Brautente

Aix sponsa

Die sehr auffällige Brautente ist nah verwandt mit der Mandarinente. Die Weibchen beider Arten sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Die Männchen sind in ihren Prachtkleidern aber deutlich zu unterscheiden. Der Brautentenerpel hat zum Schopf verlängerte Nackenfedern, welche metallisch grün schimmern. Die Flügel sind ebenfalls grün, aber auch bläulich gefärbt.

Steckbrief

Lebensraum
Sümpfe, Seen, Teiche und Parkanlagen

Größe
43 bis 51 cm

Brutzeit
30 Tage

Nahrung
Körner, Nüsse, Samen und Wasserpflanzen

Gewicht
482 bis 879 g

Lebenserwartung
bis 20 Jahre

Feinde
Fuchs, Waschbär, Uhu, Alligator, Schnappschildkröte, Nerz

 

 

Im Zoo vergesellschaftet mit Mandarinente

Leben im Wasser und an Land

Natürlich ist die Brautente alles andere als wasserscheu. Sie lebt in verschiedenen Habitaten wie Seen, Bächen, langsam fließenden Flüssen, Sümpfen bis hin zu Parkanlagen. Die Umgebung des Gewässers sollte eine dichte Vegetation mit Bäumen aufweisen und eine Vielfalt an unterschiedlichen Nahrungsressourcen bieten. Das Futter wird sowohl im Wasser durch Untertauchen des Kopfes sowie an der Wasseroberfläche durch "Abschnabeln" aufgenommen. Ebenfalls geht die Brautente an Land auf Nahrungssuche.

Balzverhalten

Gebrütet wird sehr oft in Baumhöhlen. Die Brautenten sind monogam, behalten also ihren Partner für eine ganze Fortpflanzungsperiode. Die Balz beginnt bereits mehrere Monate bevor die eigentliche Paarung und Brut stattfindet. Sowohl das Männchen als auch das Weibchen haben ein sehr breites Spektrum an Balzverhalten. Es werden bestimmte Bewegungen, wie zum Beispiel Kopfschütteln, aber auch Laute gemacht. Hat das Weibchen Eier gelegt und brütet diese aus, ist das Männchen noch relativ lange in der Nähe, um es vor Feinden zu bewachen.

Von Anfang an in Gefahr

Die erwachsene Brautente hat zwar nicht allzuviele Feinde (z.B. Waschbären und Füchse), dafür aber die Eier und die Küken. Nur 40 bis 55 % aller Gelege, welche aus 9 bis 15 Eiern bestehen, werden erfolgreich komplett ausgebrütet. Grund dafür sind eine Vielzahl von Eierdieben. An erster Stelle steht hier der Amerikanische Nerz und das Rothörnchen. Auch die Küken sind ständig in Gefahr vor Fressfeinden. Zwischen 41 bis 65 % der Küken erreichen ihren dritten Lebensmonat. Der Rest ist eine wichtige Nahrungsressource u.a. für Alligatoren oder Schnappschildkröten.

Eher kein Schnattschnatt

Das Männchen der Brautenten ist eher schweigsam. Es gibt nur ab und zu leise Laute von sich. In der Balz ist es ein wenig "gesprächiger". Das Weibchen hingegen hat viele verschiedene Töne, unter anderem einen, um seine Küken zu rufen. Diesen charakteristischen Laut lernen die Küken bereits nach dem Schlupf aus dem Ei, in der ersten Stunde ihres Lebens, sodass sie ebenfalls ihre Mutter rufen können. Nach bereits drei Monaten können die Küken dann genauso gut Laute von sich geben wie ihre Eltern.

Schwere Zeiten

Die Brautente hatte es nicht immer leicht und sie stand in den 1930er Jahren vor dem Aussterben. Der Hauptgrund dafür war die starke Bejagung nach den Enten sowie der Lebensraumverlust durch die Abholzung der Ufergebiete und Trockenlegen von Gewässern. Als bewusst wurde, dass der Bestand stark zurückgegangen war, wurden zahlreiche Jungvögel gezüchtet und ausgewildert. Hinzu wurden Nistmöglichkeiten errichtet und neue Bäume gepflanzt. Am Wichtigtsen war, aber die starke Einschränkung der Jagd. Somit konnte sich die Population der Brautente wieder erholen, sodass sie heute nicht mehr bedroht ist (IUCN: 2020).