Von-der-Decken-Toko

Tockus deckeni

Tokos gehören zu den sogenannten Nashorn- oder Hornvögeln. Als solche zählen sie zu den Charaktervögeln der afrikanischen Savanne und werden auch gerne in Zoos gezeigt. Hierbei ist der Von-der-Decken-Toko, der seinen Namen zu Ehren des deutschen Afrikaforschers Karl Klaus von der Decken erhalten hat, häufig in Zoos zu sehen. Im Erlebnis Zoo Hannover kann zur Zeit ein Pärchen im Tropenhaus bestaunt werden.

Fotos: Bettina Zeller

Steckbrief

Lebensraum
Offene Savannen und Graslandschaften in Ostafrika

Größe
Bis zu 35cm groß

Brutzeit
circa 30 Tage

Nahrung
Früchte, Samen, Knospen, Wirbellose, Echsen & Mäuse

Gewicht
120 - 212 g, Männchen werden größer

Lebenserwartung
Bis zu 20 Jahre in menschlicher Obhut

Feinde
Mensch, Affen und Schlangen als häufige Nesträuber

 

 

Im Zoo vergesellschaftet mit Gebirgslori

Nachbarschaftshilfe

Von-der-Decken Tokos leben häufig in einer Symbiose mit Zwergmangusten. Während sich die Vögel hauptsächlich in Bäumen aufhalten und am Boden eher einen ungeschickten Eindruck machen, leben und jagen Zwergmangusten auf dem Boden. Dabei suchen sie z.B. nach Insekten, die bei der Jagd aufgeschreckt werden. Wenn dies geschieht schlägt die Stunde des Tokos: er hält sich in der Nähe der Zwergmangusten auf, um einige der auffliegenden Insekten abzugreifen. Als Gegenleistung warnt der Toko mittels Rufen aus der Luft vor Feinden, woraufhin die Zwergmangusten schnell die Flucht ergreifen. Eine gut funktionierende Nachbarschaft eben.

Eingemauert

Das Brutpflegeverhalten der Nashornvögel ist in der Vogelwelt einmalig. Diese Vögel bauen ihre Nester in natürlichen Baumhöhlen, verlassenen Spechthöhlen oder Felsspalten, wo die Weibchen 2-4 Eier ablegen. Während das Weibchen die Eier bebrütet wird es vom Männchen fast gänzlich "eingemauert". Lediglich ein kleines Verbindungsloch wird frei gelassen, durch welches das Männchen sein Weibchen mit Nahrung versorgen kann. Selbst nach dem Schlupf der Jungvögel verweilt die Mutter noch in der Höhle bis der Nachwuchs flügge wird. Dann muss der Vater umso mehr Futter heranschaffen, um seine Familie zu versorgen.

Lehmhütte

Die Mutter und die Eier bzw. später die Jungvögel sind in ihrer "eingemauerten" Höhle sehr gut geschützt. Verschlossen wird das Ganze durch eine Mischung aus Lehm, Mist und Fruchtbrei. Damit die Höhle mit der Zeit nicht zu sehr verdreckt, wird der Kot durch die kleine Öffnung im Lehm herausgeschleudert. Wird die Höhle irgendwann zu eng bevor die Jungvögel flügge sind, bricht die Mutter die Lehmwand auf, klettert heraus und verschließt die Höhle sofort wieder. Dabei helfen sogar die Jungen von innen mit. Nun können beide Eltern ihren Nachwuchs durch das kleine Loch füttern.

 

Hingucker

Tokos zählen zu den etwas kleineren Nashornvögeln. Wie alle Nashornvögel haben sie einen langen, meist dicken und mehr oder weniger stark gebogenen Schnabel. Anders als viele andere Nashornvögel besitzen sie jedoch nicht den wuchtigen Aufsatz, der auch als Horn bezeichnet wird und aus leichtem Horngewebe besteht. Die Schnäbel der Von-der-Decken Tokos sind dennoch definitiv ein Hingucker. Bei den Weibchen ist er schwarz und bei den Männchen rot und cremefarben. Der lange Schnabel hat den Vorteil, dass sie Früchte von sehr dünnen Ästen aus etwas Entfernung erreichen können. Außerdem weichen sie ihre Nahrung gerne im Schnabel auf, bevor sie sie schlucken.