Blattschneiderameise

Acromyrmex octospinosus

Diese Blattschneiderameisen leben in Staaten mit bis zu 20.000 Tieren. Vor allem die Futterversorgung ist sehr gut organisiert. Hierfür sind primär die Arbeiterinnen verantwortlich. Sie machen daher auch den größten Anteil in einem Nest aus.

Steckbrief

Lebensraum
Süd- und Mittelamerika

Größe
Königin: 12-13 mm, Arbeiterinnen: 5-12 mm, Männchen: 7 mm

Nahrung
von den Ameisen gezüchteter Pilz, der auf Blättern heranwächst

Gewicht
circa 5 mg (Königin)

Lebenserwartung
die Königin lebt bis zu 15 Jahre

Feinde
Ameisenbären, Gürteltiere, Eidechsen

 

 

Wo im Zoo? Biologiezimmer

Das kurze aber wichtige Leben der Männchen

Das Eierlegen ist ausschließlich Sache der Königin. Als Jungtier ist sie geflügelt, um sich mit den ebenfalls geflügelten Männchen auf einem Hochzeitsflug zu treffen und begattet zu werden. Die Männchen versterben danach. Nun beginnt die wichtigste Aufgabe der noch jungen Königin: eine neue Kolonie zu gründen. Dafür wirft sie ihre Flügel ab und vergräbt sich zum Eierlegen in eine Höhle, die sie hinter sich verschließt...

Eine Kolonie entsteht

Die Königin verharrt in ihrer Höhle für einige Wochen. Sie hat von ihrer Mutterkolonie einen Stück des Pilzes auf den Hochzeitsflug mitgenommen. Nun wartet sie bis die erste Arbeiterin schlüpft. Diese wird von der Königin besonders behandelt und entwickelt sich somit schneller als andere zu einer kleinen Hilfskraft. Ist sie groß genug, wird die Bruthöhle geöffnet und Nahrung wird herangeschafft. Nun können sich auch die anderen Larven rasch zu kräftigen Arbeiterinnen entwickeln.

Das Leben der Königin

Nun konzentriert sich die Königin nur noch auf die Eiablage, um alles andere kümmern sich die Arbeiterinnen. Die Königin ist deutlich größer als die anderen Ameisen, alles dreht sich um sie und ihre Larven, sie wird von den Arbeiterinnen gehegt und gepflegt.

Eine Königin ist in der Lage, das Sperma der männlichen Ameisen nach der Paarung für den Rest ihres Lebens in einem speziellen Organ zu speichern und somit zeitlebens den Bestand ihres Volkes aufrechtzuerhalten.

Pilzgärtnerei

Das Erdnest dieser Ameisen besteht aus mehreren Kammern und vielen verbindenden Gängen. Es gibt zum Beispiel eine Kammer zur Eiablage, Abfallkammern für gestorbene Artgenossen oder Kompost und auch Pilzkammern für die Pilzzucht. Unsere südamerikanische Ameisenart ernährt sich hauptsächlich von einem selbstgezogenen Pilz (Leucoagaricus gongylophorus). Dafür werden in den Pilzkammern regelrechte Gärten angelegt,  der Pilz auf Blättern, Blüten sowie Früchten gezüchtet wird.

Arbeitsteilung

Die Aufgaben in einer Ameisenkolonie sind strikt verteilt. Es gibt Arbeiterinnen und die Königin. Größere Arbeiterinnen der Blattschneiderameisen kümmern sich, wie der Name es schon vermuten lässt, um das Zerkleinern und Zerkauen von Blättern, sodass der von den Tieren benötigte Pilz auf den geernteten Blättern heranwachsen kann. Die Kleineren unter den Arbeiterinnen sind dann für das Ernten des Pilzes zuständig und sichern somit den Essensvorrat für ihr Volk. Blattschneiderameisen können das Zehnfache ihres eigenen Körpergewichtes transportieren!

Gefährdungsstatus

Die Blattschneiderameise Acromyrmex octospinosus ist bisher nicht in der Roten Liste der IUCN erfasst.

Rote Liste Mehr zur Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN