Altdeutsches schwarzbuntes Niederungsrind

Bos taurus forma domestica

Das Altdeutsche Schwarzbunte Niederungsrind auf Meyers Hof sieht dem Holstein Rind ähnlich, der in Deutschland am häufigsten eingesetzten Rasse in der Milchproduktion. Doch das Altdeutsche Schwarzbunte Niederrungsrind steht als "gefährdet" auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen!

Steckbrief

Herkunft
Europa

Größe
150 cm hoch
 

Tragzeit
280 Tage

Nahrung
Gras, Heu

Gewicht
500 bis 650 kg (Kühe) bzw.
1000 bis 1150 kg (Bulle)

Lebenserwartung
bis 35 Jahre in menschlicher Obhut

Kuhparadies

In Indien sind Rinder heilig und dürfen nicht geschlachtet werden. Sie laufen dort frei herum und legen sich auch gerne Mal mitten auf der Straße schlafen. Niemand darf das Rind stören und der ganze Verkehr fließt erst weiter, wenn das Rind selbst entscheidet wieder aufzustehen. Dieser Kult geht auf den hinduistischen Gott Krishna zurück, der in seiner Jugend Rinder gehalten und sie gegessen hat. Die Kuh symbolisiert somit die Mutter allen Lebens, da sie den Gott ernährt hat.

Kau-Technik

Rinder haben eine sehr bewegliche Zunge, mit der sie das Gras abzupfen. Dazu strecken sie die Zunge seitlich aus dem Maul, umschlingen mit ihr einen Pflanzenbüschel und ziehen ihn ins Maul. Im Maul angekommen warten dann - nicht wie bei Pferden größe Mahlzähne im Ober und Unterkiefer - sondern eine Hornplatte am Gaumen und nur acht Zähne im Unterkiefer. Das Gras wird mit den Zähnen an der Hornplatte zerrieben und geschluckt.

Vier Mägen

Rinder sind Wiederkäuer, dafür besitzen sie vier Mägen. In Pansen, Netzmagen, Blättermagen und schließlich Labmagen durchläuft die Nahrung ihre Verdauungsstationen. Während wir Menschen unser Essen kauen und hinunterschlucken, kauen Kühe ihre Nahrung mehrmals wieder. Das passiert meist im Liegen. Der Mageninhalt gelangt dann durch Muskelbewegungen der Speiseröhre zurück in die Maulhöhle - und wird nochmals gekaut und verdaut. Innerhalb eines Tages kauen Kühe 10 bis 15 mal wieder, was ungefähr 30 Minuten pro Mahlzeit braucht. Wenn die Nahrung im Labmagen angekommen ist, wandert sie danach endgültig in den Darm und wird dann ausgeschieden.

Haus- und Nutztiere

Rinder wurden schon in der Frühzeit domestiziert und dienen dem Menschen seither als Haus- und Nutztier. Ihr Dung lässt Felder sprießen, ihre Kraft zog schwere Geräte, sie liefern Milch und Fleisch und es wurden Werkzeuge aus ihren Knochen und Hörnern hergestellt. Heutzutage, in der modernen Gesellschaft, werden Rinder zu Höchstleistungen gezüchtet und sollen - je nach Rasse - maximale Mengen an Milch oder Fleisch liefern.

Echte Raritäten

Mit dem Altdeutschen Schwarzbunten Niederrungsrind und dem Harzer Rotvieh zeigt der Erlebnis-Zoo Hannover echte Raritäten. Diese alten Rasse sind zwar robust und vielseitig, können aber in der modernen Viehwirtschaft mit spezialisierten Hochleistungsrassen nicht mehr mithalten. Aufgrund der nicht vorhandenen Wirtschaftlichkeit, im Vergleich zu den modernen Zuchtformen, gelten diese Rassen daher als gefährdet.