IUCN – Weltnaturschutzunion

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) ist die älteste und größte global aktive Naturschutzorganisation. Seit 1948 (gegründet als IUPN - International Union for the Protection of Nature) holt die Weltnaturschutzunion Regierungen und Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftler, Unternehmen und Gemeinschaften an einen Tisch um die richtigen Entscheidungen für Mensch und Natur zu treffen.

Die sensible Balance zwischen verantwortungsbewusstem Umgang mit natürlichen Ressourcen und der Erhaltung biologischer Diversität stehen im Fokus des globalen IUCN-Netzwerkes.

  • Wissenschaft: 11.000 Experten arbeiten daran Forschungsergebnisse für die Naturschutzarbeit verfügbar zu machen.
  • Aktion: Hunderte Naturschutzprojekte in aller Welt fördern den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen, die Erhaltung biologischer Vielfalt und den Schutz von Lebensräumen.
  • Einfluss: Die vereinte Stärke von über 1200 Mitgliederorganisationen ermöglichen Einflussnahme auf internationale Konventionen, Politik und Gesetzgebung.


Together. Let´s stand up for nature to create a better future for all of us.

Lasst uns zusammen für die Natur eintreten, um eine bessere Zukunft für uns alle zu schaffen.

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IUCN 

Die Rote Liste der IUCN

Die Rote Liste der IUCN (The IUCN Red List Of Threatened Species) ist die weltweit umfassendste Dokumentation gefährdeter Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Fast 80.000 Arten wurden bereits einem objektiven, wissenschaftlichen Beurteilungsprozess unterzogen, um ihren Bedrohungsstatus anschaulich und vergleichbar darzustellen. Die Einstufung in eine von acht Kategorien basiert auf der Betrachtung von Entwicklung, Größe, Struktur und geografischer Verbreitung von Populationen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Als bedrohte Arten werden solche bezeichnet, die sich in den Kategorien "Vom Aussterben bedroht", "Stark gefährdet" oder "Gefährdet" wiederfinden. Von den knapp 80.000 erfassten Arten betrifft dies 30%!

Obwohl von 1,9 Millionen wissenschaftlich beschriebenen, und sicher weit mehr tatsächlich existierenden, Tier- und Pflanzenarten bisher nur ein Bruchteil in das System der Roten Liste eingestuft werden konnte, zeichnen sich bereits heute alarmierende Entwicklungen in den verschiedenen Tiergruppen ab.

  • 13% aller Vogelarten sind bedroht.
  • 26% aller Säugetierarten sind bedroht.
  • 33% aller Riff bildenden Korallenarten sind bedroht.
  • 42% aller Amphibienarten sind bedroht.
  • Etc.

Die Rote Liste soll nicht nur Alarmsignal sein. Sie ist ebenso Informationsquelle für politische Entscheidungsträger, wie Leitfaden für wissenschaftliche Forschung und aktive Naturschutzarbeit. Die IUCN arbeitet mit Hochdruck und der Hilfe zahlreicher Unterstützer daran, diese Datenbank des Lebens weiter auszubauen und hat sich die wissenschaftlich fundierte Einstufung von 160.000 Arten in der Roten Liste als Ziel gesetzt.

Gefährdungskategorien der Roten Liste der IUCN

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Rote Liste der IUCN 

Gefahr durch den Menschen

Laut der Roten Liste der IUCN gelten rund ein Drittel der bisher erfassten Tier- und Pflanzenarten als bedroht! Viele weitere Arten müssen noch auf ihren Bedrohungsstatus hin untersucht werden. Andere müssen in den
tropischen Regenwäldern oder den tiefen Ozeanen dieser Erde überhaupt erst entdeckt werden. Wieder andere werden für immer von unserem Planeten verschwinden, bevor sie je ein Mensch gesehen hat…

Die Forschung in diesem Bereich der Biodiversität oder biologischen Vielfalt
gleicht also einem Wettlauf gegen die Zeit. Die Gründe für das Aussterben von
Arten können vielfältig sein: Während etwa das Verschwinden der Dinosaurier
vermutlich durch einen gewaltigen Meteoriteneinschlag und den dadurch
verursachten Klimawechsel hervorgerufen wurde, starben weitere Tierarten im
Laufe der Erdgeschichte immer wieder auf natürliche Weise aus.

Die Natur regulierte sich seit Jahrmillionen eigentlich selbst und wird erst jetzt
durch den Menschen, der eine wirklich unberechenbare Gefahr für die Pflanzen und Tiere auf unserer Erde geworden ist, in ihrem Gleichgewicht bedroht. Wurden zunächst Tiere nur zur Nahrungsbeschaffung gejagt, waren bald Felle und Trophäen wie Stoßzähne und Hörner Grund für das Töten. Doch auch das Abholzen der Regenwälder oder ein stetig wachsender Schadstoffausstoß machen es der Natur nicht eben einfach.

