Gelbwangen-Schmuckschildkröte

Trachemys scripta scripta

Die Gelbwangen-Schmuckschildkröte oder auch Gelbbauch-Schmuckschildkröte ist eine Unterart der Buchstaben-Schmuckschildkröten (Trachemys scripta). Ihren Namen verdankt die Gelbwangen-Schmuckschildkröte dem breiten gelben Streifen direkt hinter ihren Augen.

Steckbrief

Lebensraum
USA

Größe
20 cm Weibchen und 17 cm Männchen

Tragzeit
55 bis 120 Tage (temperaturabhängig)

Nahrung
Hauptsächlich pflanzlich (Wasserpflanzen), wenig fleischlich (Insekten, Würmer)

Gewicht
2 bis 2,5 kg

Lebenserwartung
ca. 30 Jahre

Feinde
Greifvögel

 

 

Wo im Zoo? Tropenhaus

Wasserschildkröte

Bei der Gelbwangen-Schmuckschildkröte handelt es sich um eine Wasserschildkröte. Sie verbringt die meiste Zeit in Gewässern, wobei es sich hierbei in den meisten Fällen um Teiche, manchmal aber auch um langsam fließende Bäche handelt. Hier bedient sie sich auch an der Vielfalt an Wasserpflanzen. Wenn die Schildkröten aus dem Wasser kommen, legen sie sich oft in die Sonne, um sich aufzuwärmen. Ebenfalls bevorzugen die Tiere eine  Wassertemperatur zwischen 20°C und 25 °C.

Viel zu kalt im Winter

Die Gelbwangen-Schmuckschildkröte hält eine Winterstarre. Wird sie in Privathaltung gehalten, bietet es sich an die Schildkröten zum Beispiel im unbeheizten Keller zu überwintern. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass der Übergang zu viel tieferen Temperatur nicht plötzlich, sondern allmählich geschieht. Durch die Winterstarre umgeht die Gelbwangen-Schmuckschildkröte, wie einige Reptilien und Amphibien, das Problem der Kälte und des Futtermangels im Winter. Ungefähr im März, wenn die Temperaturen wieder steigen endet für die Schildkröte die Starre und die Paarungszeit beginnt.

Krallenzittern

Bei den Gelbwangen-Schmuckschildkröten gibt es einen Geschlechtsdimorphismus. Das heißt, dass man Weibchen und Männchen vom Aussehen her eindeutig unterscheiden kann. Das Männchen bei den Gelbwangen-Schmuckschildkröten hat vorne an den Füßen sehr lange Krallen, viel längere als das Weibchen. Hat ein Männchen ein Weibchen gefunden, versucht dieser ihr zu imponieren. Dies geschieht, sowie die Paarung selbst, unter Wasser. Das Männchen stellt sich vor das Weibchen und schaut dieses an. Dann fängt es an mit den Vorderbeinen zu zittern, was durch die langen Krallen noch verstärkt wird. Dies wird als "Krallenzittern" bezeichnet. Ist das Weibchen paarungsbereit bleibt es ruhig liegen.

Überfluss an Schildkröten

Da die Gelbwangen-Schmuckschildkröte ein beliebtes Haustier ist, ist sie auch in Deutschland sehr bekannt und verbreitet. Leider gibt es auch immer wieder Menschen, die ihre Gelbwangen-Schmuckschildkröte in die Wildbahn aussetzen, sodass diese Art sogar schon in Deutschland teilweise nachgewiesen wird. So kommt es zu einer Faunenverfälschung. Auch viele Tierheime und Auffangstationen haben einen großen Anteil an Gelbwangen-Schmuckschildkröten. Die Zucht der Tiere sollte also genau überdacht werden.

Weibchen mögen's kuschlig warm, Männchen eher kühler

Ist ein Weibchen bereit ihre Eier abzulegen, geschieht dies früh morgens oder spät abends bei Dämmerung. Die Eier werden an Land im Boden abgelegt. Hierzu sucht sich das trächtige Weibchen eine sandige Stelle nahe dem Ufer ihres Teichs. Nun fäng es an ein Loch zu graben, in das sie dann neun bis neunzehn Eier legt. Danach verschließt sie das Loch sorgfältig. Im Boden werden die Eier nun gebrütet bis die Jungen schlüpfen. Das Geschlecht der Jungen wird durch die Bodentemperatur während des Brütens bestimmt. Bei etwas kälteren Temperaturen schlüpfen mehr Männchen, bei wärmeren mehr Weibchen. Hierzu reichen auch schon geringe Temperaturunterschiede, um das Geschlecht zu verändern.