Streifenköpfige Bartagame

Pogona vitticeps

Die Streifenköpfige Bartagame ist eine der größeren Arten der australischen Agamen. Ihren Namen verdankt sie einem dunklen, hell abgesetzten Streifen, der auf beiden Seiten vom Auge zum Trommelfell führt.

Steckbrief

Lebensraum
Halbwüstengebiete und Savannen Ostaustraliens

Größe
bis zu 60 cm Gesamtlänge

Brutdauer
50 bis 80 Tage

Nahrung
Insekten, kleinere Wirbeltiere, Samen und Pflanzenteile

Gewicht
200 bis 500 g

Lebenserwartung
5 bis 8 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 15 Jahre in menschlicher Obhut

Feinde
Schlangen, Raubvögel, Warane, Füchse, Menschen (durch Verkehrsunfälle mit den Tieren)

 

 

Wo im Zoo? Biologiezimmer

Ein Spiel: Sonne vs. Schatten

Bartagamen besitzen einen täglichen Aktivitätszyklus, der sich nur mit den verschieden Jahreszeiten ändert. Im Sommer sonnen sich die Tiere in den frühen Morgenstunden außerhalb ihrer Erdhöhlen. Wenn sie ausreichend aufgewärmt sind, begeben sie sich auf die Suche nach Nahrung, Gattungspartnern oder neuen Revieren. Durch einen ständigen Wechsel zwischen Schatten und Sonne, behalten Bartagamen ihre bevorzugte Temperatur. Zur Mittagszeit flüchten die Tiere dann vor der heißen Sonne in Erdhöhlen. Erst am Nachmittag kommen sie wieder heraus und sind dann besonders aktiv. Wenn sich zur Nacht hin der Boden und die Luft zu sehr abkühlt, verschwinden sie wieder unter die Erdoberfläche.

Herzrasen

Eine Besonderheit, die die Bartagame mit einigen weiteren Echsenarten teilt, ist die Veränderung ihres Blutkreislaufes zur Regulation ihrer Körpertemperatur. Beim Aufwärmen erhöhen sie ihre Herzfrequenz, also ihren Herzschlag pro Minute, beim Abkühlen senken sie die Herzfrequenz. Dies ist insofern praktisch, da beim Sonnen zuerst die oberflächlichen Blutgefäße sich erwärmen. Je schneller das warme Blut durch den Körper zirkuliert, desto schneller ist auch die bevorzugte Körpertemperatur erreicht. Noch wichtiger ist aber der entgegengesetzte Vorgang: das Verringern der Herzfrequenz, um ein Auskühlen des Tieres herauszuzögern.

 

Ganz schön stachelig!

Der stachelige "Bart" des Reptils prägte dessen Name: "Bartagame". Es ist ein Gebilde, was im Ruhezustand um den Hals nach hinten gefaltet ist. Bei Gefahr kann die Bartagame ihre Stacheln aufrichten, in dem sie die Kehle nach unten aufbläht. Beim Schlüpfen von Jungtieren aus ihren Eiern ist dieser nur schwach ausgeprägt, vergrößert sich dann aber später sehr schnell. Bei der Streifenköpfigen Bartagame sind die seitlich sitzenden Stachel allerdings weich und gummiartig.

Männchen oder Weibchen?

Durch eine Bewegung ihres Zungenbeines, können die Tiere kontrolliert den Bart präsentieren oder anlegen. Der Körperanhang der Bartagamen dient auch sozialen Verhaltensweisen untereinander, wie zum Beispiel beim Erkennen des Geschlechtes eines anderen Tieres, oder dessen Artzugehörigkeit. Der "Bart" ist hauptsächlich bei den Männchen stark ausgeprägt, eher weniger bei den weiblichen Tieren.

 

Auf sich allein gestellt

Das Weibchen legt einige Wochen nach der Paarung ihre Eier in den Sand ab und vergräbt sie mehrere Zentimeter tief. Die Bartagame betreibt keine Brutpflege. Nach etwa drei Monaten schlüpfen die Jungtiere und sind dann auch auf sich selbst gestellt.

Gefährdungsstatus

Die Streifenköpfige Bartagame ist in der -  für Agamen dringend revisionsbedürftigen - Roten Liste der IUCN aktuell nicht aufgeführt.

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