinaus wurde ihnen erklärt, warum es zu Konflikten zwischen Menschen und Elefanten kommt und wie die Tiere besser geschützt werden können.  Der Elefantenschutz ist nicht nur für die Erhaltung der Art wichtig, sondern indirekt für die ganze Welt. Denn: Die Tiere tragen zum Erhalt der Regenwälder und so zum Weltklima bei.

Rettet den Drill e.V.: Drill in Nigeria und Kamerun

Nur noch weniger als 3000 Drills leben in den artenreichen, tropischen Regenwäldern Westafrikas. Sie sind bedroht durch Wilderei und Lebensraumverlust. Der Drill gehört zu den am stärksten bedrohten Affenarten Afrikas und sein Verbreitungsgebiet in Kamerun, Nigeria und der Insel Bioko umfasst weniger als 30.000 km². Auch hier unterstützt der Erlebnis-Zoo Hannover eine Artenschutzorganisation beim Erhalt einer seltenen Tierart.

Ein vielseitiges Projekt

Rettet den Drill e.V. hat seine Wurzeln in Hannover und fördert gemeinsam mit der amerikanischen Organisation Pandrillus den Erhalt des Drills in seinem natürlichen Lebensraum. Durch die vereinte Arbeit werden ehemalige Wilderer zu Drill-Schützern und Rangern, Kinder lernen in Umweltbildungsprojekten die Bedeutung des Waldes kennen, verletzte und verwaiste Drills werden in Auffangstationen versorgt und später wieder ausgewildert. Eine wichtige Rolle spielen dabei das Limbe Wildlife Center in Kamerun sowie das Afi Mountain Reservat in Nigeria. Mit der Eröffnung der neuen Themenwelt Afi Mountain im Sommer 2017 erhielten die hannoverschen Drills eine große und zeitgemäße Anlage mit anschaulichen Informationen zum Projekt Rettet den Drill e.V.

Save the Rhino: Nashorn in Kenia

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Spitzmaulnashorn im Erlebnis-Zoo Hannover
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Ol Jogi Conservancy. Foto: Save the Rhino International
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Mutter und Kalb im Ol Jogi Conservancy. Foto: Save the Rhino International

Informieren Sie sich:

Save the Rhino  Jetzt mit dem Artenschutz-Euro direkt unterstützen 

Seit 2018 unterstützt der Erlebnis-Zoo Hannover die Organisation "Save the Rhino", genauer gesagt das Projekt "Ol Jogi Conservancy". Dieses private Nashorn-Schutzgebiet wurde 1980 gegründet und liegt 22 km nördlich von Nairobi im Laikipia County im Zentrum Kenias. In dem über 23.000 Hektar großen Gebiet leben Spitzmaulnashörner, Breitmaulnashörner sowie viele andere Tiere u.a. Elefanten, Antilopen und Raubkatzen.

Ol Jogi ist eine der bedeutendsten Hochburgen für Östliche Spitzmaulnashörner und es konnten bereits viele Nashörner in andere Gebiete umgesiedelt werden. Die im Erlebnis-Zoo Hannpover aktuell (Stand November 2018) lebenden Tiere "Sany" und "Kito" gehören ebenfalls zu Unterart der Östlichen Spitzmaulnashörner.

Rund-um-die-Uhr Bewachung durch Ranger und Hunde

Von der Gründung 1980 bis 2011 gab es keine Wilderei-Vorfälle in Ol Jogi. Doch die immer weiter ansteigende Nachfrage nach Nashorn-Hörnern ist leider auch an Ol Jogi nicht vorüber gegangen. Trotz der Tag- und Nacht-Bewachung durch die Ranger kommt es leider auch hier mittlerweile zu vereinzelten Wilderei-Vorfällen. Um erfolgreich gegen Wilderer vorzugehen sowie um möglichst sicher arbeiten zu können, erhalten die Ranger in Oli Jogi Equipment und ein jährliches Training, inklusive militärischer Taktik, Erste Hilfe und anderer Techniken. Eine Besonderheit ist seit 1989 das Spürhunde-Team. Die Hunde begleiten die Ranger auf ihrer täglichen Arbeiten und helfen dabei die Wilderer aufzuspüren. Ol Jogi arbeitet zudem mit der lokalen Bevölkerung sowie mit den Behörden zusammen, um Wilderer und Händler zu identifizieren. Zu den Aufgaben der Ranger gehört außerdem das Monitoring (d.h. die Überwachung und Beobachtung) der dortigen Nashorn-Population. Es gibt ein Nashorn-Gehege, um verletzte oder verwaiste Nashorn-Kälber mit der Hand aufzuziehen, sowie eine moderne Tierklinik.

