Blauracke

Coracias garrulus

Die bunten Blauracken sind über weite Teile Europas bis nach Asien verbreitet. Die wärmeliebenden Vögel ziehen zum Überwintern in die östlich und südlichen Gebiete Afrikas und legen dabei erstaunliche 10.000 km zurück.

Steckbrief

Lebensraum
offene Landschaften, Wälder, Savannen und Flusstäler

Größe
32 cm

Brutzeit
17 bis 19 Tage

Nahrung
Wirbellose (Käfer, Heuschrecken, Spinnen und Skorpione) und kleinere Wirbeltiere

Gewicht
160 g                                                              

Lebenserwartung
bis 9 Jahre in menschlicher Obhut

Feinde
Greifvögel

 

 

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Geschickte Jäger

Die bevorzugte Jagdtechnik der Blauracken ist das Sitzen-und-Warten. Sie können jedoch auch im Flug, ähnlich wie Schwalben, ihr Futter erbeuten. Eine andere Taktik ist der Schwebflug, in dem ein Ziel ausgesucht wird und der anschließende Sturzflug zur Beute. Bei der Jagd sind Blauracken sehr geschickt und werden sogar mit kleinen Schlangen mühelos fertig.

Blasse Mädels

Während bei anderen Vogelarten das Geschlecht des Vogels leicht an Größe, Gewicht und Aussehen abzuleiten ist, ist es bei Blauracken ein wenig schwieriger. Die Männchen und Weibchen sind fast gleich schwer und groß. Auch das Aussehen ist ähnlich. Blauracken sind am Kopf, Nacken und am Bauch hellblau. Die Flügel haben ebenfalls verschiedene Blautöne. Um den Schnabel herum sind sie weißlich und am Rücken rötlich-braun. Doch wie kann man die Männchen und Weibchen dann auseinanderhalten? Weibchen sind daran zu erkennen, dass die Färbung der Federn allgemein blasser ist als die bei Männchen.

Der Sonne entgegen

Fast die gesamten Populationen von Blauracken sind Langstreckenzieher, welche im Spätsommer und Frühherbst ihre Brutgebiete verlassen und in die Dornbusch- und Akaziensavannen des südlichen Afrikas ziehen. Untersuchungen mit beringten Vögeln zeigten, dass Blauracken die 10.000 Kilometer aus Osteuropa nach Zentralafrika ziehen, 67km pro Tag und auf der Heimreise im Frühling 110km pro Tag zurücklegen.

Bald gefährdet?

Populationstrends der Blauracken der letzten Jahrzehnte zeigen rückläufige Bestandszahlen für West- und Zentraleuropa. In Deutschland und Schweden sind die Blauracken bereits nicht mehr zu finden. Verantwortlich für den Bestandsrückgang sind unter anderem Veränderungen der Klimaverhältnisse sowie Pestizide und damit einhergehender Rückgang der Beutetiere. Die Gefährdung wird ebenfalls maßgeblich durch den Abschuss ziehender Blauracken in vielen Staaten bedingt. Vor allem in Oman werden jährlich hunderte bis tausende Blauracken getötet.

Renovierter Altbau

Wie die meisten Rackenvögel ist auch die Blauracke ein Höhlenbrüter. Hierzu sucht sie sich meist verlassene Baumhöhlen von anderen Vogelarten, zum Beispiel Spechthöhlen. Diese werden zunächst "renoviert" und das alte Nistmaterial des Vorgängers ausgeräumt. Teilweise polstert das Blauracken-Weibchen das Nest nun mit ein wenig Gras, oft bleibt es aber uneingerichtet. Dann legt die Henne zwei bis sechs Eier. Die Eltern wechseln sich anschließend beim Brüten ab.

Gefährdungsstatus

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