Stachelschwanzwaran

Varanus acanthurus

Warane sind faszinierende Echsen. Es gibt über 70 verschiedene Arten. Von der größten Art, den Komodowaran (Varanus komodoensis) mit über 3 m Länge und ca. 70 kg bis hin zur kleinsten Art, den Kurzschwanzwaran (V. brevicauda) mit 23 cm und 17 g, ist die Familie der Warane sehr divers. Im Erlebnis-Zoo Hannover lebt der Stachelschwanzwaran (V. acanthurus), der aus Australien stammt und trockene, felsige Lebensräume bewohnt. Die wie urzeitliche Drachen aussehenden Tiere sind im Tropenhaus zu sehen.

Steckbrief

Lebensraum                                                                                       Trockengebieten, offenes Buschland und steinigen Halbwüsten

Größe
bis 25 cm (Kopf-Rumpf-Länge)

60 bis 70 cm (Gesamtlänge)

Brutzeit
90 bis 169 Tage

Nahrung
Insekten, Spinnen und kleine Reptilien

Gewicht
bis 300 g

Lebenserwartung
bis 15 Jahre (in menschlicher Obhut)

Feinde
Schlangen, Greifvögel und größere Echsen

 

 

Im Zoo Vergesellschaftet mit Dornschwanzagame

Wo ist der Stachel?

Stachelschwanzwarane haben eine dunkelbraune Färbung und zeigen helle Flecken an der Körperoberseite. Schaut man genauer hin, werden die hellen Flecken ab und an von dunklere Schuppen umrandet, den sog. "Augenflecken". Der Bauch ist weiß bis gelblich gefärbt. Der Kopf ist braun gefärbt mit unterschiedlich großen und gelben Flecken. Der Schwanz hingegen ist braun-gelb und verfügt über Fortsätze mit einer stachligen Beschuppung, die namensgebend für den Stachelschwanzwaran ist.

Lauerjäger

Der Stachelschwanzwaran ist ein Einzelgänger und überwiegend bodenbewohnend. Wobei er auch gut klettern kann. Diese Warane verstecken sich nachts und teilweise auch am Tag in Felsspalten oder unter Felsen. Der Stachelschwanzwaran hat im Vergleich zu anderen Waranarten eine geringere Aktivität und Stoffwechselrate. Er lauert seiner Beute auf und wartet geduldig bis seine Beute (z.B eine Heuschrecke) in seine Nähe kommt. Er geht also eher selten aktiv auf Jagd.

Felsen als Lebensretter

Stachelschwanzwarane bewohnen Trockengebieten, offenes Buschland sowie steinigen Halbwüsten in Australien. Sie legen großen Wert darauf, dass Felsen in ihrem Lebensraum vorhanden sind. Diese sind überaus wichtig als Sonnenplatz oder zum Schutz. Sobald ein Fressfeind sie aus einem Felsspalt ziehen will, verteidigen sich die Warane mit ihrem stacheligen Schwanz. Diese Verteidigung ist recht erfolgreich gegen Schlangen, Greifvögel und größere Warane.

Lernfähige Genießer

Warane sind durchaus "intelligent", lernfähig und interagieren auch mit den Menschen. Manche größere Waranarten setzen sich vor den Pflegern hin, schließen die Augen und heben den Kopf, um sich am Hals kratzen oder mit dem Schlauch abspritzen zu lassen. Das sieht natürlich nach "zahmem" Verhalten aus, funktioniert aber nur, solange kein Futter in der Nähe ist.

Stabile Population

Stachelschwanzwarane sind in Australien noch sehr häufig und ihre Population ist stabil. Sie werden daher auf der Roten Liste als "nicht gefährdet" eingestuft (Stand: 2020). Allerdings ist der internationale Handel dieser Art nach CITES Anhang II geregelt. Die Tiere müssen bei der zuständigen Behörde gemeldet sein.