Nachhaltiger Nashorn-Schutz durch Vielseitigkeit

Durch das Ol Jogi Conservacy erhalten insgesamt über 300 Menschen eine Arbeit, sie alle leben mit ihren Familien im Schutzgebiet. Zudem hat Ol Jogi eine eigene Grundschule, die sichert dass alle Kinder eine Schulbildung erhalten. Zudem gibt es ein "Environmental Conservation Education Programm", dass sich an die lokale Bevölkerung im Umkreis richtet. 2013 wurde entschieden das luxuriöse Anwesen “Ol Jogi Home“ für Touristen zu öffnen, die hier die Vielfalt der Tierarten erleben können. Zusätzlich zu den Wildtieren dürfen auch etwa 2500 Rinder das Gebiet zum Grasen nutzen. Durch diese Bereitstellung ist insgesamt genügend Fläche vorhanden, sodass sich auch das umgebende Land immer wieder erholen kann. Über 150 Familien können mit der Hilfe durch Ol Jogi eigene Tiere halten und gleichzeitig konfliktlos mit den Wildtieren leben. Dies alles dient der Schaffung einer stabilen Umgebung für die Nashorn-Population. Ein solch großes Gebiet zu erhalten und mit Rangern zu beschützen sowie die lokale Bevölkerung mit einzubeziehen, kostet Geld. Durch die Kombination von Schutzgebiet, Tourismus, Bildung sowie Nutztierhaltung kann der Schutz der Nashörner nachhaltig gelingen.

Stiftung Artenschutz: Bedrohte Tierarten ohne Lobby

Seit vielen Jahren ist der Erlebnis-Zoo Hannover einer der vielen Zoo-Partner der Stiftung Artenschutz. 2018 haben wir beschlossen die Stiftung bei ihrer Arbeit auch mit finanziellen Mitteln zu unterstützen und sie ebenfalls zu einem unserer großen Artenschutzprojekte zu machen.

Aufmerksamkeit für eher unbekannte Tierarten und ihre Lebensräume

Das besondere an der Stiftung ist, dass sie sich ausschließlich für bedrohte Tierarten einsetzt, für die es bisher keine ausreichende Lobby gibt. Daher kümmert sich die große Zahl der Stiftungsprojekte um eher unbekannte Tierarten. Hierzu zählen z.B. der Titicaca-Riesenfrosch, der Quetzal, der Gelbwangen-Schopfgibbon, der Blauaugenibis oder der Äthiopische Wolf. Viele dieser Tierarten gibt es nicht in Zoos - was es häufig sehr schwierig macht, Menschen für den Schutz dieser Tiere zu begeistern. Daher setzt sich der Erlebnis-Zoo Hannover ganz bewusst gemeinsam, mit der Stiftung Artenschutz, für bedrohte, aber häufig übersehene Tierarten und Lebensräume ein.

Kooperationen und Mitgliedschaften

Silent Forest: Asiatische Singvögel

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Informieren Sie sich:

Silent Forest 

Die Artenschutz-Kampagne der EAZA in 2018/19

In den Wäldern Südostasiens wird es still. Täglich werden tausende Singvögel gefangen, auf den Märkten als Haustiere verkauft und bei Gesangswettbewerben eingesetzt, um hohe Preisgelder zu gewinnen. In den kleinen Käfigen und durch schlechte Haltung überleben die Tiere oft nicht lange. Die Nachfrage nach Singvögeln ist hoch in Asien. Millionen von Vögeln werden dort jedes Jahr gehandelt. Die Vögel stammen nicht aus einer Zucht, sondern aus Wilderei in den heimischen Wäldern. Die Wälder sind inzwischen so leer gefegt, dass es dort keinen Vogelgesang mehr gibt. Viele Singvogelarten sind durch die Bejagung vom Aussterben bedroht.

Aus diesem Grund hat der europäische Zooverband EAZA in diesem Jahr eine Artenschutz-Kampagne ins Leben gerufen: "Silent Forest" oder zu deutsch "Das Schweigen der Wälder". Mit der Kampagne soll auf die Bedrohung vieler Vogelarten in Südostasien, vor allem in der Region der Großen Sundainseln, aufmerksam gemacht werden.

Verschiedene Singvogel-Arten stehen im Fokus

Im Mittelpunkt der Kampagne stehen sechs eher unbekannte Vogelarten: Buschelster (Cissa thalassina), Schwarzweißhäherling (Garrulax bicolor), Gelbscheitelbülbül (Pycnonotus zeylanicus), Schamadrossel (Kittacincla malabarica), Niasbeo (Gracula robusta) und Balistar (Leucopsar rothschildi). Wappentier der Kampagne ist die Buschelster. Sie lebt in den Bergwäldern des westlichen Java. Mit ihrer lauten Stimme kann sie auch in den dichten Wäldern den Kontakt mit ihrem Partner halten. Ihr Gefieder ist normalerweise grün, kann aber auch eine blaue Färbung annehmen. Die Farbe wird von der Nahrung bestimmt.

Am bekanntesten unter den sechs Arten ist wahrscheinlich der weiß gefärbte Balistar, der in der Natur bereits so gut wie ausgestorben war. Nur durch gezielte Nachzucht und Wiederansiedlungsprogramme der europäischen Zoos konnte das Überleben des balinesischen Nationalvogels gesichert werden.

Auch wenn im Erlebnis-Zoo Hannover aktuell leider keine diese Arten gehalten wird, werden wir uns mit Aktionen an dieser wichtigen Artenschutz-Kampagne beteiligen. Je mehr Zoo-Besucher über die Singvogelkrise erfahren, desto mehr Menschen können sich für ihren Schutz einsetzen.

Helfen Sie mit! Ferngläser für Umweltbildung benötigt 

2016/17: Let it grow

Die letzte EAZA-Kampagne rückte einen ganz besonderen Lebensraum in den Fokus - nämlich den direkt vor unserer Haustür. Mit der Aufforderung "Let it grow" (dt. "Lass es wachsen") sollte auf die heimische Artenvielfalt aufmerksam gemacht werden. Der Erlebnis-Zoo Hannover hatte sich für diese Artenschutz-Kampagne gleich Zehntausendfache Verstärkung geholt! Zwei Bienenvölker machen seitdem auf die Bedeutung und zugleich die Bedürfnisse von Honig- und Wildbienen aufmerksam. Jeder Einzelne von uns kann etwas für den Schutz der heimischen Tierwelt tun - ein Insektenhotel oder bienenfreundliche Balkonpflanzen sind ein kleiner, aber sehr wichtiger Schritt.

Zur Let it grow-Kampagne 

Vergangene Kampagnen

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2014/15: Pole to Pole

Die 11. Artenschutzkampagne der EAZA ging im wahrsten Sinne des Wortes von Pol zu Pol und setzte den Fokus auf die Arktis und Antarktis und damit Lebensräume. Eben diese sind vor allem durch den Klimawandel und das damit verbundene Abschmelzen der Polkappen gefährdet. Im Erlebnis-Zoo befindet sich in der Yukon Queen - also in Sichtweite zu unseren Eisbären - eine Ausstellung zur Pole To Pole-Kampagne der EAZA. Hier können sich Besucher über den Klimawandel, die Tierarten der Polarregionen und diese besonderen Lebensräume informieren, gleichzeitig soll die Ausstellung zum Umdenken anregen - für den langfristigen Schutz und Erhalt von Arktis und Antarktis.

Zur Pole to Pole-Kampagne 

Hannover summt! e.V.: Honigbiene

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Informieren Sie sich:

Hannover summt! e.V. 

Ebenso wichtig wie der Schutz von Elefant, Eisbär und Co. ist der Schutz unserer heimischen Tierwelt. Nicht nur Tierarten im tropischen Regenwald oder in der Arktis sind gefährdet. Auch hier in Deutschland, direkt vor unserer Haustür, ist der Schutz der Biodiversität ein wichtiges Thema.

Bienenfreundlich gärtnern

Hannover summt! e.V. engagiert sich für den Schutz und den Erhalt von Lebensräumen der Honig- und Wildbienen in der Stadt und der Region Hannover. Nicht nur als Honiglieferant - auch im Ökosystem spielt die Biene eine unverzichtbare Rolle: Sie bestäubt viele Pflanzen, die dadurch erst Samen und Früchte tragen. Einen wichtigen Platz nehmen hierbei auch die Wildbienen ein, von denen rund 560 Arten in Deutschland leben.

Es gibt viele Möglichkeiten, den eigenen Garten oder Balkon als Lebensraum für Bienen einzurichten, sodass er ausreichend Nahrung für die Bienen bietet. Hier sind vor allem heimische Blütenpflanzen, die reich an Nektar und Pollen sind, gefragt. Weitere Informationen zum bienenfreundlichen Gärtnern finden Sie auf der Homepage von Hannover summt! e.V.

