Australischer Zebrafink

Taeniopygia castanotis

Bei den Zebrafinken kann man Männchen und Weibchen leicht unterscheiden, da das Männchen einen orangenen Fleck an der Wange hat und einen braunen Streifen mit weißen Punkten an der Seite. Außerdem hat das Männchen einen schwarz-weiß gestreiften Hals. Wegen diesem und dem ebenfalls schwarz-weiß gestreiften Schwanz, welchen auch das Weibchen hat, hat der Zebrafink seinen Namen bekommen.

 

 

Steckbrief

Lebensraum
Busch- und Grasland, Trockenwälder, Halbwüsten und Wüsten

Größe
10,5 cm

Brutzeit
11 bis 14 Tage

Nahrung
Grassamen und Insekten

Gewicht
9 bis 16 g

Lebenserwartung
5 Jahre

Feinde
Raubtiere und Greifvögel

 

 

Im Zoo vergesellschaftet mit Java-Reisfink

Wassermangel ...

Der Zebrafink ist hervorragend an das Leben in den Trockengebieten Australiens angepasst und ist auch eine der wenigen Vogelarten, die bis in Halbwüsten und Wüsten vorkommt. Bekanntermaßen sind Wüsten trocken und Wasser sehr selten vorhanden. In den Trockengebieten Australiens sind monate- oder jahrelange Zeiten ohne Regen nicht selten und dadurch reduzieren sich auch die Wasserstellen. Die übriggebliebenen Wasserstellen haben durch die Verdunstung aber meistens einen hohen Salzgehalt ...

... nicht für den Zebrafink

... Zebrafinken macht dies nicht so viel aus. Sie können Wasser mit einer erhöhten Salzkonzentration trinken und verwerten. Viele andere Vogelarten würden an diesem "Salzwasser" gesundheitliche Probleme bekommen oder sterben. Das Geheimnis der Zebrafinken liegt in erster Linie daran, dass ihre Nieren nahezu alles Wasser zurückhalten, weshalb sie auch außergewöhnlich trockenen Kot abgeben und sehr wenig Flüssigkeit mit den Ausscheidungen verlieren.

Regen = Brutzeit

Regenfälle sind in Mittelaustralien nicht nur selten, sondern auch unregelmäßig. Es kann jeden Monat regnen oder auch monate- oder jahrelange kein Regen fallen. Das beeinflusst die Brutzeit der Zebrafinken enorm. Denn nur nach Regenfällen kommt es zu einer kurzen Zeit des Pflanzenwachstums und damit zur Sicherstellung der benötigten Nahrungsgrundlage für die Aufzucht der Jungen. Daher haben Zebrafinken keine feste Brutzeit, sondern brüten unabhängig von der Jahreszeit nach ausreichenden Regenfällen.

Aufwendige Balz

Der Regen ist der Startschuss für die Balz und den Nestbau. Die Balz der Zebrafinkenmännchen besteht aus zwei verschiedene Stadien. Im ersten Stadium fliegt das Männchen auf das Weibchen zu, setzt sich parallel zu ihr hin und nimmt eine horizontale Pose ein. Zudem biegt er seinen Kopf und Schwanz in die Richtung des Weibchens, nickt und hüpft so auf das Weibchen zu. Manchmal macht das Weibchen auch mit und die Vögel tanzen im Kreis umeinander. Im zweiten Stadium streckt sich das Männchen in die Höhe, singt laut und plustert sein Gefieder auf. Dabei tanzt er ständig, verliert das Weibchen aber nie aus den Augen.

Soziales Brüten

Zebrafinken sind vorwiegend monogam, das heißt, dass sie einen Partner für sehr lange Zeit behalten. Gebrütet wird, genau wie die Futtersuche, in kleinen Gruppen von circa 50 Nestern. Es kann auch vorkommen, dass in einem Busch mehrere Nester nebeneinander liegen. Das Nest ist eine runde Struktur, welche aus trockenem Gras und weichem Material besteht. Zu finden ist es in dornigen Sträuchern oder in Bäumen, da es hier gut vor Eierdieben geschützt ist. Für das Heranschaffen des Materials ist alleine das Männchen zuständig, das Weibchen hilft dann aber auch beim Bau des Nestes mit.