Hausmaus

Mus musculus domesticus

Die Hausmaus ist weltweit verbreitet und jeder hat schon einmal von ihr gehört oder auch gesehen. Leider hat sie einen nicht allzu guten Ruf, da sie als Allesfresserin auch nicht vor unseren Lebensmitteln Halt macht und auch zum Teil als Krankheitsüberträger gilt. Jedoch ist sie ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems, da die Hausmaus für viele Tierarten die Lieblingsbeute ist.

Steckbrief

Lebensraum
Steppen, Halbwüsten und menschliche Siedlungen

Größe
Körper: 7 bis 10 cm
Schwanz: 6 bis 10 cm

Tragzeit
20 bis 25 Tage

Nahrung
Allesfresser, vor allem Wirbellose, Samen und Pflanzen

Gewicht
12 bis 39 g

Lebenserwartung
2 bis 3 Jahre

Feinde
(Wild-) Katzen, Ratten, Marder, Eulen, Raubvögel, Füchse, Wiesel und Schlangen

 

 

Wo im Zoo? Mullewapp

Lästig oder nützlich?

Die Hausmaus wird vorwiegend als Schädling wahrgenommen. Obwohl sie Getreideprodukte bevorzugt, gilt sie als Allesfresser. In Supermärkten, Getreidelagern und anderen Lebensmittelbetrieben nagt sie die Nahrungsmittel an und verschmutzt diese dabei. Das Problem hieran ist, dass über den Kot und Urin Bakterien ausgeschieden werden und die Hausmaus somit ein Überträger von vielen Infektionskrankheiten darstellt. Nichtdestotrotz nehmen Mäuse eine wichtige Funtkion in der Natur ein. Sie sind bevorzgte Beutetiere für viele Säugetiere (u.a. Katzen, Steinmarder, Füchse), Vögel (u.a. Eulen und Raubvögel) sowie für Reptilien und Amphibien.

 

Verständigung

Mäuse können ausgesprochen gut hören und riechen. Diese beiden Sinne nutzen sie nicht nur um Fressfeinde frühzeitig wahrzunehmen, sodern auch um miteinander zu kommunizieren. Forscher fanden heraus, dass sich Mäuse auch über Laute verständigen. Einige davon liegen im Ulltraschallbereich und sind daher für den Menschen nicht wahrnehmbar. Wenn beispielsweise ein Männchen um ein Weibchen werben möchte, lässt es mehrere Ulltraschall-Töne in einer individuellen Reihenfolge erklingen. Dies in Kombination mit dem eigenen Geruch sorgt dafür, dass sich die Tiere untereinander erkennen und verhindert, dass sich nah verwandte Tiere miteinander paaren würden.

Einmal um die Welt

Die Hausmaus ist ein wahrer Anpassungskünstler. Wenn es darum geht neue Lebensräume zu erschließen, sind sie im Grunde so erfolgreich wie wir Menschen. Ganz ursprünglich stammt die Hausmaus aus den Steppen Asiens und wurde durch die Entwicklung der Agrarwirtschaft und der Vorratslagerung zum Kulturfolger. Ein Kulturfolger bedeutet, dass sich eine Tierart an die Verbreitung des Menschen angeschlossen hat. Sie gelangten unbemerkt auf Schiffe und Flugzeuge und eroberten so die ganze Welt. Egal wo sich Menschen ansiedeln, dort leben auch die Hausmäuse, denn dort finden sie Unterschlupf und Nahrungsquellen.

Sind alle Hausmäuse gleich?

Tatsächlich gibt es derzeit vier anerkannte Unterarten der Hausmaus:

  • Östliche Hausmaus (Mus musculus musculus)
  • Asiatische Hausmaus (Mus musculus castaneus)
  • Westliche Hausmaus (Mus musculus domesticus)
  • Zwerghausmaus (Mus musculus gentilulus)

Bei uns in Deutschland ist die Westliche Hausmaus die dominate Art.

 

 

Immer der Nase nach

Wildlebende Mäuse sind vorwiegend nachtaktiv. Damit sind sie auch gut beraten, denn ein Vielzahl von Fressfeinde warten nur darauf, sie als Beutetiere zu fangen. In den ursprünglichen Lebensraum, der Steppe ist die Nahrung das ganze Jahr über knapp. Daher sind Mäuse stundenlang unterwegs und legen dabei grosse Strecken zurück, um genügend Futter zu finden. Sie können schnell rennen und sind außerdem geschickte Kletterer. Zur Orientierung legen sie Duftspuren, damit sie im Dunkeln wieder zurück finden und gute Futterstellen erneut aufsuchen können.