Java-Reisfink

Lonchura oryzivora

Der Java-Reisfink ist eindeutig an seinem roten Schnabel und seinem rosa Bauch zu erkennen. Es besteht kein Geschlechtsdimorphismus, das heißt, dass sich Männchen und Weibchen sehr ähnlich sehen.

Außerdem sind Reisfinken mit den Zebrafinken nah verwandt. Beide gehören nämlich zu den Prachtfinken.

Steckbrief

Lebensraum
Grasland, offene Wälder bis zu Kulturland und Gärten

Größe
15 cm

Brutzeit
13 bis 14 Tage

Nahrung
Getreidekörner, Reis, Grassamen, Samen von Blütenpflanzen und Insekten

Gewicht
22,5 bis 27,8 g

Lebenserwartung
7 Jahre

Feinde
Greifvögel, Raubtiere

 

 

Im Zoo vergesellschaftet mit Zebrafink

Vielfalt an Lebensräumen

Wie ihr Name verrät, sind Reisfinken in ihrem ursprünglichen Lebensraum in Südostasien (Java und Bali) sehr oft auf Reisfeldern zu finden. Hinzu wurden sie von den Menschen u.a. auf Sumatra, Malaysia, China und den USA angesiedelt. Sie bewohnen eine Vielfalt von Ökosystemen vom Tieflandregenwald, offenes Grasland, Savannen, Mangroven, Kulturflächen (vor allem Reisfelder) bis hin zu Dörfern und Städte. Bei den Reisfinken handelt es sich um eine "Tieflandart", die hauptsächlich unter 500 m Höhenlage vorkommt. Auf Java sind sie jedoch bis auf 1500 m zu finden.

 

 

 

 

 

Voller Körpereinsatz

Bei der Balz legt sich das Männchen ganz schön ins Zeug und zählt auf einen hohen körperlichen Einsatz. Hierbei hüpft er auf seinem Sitzplatz, bewegt den Kopf und Körper auf und ab, singt laut mit offenem Schnabel. Manchmal sammelt er sogar ein Ästchen ein und hält dieses bei der Balz im Schnabel oder legt es vor dem Weibchen ab. Das Nest der Reisfinken besteht aus einer unförmigen Masse, welche aus Gras und Palmblättern besteht und in Baumhöhlen oder in Gebäuden platziert wird. Das Weibchen legt vier bis sieben Eier, welche dann gebrütet werden. Gebrütet wird öfters auch in lockeren Kolonien und dann gehen sie dementsprechend auch gemeinsam auf Futtersuche, sodass oftmals ganze Schwärme an Reisfinken auf Reisfeldern gesichtet werden können.

Männliche Stimmwunder

Sehr interessant an den Reisfinken ist auch ihr Gesang. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass nur die Männchen singen! Dies ist somit auch eine gute Methode, die Geschlechter der Vögel zu bestimmen. Reisfinken haben eine große Auswahl an verschiedenen Tönen, welche sie auch nicht scheuen zu benutzen. So haben sie ein leises Zirpen, welches sich wie "tup, t-luk" oder "ch-luk" anhört und ein lauteres "tak". Zusätzlich haben die Männchen auch noch einen komplexen Gesag, welcher mit einem pfeifen "weeee" endet. Es wurde auch beobachtet, dass die Reisfinken, wenn sie im Nest bzw. in der Nähe dieses sind, einen miauenden Laut von sich geben, wie es auch manche andere Arten der Prachtfinken tun.

Leuzistische Form

Die Wildform des Reisfinken hat einen Roten Schnabel, einen schwarzen und weißen Kopf, einen grauen Rücken und eine ebenfalls graue Brust, einen rosa Bauch und einen schwarzen Schwanz. Bereits vor mehreren Jahrhunderten wurde in China und Japan jedoch eine leuzistische Form gezüchtet. Leuzismus bedeutet, dass das Tier vollkommen weiß ist und eine rosa Haut besitzt. Dies ist der Fall, da die Haut keine farbstoffbildende Zellen mehr enthält.

Gefährdete Vogelart

Der Java-Reisfink auf der Roten Liste der IUCN als "gefährdet" aufgelistet. In seinem natürlichen Ursprungsgebiet gibt es vermutlich nur noch zwischen 1.000 und 2.500 erwachsene Individuen (Stand: 2020, IUCN). Wie in fast allen Fällen, ist auch hier der Mensch maßgeblich beteiligt, da er die Vögel zum Verkauf oder als Nahrungsressource einfängt. Auch aufgrund seiner Vorliebe für Reiskörner wurde der Reisfink als Schädling verstärkt bejagt. Durch den Einsatz von Pestiziden und die Konkurrenz durch den Feldsperling gingen die Individuenzahlen ebenfalls zurück.