Wie beteiligt sich der Erlebnis-Zoo?

Seit Ostern 2017 stehen direkt vor der Zooschule zwei dunkelrote Bienenkästen. Die ein- und ausfliegenden Bienen können zwischen Frühling und Herbst beobachtet werden, zu dieser Zeit ist auch der Imker regelmäßig vor Ort. Gemeinsam mit Hannover summt! e.V. möchte der Erlebnis-Zoo für den Artenschutz werben und die ökologischen Zusammenhänge erläutern. An verschiedenen Aktionstagen sind die Ehrenamtlichen von Hannover summt! e.V. im Zoo zu Gast um unsere Besucher zu informieren. In einem Bienen-Schaukasten kann dann die Bienenkönigin entdeckt werden, der Imker gibts Tipps zum bienenfreundlichen Gärtnern und für die kleinen Besucher gibt es ebenfalls ein abwechslungsreiches Programm.

Jahresbericht 2018

Bei zwei Bienenvölkern kann der Imker von Hannover summt! e.V. natürlich auch eine Menge Zoo-Honig ernten: Ingesamt 132 250-Gramm-Gläser konnte unser Imker im letzten Jahr mit leckerem Frühtracht-Honig füllen. Das waren insgesamt 33 Kilogramm!

Die Ernte des Sommerhonigs ist mit weniger als 10 Kilogramm leider sehr gering ausgefallen. Dies hatte unser Imker bereits befürchtet aufgrund des sehr trockenen Wetters. Aus diesem Grund gibt es in 2018 leider keine gesonderte Zoo-Sommerhonig-Abfüllung.

Der Frühtracht-Honig 2018 ist für unsere Besucher im Zoo-Shop am Eingang erhältlich - solange der Vorrat reicht.

Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.: Haustiere auf Meyers Hof

Viele wildlebende Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet; beispielsweise durch Zerstörung von Lebensräumen oder Wilderei. Aber auch zahlreiche vom Menschen über Generationen hinweg gehaltene und gezüchtete Nutz- und Haustierrassen sind in ihren Beständen bedroht – auch in Deutschland!

Das klingt zunächst unlogisch, denn schließlich sind Haustiere nicht auf einen bestimmten Lebensraum angewiesen wie andere bedrohte Tierarten. Sie können auf jedem Bauernhof gut leben. Der klassische Bauernhof muss aber immer häufiger modernen landwirtschaftlichen Industriebetrieben weichen. Leistungswettbewerb und Preiskampf verlangen mehr und mehr die Haltung hochspezialisierter Nutztierrassen. Manche liefern große Mengen Fleisch, sind also ungeheuer massig gebaut, andere wiederum haben riesige Euter und geben große Mengen Milch. Die moderne Leistungszucht birgt die Gefahr in Sackgassen zu enden, da die vielfältigen Eigenschaften alter Rassen zunehmends verloren gehen.

Früher waren Haustiere als landwirtschaftliche Allrounder gefragt. Rinder waren Milchquelle und Zugtiere, gleichsam aber auch Fleisch- und Lederlieferant. Tiere waren zu wertvoll, um sie nur auf einem Wege zu nutzen. Die Vielfalt dieser alten Nutztierrassen beruht auf regionalen Gegebenheiten – Anpassung an bestimmte klimatische Bedingungen oder Art und Qualität der hiesigen Futterpflanzen. Die alten Nutztierrassen prägten ihre Verbreitungsgebiete über Generationen hinweg, sind bei den Bauern aus wirtschaftlichen Beweggründen heute aber kaum noch gefragt.

Vom Allroundtalent zum Hochleistungstier

Seit 1981 bemüht sich die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) um ein umfängliches Bestandmonitoring selten gewordener landwirtschaftlicher Nutztierrassen sowie um koordinierte Erhaltungsmaßnahmen. Die Aufgaben, denen sich die GEH stellt, sind vielfältig; sie reichen von einer breiten Öffentlichkeitsarbeit und der Förderung von Qualitätsprodukten gefährdetere Rassen, über das Führen von Zuchtbüchern, bis hin zur aktiven Rassenerhaltung durch die Organisation genetischer Reserven.

