Alpaka

Lama pacos / Vicugna pacos

Alpakas sind domestizierte Neuweltkamele, die in den Anden als Lastentiere und Wolllieferanten gehalten werden. Ursprünglich wurden sie nur im heutigen Peru, Bolivien und Chile gehalten, heutzutage findet man sie aber weltweit.

Steckbrief

Herkunft
südamerikanisches Hochland

Größe
bis zu 100 cm Rückenhöhe

Tragzeit
380 - 403 Tage

Nahrung
Gräser, Blätter, Blüten, Kräuter

Gewicht
55 - 65 kg

Lebenserwartung
15 bis 20 Jahre

Feinde
Pumas und Schakale

 

 

Im Zoo vergesellschaftet mit Wasserschwein

Tolle Wolle

Alpakas werden in Südamerika als Wolllieferanten gehalten und gezüchtet. Auch heute noch ist die feine Wolle der Alpakas begehrter als die grobe Mischwolle der Lamas. Das liegt unter anderem daran, dass Alpakas in höheren und damit kälteren Regionen der Anden leben und eine bessere Isolierung durch ihr Fell entwickelt haben. Ihr Fell ist länger und die Unterwolle viel dichter und feiner als das der Lamas.

Bergsteiger

Südamerikanischen Kamele, auch Neuweltkamele genannt, sind besonders gut an das Leben in luftigen Höhen in den Bergen angepasst. Herz und Kreislauf kommen gut mit der sauerstoffarmen Luft zurecht. Das Herz ist im Verhältnis zum Körper relativ groß, so kann es genügend Blut durch den Körper pumpen. Außerdem haben sie mehr und speziell angepasste rote Blutkörperchen, die den Sauerstoff viel effizienter transportieren können. Die südamerikanischen Neuweltkamele müssen im Gegensatz zu ihren afrikanischen und asiatischen Verwandten - den Altweltkamelen - regelmäßig trinken. Ein weiterer Unterschied ist offensichtlich: Neuweltkamele wie Alpaka, Lama, Vikunja und Guanako haben keine Höcker auf dem Rücken.

Bunt gemischt

In Südamerika halten sich viele Familien kleine Herden von Alpakas oder Lamas als Nutztiere. Sie dienen als Woll- und Fleischlieferanten. Riesige Herden mit mehreren hundert Tieren werden von großen Firmen zur Wollproduktion gehalten. Dabei machen Tiere mit weißem Fell einen Großteil der Herde aus, denn ihr Fell lässt sich am leichtesten einfärben und weiterverarbeiten. Die natürlichen Farbvariationen im Fell der Alpakas gehen von weiß über grau zu schwarz und decken oft auch sämtliche Brauntöne ab.

Die wilde Verwandtschaft

Es gibt vier verschiedene Neuweltkamele: Die Haustierformen sind das Lama und das Alpaka und die Wildformen sind das Vikunja und das Guanako. Vor vielen Jahrhunderten begannen die Urvölker Südamerikas mit der Domestikation. Aus dem Guanako entstanden mit der Zeit die heutigen Lamas. Lange vermutete man, dass auch das Alpaka vom Guanako abstammt, nach neueren genetischen Untersuchungen geht das Alpaka jedoch auf das Vikunja zurück. Alpakas und Lamas lassen sich übrigens untereinander kreuzen, ein solches Tier nennt man dann Huarizo.

Gut gespuckt

Wie alle Neuweltkamele können auch Alpakas spucken. Dies dient in erster Linie um die Rangordnung innerhalb der Herde festzulegen. Allerdings kann es auch vorkommen, dass Menschen angespuckt werden. Meist aber nur dann, wenn sich die Tiere bedroht fühlen oder ihnen die Situation unangenehm ist. In der Regel sind Alpakas sehr umgängliche und zahme Tiere, sie werden sogar als Therapietiere für Kinder und mit Menschen mit Behinderungen eingesetzt.