Nymphensittich

Nymphicus hollandicus

Der Nymphensittich gehört zu den Kakadus und ist nicht nur in Australien gern gesehen. Oftmals wird er als beliebtes Haustier gehalten. Durch seine Haube auf dem Kopf und den orangenen Flecken an den Wangen ist er gut zu erkennen. Sein aufgewecktes Verhalten und das liebevolle Kraulen des Partners machen ihn regelrecht zu einer Attraktion und es wird nie langweilig beim Beobachten des Tieres.

Steckbrief

Lebensraum
Australien

Größe
33 cm

Brutzeit
20 Tage

Nahrung
Sämereien

Gewicht
80 bis 100 g

Lebenserwartung
bis 15 Jahre in freier Wildbahn, 15 bis 20 Jahre in menschlicher Obhut

Feinde
Schlangen und Greifvögel

 

 

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Nützliche Menschen

Die Nymphensittiche sind Schwarmtiere. Sie leben in Schwärmen mit ungefähr 30 Tieren. Dabei sind sie ständig auf der Suche nach den besten Wasser- und Futterplätzen und legen deshalb auch mal lange Strecken zurück. Meistens bleiben sie jedoch im inneren Teil Australiens. Heute gibt es auch auf Puerto Rico Nymphensittiche, jedoch nur, weil sie dort vom Menschen eingeführt wurden. Generell profitierten diese Vögel vom Menschen, denn in freier Wildbahn konnten sie dadurch Gebiete besiedeln, die sie zuvor nicht besiedeln konnten. Das liegt daran, dass sie dank der Tränken für Nutztiere regelmäßigen Zugang zu frischem Wasser haben.

Haustiere

Nymphensittiche sind äußerst beliebte Haustiere. Sie werden von Hobbyhaltern sehr gerne gezüchtet, weshalb es mittlerweile diverse Farbvarianten des Nymphensittichs gibt. So variiert die Farbe von weiß und gelb bis zimtfarben und sie können auch gescheckt, geperlt oder gesäumt sein. Auch als Zootiere sind Nymphensittiche sehr beliebt, sogar die Zuchtformen werden gezeigt. Mittlerweile halten über 500 Zoos diese Vögel und über die Hälfte dieser Zoos befindet sich im deutschsprachigen Raum.

Nicht gern allein

Bei der Haltung von Nymphensittichen gibt es einiges zu beachten. Wenn sie Vertrauen zu ihrem Besitzer haben, suchen sie gerne den Körperkontakt oder setzen sich auf die Schulter. Bei der Haltung sollte man sich beispielsweise an die Mindestanforderungen für die Voliere halten. Auch sei hier dringend angemerkt, dass Nymphensittiche niemals allein, sondern immer mindestens als Paar gehalten werden sollten. In der Schweizer Tierschutzverordnung (Stand 2019) wird dies ausdrücklich verlangt. Sie leben im Freiland in Schwärmen und brauchen daher dringend Artgenossen für ihr Wohlergehen, ansonsten drohen Verhaltensstörungen, wie das Ausrupfen von Federn.

Treue Partner

Obwohl Nymphensittiche in großen Schwärmen leben und sie somit dauerhaft von einer großen Anzahl an andersgeschlechtlichen Individuen umgeben sind, leben sie monogam. Das bedeutet, dass sie ein Leben lang denselben Partner haben. Gebrütet wird zwischen August und Dezember in einer Baumhöhle, welche sie interessanterweise schwanzvoran betreten. Bevorzugt werden hierbei Bäume, die in der Nähe von Wasser oder direkt im Wasser stehen. Das Weibchen legt drei bis sieben Eier, welche für ca. fünf Wochen von sowohl Weibchen als auch Männchen bebrütet werden. Es dauert etwa 5 Wochen, bis die Jungvögel flügge sind.

Nymphensittich-Sprache

An der Haube des Nymphensittichs kann man oftmals seine Stimmung ablesen. Ist diese nach oben gestellt, ist er interessiert und neugierig. Ist sie nach hinten stark angelegt und der Vogel weicht zurück, hat er Angst. Oftmals steht er auch nur auf einem Bein. Dadurch deutet er Müdigkeit an, da er nämlich auch nur auf einem Bein schläft. Auch können Nymphensittiche Hecheln, falls es ihnen zu warm wird. In solch einem Fall gehen sie auch gerne Baden. Nymphensittiche haben einen sehr schrillen Ruf, der als Warn- oder Rufsignal gedeutet wird. Sind sie zufrieden, geben sie ein leises Zwitschern oder Singen von sich.