Kolbenente

Netta rufina

Die Kolbenente ist eine relativ große Tauchente. Am liebsten mag sie Wasserpflanzen und Armleuchteralgen. Vor allem die Männchen sehen in ihrem Prachtkleid sehr farbenfroh aus. Auch in Deutschland kann man die ein oder andere Kolbenente entdecken.

Steckbrief

Lebensraum
Süß- und Brackwasserseen, Meeresbuchten und Flüsse.

Größe
53 bis 58 cm

Brutzeit
26 bis 28 Tage

Nahrung
Wasserpflanzen, Armleuchteralgen, Wirbellose (Schnecken, Insekten)

Gewicht
830 g bis 1,32 kg

Lebenserwartung
ca. 8 Jahre

Feinde
Raubfische, Füchse, Greifvögel, Marderhund, Waschbär

 

 

Im Zoo vergesellschaftet mit Somali-Wildesel

Prachtkleid im Sommer

Die Kolbenenten haben einen Geschlechtsdimorphismus. Das heißt, dass Männchen und Weibchen unterschiedlich aussehen. Das Männchen hat im Frühling und im Sommer ein Prachtkleid. Somit ist es unverwechselbar und sehr auffällig. Es hat einen knallig roten Schnabel und rote Augen. Zudem ist der Kopf bräunlich-orange gefärbt. Im Winter ist das Federkleid der Männchens schlicht und ähnelt dem der Weibchen sehr. Nur wegen des roten Schnabels kann man die Männchen optisch von den Weibchen unterscheiden. Die Weibchen haben das ganze Jahr über ein unauffälliges bräunlich-weißes Federkleid, um währed der Brut getarnt zu sein.

Kolbenenten am Bodensee

Bei den Kolbenenten handelt es sich um Zugvögel. Sie fliegen aber meist nur relativ kurze Strecken. Ihr Sommerquartier und somit ihr Brutareal, ist hauptsächlich vom Schwarzen Meer und der Osttürkei bis in den Nordwesten Chinas. Zum Winter fliegen sie etwas weiter in den Süden und sind dann im Norden Indiens, im Mittelmeergebiet, im Mittleren Osten und im Südosten Asiens zu finden. Manchmal werden sogar Kolbenente in Mitteleuropa gesichtet, zum Beispiel am Bodensee. In ihrem Winterquartier mausern sich die Vögel, also erneuern ihr Federkleid.

Immer in Wassernähe

Im April oder Mai fangen die Kolbenenten mit der Fortpflanzung und der Brut an. Für den Nestbau werden Äste, Wurzeln und Blätter zusammengetragen. Damit es die Eier und später die Küken weich und warm haben, wird der Boden des Nests mit Daunen ausgepolstert. Gebaut wird ein solches Nest, schön geschützt und getarnt, in dichter Vegetation auf dem Boden. Außerdem ist es nicht weit von der nächsten Wasserquelle entfernt. Ist das Nest fertig, legt das Weibchen acht bis zehn Eier, welche 26 bis 28 Tage gebrütet werden. Nach 45 bis 50 Tagen werden die Küken flügge. Manchmal ist die Kolbenente auch parasitisch und legt ihre Eier in fremde Nester anderer Arten.

Kurztaucher

Am liebsten mag die Kolbenente relativ tiefe, große Seen mit frischem Wasser und vielen Wasserpflanzen. Man zählt die Kolbenente zu den Tauchenten, trotzdem kann sie ihre Luft aber nur ungefähr 30 Sekunden anhalten und dementsprechend auch nur so lange unter Wasser bleiben. An Land bevorzugt sie dichte Vegetation am Uferrand. Weniger oft findet man die Kolbenente in der Nähe von Küsten oder in Flussdeltas und -mündungen.

Balzfüttern

Die Balz der Kolbenentenmännchen geschieht in der Gruppe. Sie beginnt bereits im Winterquartier und wird dann im Brutareal fortgeführt. Besonders ist, dass die Männchen den Weibchen sogar Wasserpflanzen anbieten, um sie zu umwerben. Dies sieht man eher selten bei Enten. Dieses Verhalten wird auch "Balzfüttern" genannt.