Kuba-Baumratte

Capromys pilorides

Die tagaktive Kuba-Baumratte auch Greifschwanz-Ferkelratte oder Hutiaconga genannt, ist die bekannteste Art der Unterfamilie der Baumratten.

Die Besonderheiten unserer beiden Baumratten Mikele und Chico könnt ihr täglich in der Show-Arena bewundern.

Steckbrief

Lebensraum
Nebel-, Sumpf- und Mangrovenwäldern sowie Halbwüsten

Größe
Körperlänge: 30 bis 63 cm  

Schwanzlänge: 13 bis 32 cm

Tragzeit
110 bis 140 Tage

Nahrung
Blätter, Früchte, Baumrinde, Wurzeln, Reptilien und Wirbellose

Gewicht
3 bis 7 kg

Lebenserwartung
bis 14 Jahre (in menschlicher Obhut)

Feinde
Greifvögel, Krokodile und Menschen

 

 

Pate gesucht! Eine außergewöhnliche Freundschaft.

Anpassungskünstler

Kuba-Baumratten leben in einer Vielzahl von Lebensräumen in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet. Jedoch kommen sie, wie der Name schon verrät, nur auf Kuba vor. Innerhalb der Familie der Stachelratten sind Hutiacongas die anpassungsfähigste Art. Sie sind in der Lage eine Reihe von Habitaten zu nutzen, die sich in Höhe, Klima und Landschaft komplett unterscheiden. So leben Baumratten in Nebel-, Sumpf- und Mangrovenwäldern oder sogar in Halbwüsten.

Baum- oder Bodenratte?

Infolge ihrer Anpassung an die Lebensräume sind die Baumratten im nördlichen Teil Kubas eher Baumbewohner. Sie schlafen auch im Geäst der Bäume. Die Tiere im Süden Kubas sind dagegen eher auf dem Boden unterwegs und bevorzugen Felshöhlen als Unterschlupf- und Schlafmöglichkeit. Jedoch sind alle Baumratten von Natur aus gute Kletterer. Auf dem Boden bewirken die kleinen Beine der Tiere einen wackeligen Gang. Bei Gefahr oder Bedrohung können Baumratten jedoch schnell weglaufen.

Generalist

Auch die Ernährung der Baumratten varriert erheblich. Sie sind Generalisten, d.h. sie ernähren sich von einer Vielzahl von Nahrungsressourcen, die in ihrem Lebensraum vorkommen. Baumratten fressen u.a. Blätter, Rinde, Früchte, kleine Reptilien (z.B. Eidechsen) und kleine Säugetiere. Eine Ausnahme gibt es aber doch: Baumratten, die in den Mangrovenwäldern Kubas leben, ernähren sich hauptsächlich von Mangrovenblättern und -wurzeln sowie Wirbellosen (z.B. Krebsen).

 

Keine Ratte

Obwohl die tagaktiven Kuba-Baumratten äußerlich Ratten ähnlich sehen, sind sie nicht mit ihnen, sondern mit Meerschweinchen und Maras verwandt. Die Baumratten leben gesellig und sozial in Familiengruppen. Innerhalb dieser Gruppe ist gegenseitige Fellpflege oft zu beobachten. Auch das Männchen beteiligt sich an der Jungenaufzucht. Während der Nahrungssuche kommunizieren die Tiere einer Gruppe durch Laute, um im gegenseitigen Kontakt zu bleiben.

 


 

Lecker und nicht gefährdet

Hutiacongas sind endemisch und kommen nur auf Kuba vor. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit an vielen Lebensräumen sind sie nicht gefährdet (IUCN 2020). In vielen Gebieten Kubas beträgt die Population 50 Tiere pro Hektar. In den Mangrovensümpfen ist der Bestand sogar auf über 100 Tiere pro Hektar angewachsen. Obwohl Baumratten eine bedeutende Fleischquelle für die Menschen darstellt, bleibt diese Population stabil.