Die Folge: Wissenschaftler schätzen, dass täglich bis zu 130 Tier- und Pflanzenarten aussterben und somit für immer von unserem blauen Planeten verschwinden. Längst haben es sich darum Tierparks, Forscher und Organisationen, die sich der Wissenschaft und dem Artenschutz verschrieben haben, zur Aufgabe gemacht, einzelne Tierarten zu retten – sei es durch Jagdverbote oder das rigorose Vorgehen gegen Wilderer auf der einen und Umweltsünder auf der anderen Seite. Auch wenn es leider nicht gelingen wird, sämtliche Arten zu erhalten, so ist die Natur mehr denn je ein schützenswertes Gut, das für spätere Generationen unbedingt bewahrt werden muss!

Sahara Conservation Fund: Addax und Nordafrikanischer Rothalsstrauß

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Sahara Conservation Fund 

Seit vielen Jahren erhält der Sahara Conservation Fund (SCF) finanzielle sowie tatkräftige Unterstützung durch den Erlebnis-Zoo Hannover. Das Ziel der Organisation ist es die Tiere und den Lebensraum der Sahara und dem angrenzenden Sahel zu schützen und erhalten.

Zwei Tierarten stehen dabei im Fokus: die elegante Mendesantilope (Addax) und der beeindruckende Nordafrikanische Rothalsstrauß. Beide Arten sind aufgrund von Lebensraumverlust und Wilderei im Großteil ihres ehemaligen Verbreitungsgebietes verschwunden und gelten als vom Aussterben bedroht.

Addax: Aus den Zoos nach Marokko und Tunesien

Zu Zeiten der Pharaonen waren die Addax in den Steppenregionen Nordafrikas noch weit verbreitet, doch Jahrhunderte später wurden sie zu einer begehrten Jagdbeute. In den meisten nordafrikanischen Ländern wurde diese Antilopenart völlig ausgerottet.

Als 1998 die UNO auf die besorgniserregende Situation der Wüstenantilopen aufmerksam wurde und die Addax unter Schutz stellen wollte, war man froh auf die Reserven der zoologischen Gärten zurückgreifen zu können. In den Zoos der Welt konnten sich die Addax-Antilopen während der letzten 35 Jahre wieder auf fast 2.000 Tiere vermehren. Der Erlebnis-Zoo Hannover koordinierte und betreute die Auswilderung von rund 100 im Zoo nachgezüchteter Tiere in den Nationalparks Souss Massa (Marokko) und Bou Hedma (Tunesien); einige auch aus dem Erlebnis-Zoo Hannover, zuletzt im Jahr 2007. Doch vor allem aufgrund der politisch schwierigen  Situation sinken die Zahlen wieder, heute leben nur noch wenige, wahrscheinlich unter 100 Tiere in freier Wildbahn.

Nordafrikanischer Rothalsstrauß: Aus Marokko in die Zoos

Aktuell belaufen sich die Bestandszahlen des Nordafrikanischen
Rothalsstraußes im Freiland auf höchstens 1000 Tiere. Im Jahr 2011 wurden daher Bruteier aus einem marokkanischen Nationalpark entnommen, wo
diese Straußenunterart in den 1990er Jahren wieder angesiedelt wurde. Die nun erfolgreiche Aufzucht und Nachzucht im Erlebnis-Zoo Hannover dient dem Aufbau einer europäischen Zoopopulation.

Sowohl die Addax als auch die Nordafrikanischen Rothalsstrauße im Erlebnis-
Zoo Hannover sind Botschafter für ihre Artgenossen im Freiland und weisen
auf deren Bedrohungsstatus hin. Für beide Tierarten führt der Erlebnis-Zoo Hannover das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Gemeinsam mit dem SCF setzt sich der Erlebnis-Zoo für den Erhalt dieser beiden Tierarten im Freiland ein.

Polar Bears International: Eisbär

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Polar Bears International 

Seit 2006 steht der Eisbär als „gefährdet“ auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. Grund für das drastische Verschwinden des Eisbären ist die globale Erwärmung. Der Lebensraum schmilzt den weißen Riesen buchstäblich unter den Pfoten weg. Durch die steigenden Temperaturen gefriert das Packeis immer später und taut immer früher wieder auf. Doch nur dort können die Eisbären Jagd auf Robben – ihre wichtigste Nahrungsquelle – machen. Die großen Raubtiere müssen daher längere Wanderungen unternehmen und weitere Strecken schwimmen, immer auf der Suche nach Nahrung. Der Bestand in der Arktis ist bereits auf rund 26.000 Eisbären gesunken.