Die enge Zusammenarbeit mit Haltern alter Haustierrassen sowie Engagierten und Interessierten aus Bereichen der Landwirtschaft, Biologie und Tiermedizin spielt dabei ebenso eine tragende Rolle wie die stetige Kommunikation mit Zuchtorganisationen, Naturschutzverbänden und Behörden auf nationaler und internationaler Ebene.

Viel zu tun also, für eine private Vereinigung von Tierhaltern, Züchtern und Interessierten, denen besonders die vierbeinigen oder geflügelten Kulturgüter ihrer Heimat am Herzen liegen. "Mit jeder verlorenen Rasse geht auch ein wertvolles genetisches Potential verloren, ein unwiederbringlicher Verlust von Kulturgut, eine Verarmung des Landschaftsbildes."

Die Rote Liste der gefährdeten Nutztierrassen

Jedes Jahr veröffentlich die GEH eine Rote Liste, die über den Gefährdungsgrad landwirtschaftlicher Nutztierrassen in Deutschland informiert. Sie dient als Instrumentarium für die Koordination von Erhaltungsbemühungen für die in Deutschland (noch) existierenden alten Nutztierrassen.

Maßgeblicher Faktor zur Einstufung ist der aktuelle Tierbestand einer Rasse. Aber auch die Anzahl der Züchter, Bestandsentwicklung, Reinzuchtgrad, Nachzuchtrate und Generationsintervalle fließen in die Beurteilung der Rassengefährdung mit ein, ebenso aktuelle Informationen zur staatlichen Förderung. In diesem Zusammenhang bemüht sich die GEH, die Einstufung der unterschiedlichen Rassen so transparent wie möglich zu gestalten. Nur so kann jedermann nachvollziehen, wie bestimmte Rassen zur ihrer Gefährdungseinstufung gekommen sind, andere wiederum gar nicht auf der Roten Liste auftauchen. Am Ende eines detaillierten Einstufungsverfahrens werden die Rassen einer von fünf Kategorien zugeordnet:

I – extrem gefährdet
II – stark gefährdet
III – gefährdet
Vorwarnstufe
Rassen aus anderen Ländern

Wie beteiligt sich der Erlebnis-Zoo?

Der Zoo ist seit vielen Jahren Mitglied der GEH. An verschiedenen Aktionstagen sind Mitarbeiter der GEH mit Informationsständen bei uns.

Auf Meyers Hof werden verschiedene alte Haustierrassen gehalten: Exmoor-Pony, Altdeutsches schwarzbuntes Niederungsrind, Harzer Rotvieh, Thüringer Waldziege, Rauhwolliges pommersches Landschaf, Bentheimer Landschwein, Steinbacher Kampfgans, Deutsches Lachshuhn, Orpington- und Ramelsloher Huhn sowie Deutscher Sperber.

Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht e.V.

AZ - Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht e.V.

Die AZ ist eine Vereinigung von deutschen Vogelzüchtern mit dem Ziel durch Haltung und Zucht zur Arterhaltung von nicht-domestizierten Vögeln beizutragen.

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Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V.

DGHT - Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V.

Die DGHT befasst sich mit den Themenbereichen Zucht, Haltung und Pflege von Terrarientieren, Wissenschaft und Forschung sowie Natur- und Artenschutz.

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World Wide Fund for Nature Deutschland

WWF Deutschland

Mit dem WWF-Artenschutzkoffer möchte der WWF jungen Menschen die biologische Vielfalt besser verständlich und erlebbar machen und sie für die Problematik des Handels mit bedrohten Arten sensibilisieren.

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Zoofreunde Hannover e.V.

Zoofreunde Hannover e.V.

Der 1967 gegründete Förderverein ergänzt die "naturkundliche und volksbildende Wirksamkeit des Zoos" und widmet sich zudem dem Tier- und Naturschutz in aller Welt. Seinen Mitgliedern bietet der Verein u.a. Vortragsabende, Zooführungen, Zeitschriften und Zoo-Reisen.

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Let it grow

Let it grow

Bei der Artenschutzkampagne der EAZA in 2016/17 standen heimische Tier- und Pflanzenarten im Fokus. Der Erlebnis-Zoo Hannover weist am Beispiel der Honigbiene auf die große Bedeutung der verschiedenen Insektenarten hin.

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Pole to Pole

Pole to Pole

Die Artenschutz-Kampagne der EAZA trug 2014/15 den Titel "Pole to Pole". Im Fokus standen die Tierarten und Lebensräume der Polregionen. Der Erlebnis-Zoo Hannover beteiligte sich mit einer dauerhaften Ausstellung in der Yukon Queen.

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