Eisige Mission

Wie der Rückgang des Meer-Eises die dort lebenden Eisbären beeinflusst, wird von der kanadischen Natur- und Artenschutzorganisation Polar Bears International (PBI) in der Hudson Bay untersucht. Im Freilandprojekt Bear Tracker werden ausgewählte, wild lebende Eisbärinnen mit einem Sendehalsband ausgestattet. So können die Routen der Tiere per Satellit verfolgt werden, um herauszufinden, in welchen Regionen die Eisbären bevorzugt leben, wie weite Strecken sie laufen und schwimmen, oder wo sie ihre Jungen aufziehen. Auf der Basis dieser gesammelten Daten sollen dann geeignete Schutzzonen für die weißen Bären errichtet werden.

Eisbärin X37180

Der Erlebnis-Zoo Hannover finanziert seit 2008 Sendehalsbänder für dieses besondere Projekt. Die verwendeten Sendehalsbänder sind langjährig erprobt und bestehen aus einem flexiblen Material, welches zum einen die Eisbären auch bei Wasser und Kälte nicht stört und zum anderen zuverlässig die Daten per Satellit übermittelt.

Im Herbst 2015 wurde im Süden der Hudson Bay mit finanzieller Unterstützung des Erlebnis-Zoo Hannover eine neue Eisbärin besendert. Die bei Besenderung 214 kg schwere Eisbärin X37180 hat zwei Jungtiere aus dem letzten Jahr bei sich und kann online auf ihrer Wanderroute verfolgt werden. Das Ziel des Projektes ist es, mehr über die Wanderrouten und das Verhalten der Eisbären zu erfahren um die Tiere und ihren Lebensraum besser schützen zu können.

Folgen Sie unserer Eisbärin X37180 auf ihrer Wanderroute 

Rettet den Drill

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Rettet den Drill 

Nur noch weniger als 3000 Drills leben in den artenreichen, tropischen Regenwäldern Westafrikas und sind bedroht durch Wilderei und Lebensraumverlust. Der Drill gehört zu den am stärksten bedrohten Affenarten Afrikas und sein Verbreitungsgebiet in Kamerun, Nigeria und der Insel Bioko umfasst weniger als 30.000 km². Auch hier unterstützt der Erlebnis-Zoo Hannover eine Artenschutzorganisation beim Erhalt einer seltenen Tierart.

Ein vielseitiges Projekt

Der Verein Rettet den Drill hat seine Wurzeln in Hannover und fördert gemeinsam mit der amerikanischen Organisation Pandrillus den Erhalt des Drills in seinem natürlichen Lebensraum. Durch die vereinte Arbeit werden ehemalige Wilderer zu Drill-Schützern und Rangern, Kinder lernen in Umweltbildungsprojekten die Bedeutung des Waldes kennen, verletzte und verwaiste Drills werden in Auffangstationen versorgt und später wieder ausgewildert. Eine wichtige Rolle spielen dabei das Limbe Wildlife Center in Kamerun sowie das Afi Mountain Reservat in Nigeria. Mit der Eröffnung der neuen Themenwelt Afi Mountain im Sommer 2017 erhalten die hannoverschen Drills eine große und zeitgemäße Anlage mit anschaulichen Informationen zum Projekt Rettet den Drill.

Biodiversity and Elephant Conservation Trust: Asiatischer Elefant

Der Erlebnis-Zoo Hannover ist sehr erfolgreich bei der Zucht von Asiatischen Elefanten und setzt sich zudem auch für den Erhalt in ihrem natürlichen Lebensraum ein. Die Natur- und Artenschutzorganisation Biodiversity and Elephant Conservation (BECT) ist auf Sri Lanka tätig, wo es immer wieder zu Konflikten zwischen Elefanten und Menschen kommt. Die frühe Förderung von Umweltbewusstsein zum Schutz der wilden Elefanten ist daher besonders wichtig. BECT organisiert in den betroffenen Gebieten ein Umweltbildungsprogramm, damit Schulkinder mehr über die Biologie und Ökologie von Elefanten erfahren, verstehen warum es zu Konflikten zwischen Elefanten und Menschen kommt und wie die Elefanten besser geschützt werden können.

Artenschutz zum Anfassen

Der Erlebnis-Zoo Hannover unterstützt dieses Projekt und stellt es gemeinsam mit spannenden Informationen über Asiatische Elefanten, ihren Lebensraum sowie die Gründe für ihre Bedrohung in der interaktiven Elefanten-Ranger-Station im Dschungelpalast vor. Die Kooperation und viele weitere spannenden Informationen über Asiatische Elefanten werden in der Ausstellung auf unvergessliche Art vorgestellt – zum Mitmachen, Reinhören und Erleben.