Brazza-Meerkatze

Cercopithecus neglectus

Mit ihrer auffälligen orangefarbenen Stirnpartie und dem weißen Bart gehören die Brazza-Meerkatzen vielleicht zu den schönsten Affenarten Zentralafrikas. Sie sind häufig in der Nähe von Flüssen zu finden und können - für Affen eher unüblich - sehr gut schwimmen.

Steckbrief

Lebensraum
Tropischer Regenwald Zentralafrikas

Größe
44 cm (Weibchen) bis 54 cm (Männchen) Sitzhöhe

Tragzeit
168 bis 187 Tage

Nahrung
Früchte, Blätter, Insekten

Gewicht
3,5 (Weibchen) bis 5,5 kg (Männchen)

Lebenserwartung
bis 22 Jahre in menschlicher Obhut

Feinde
Greifvogel, Leopard, Wilderer

 

 

Im Zoo vergesellschaftet mit Drill

Dominante Männchen

Brazza-Meerkatzen leben oft in einem Harem. Das bedeutet, dass ein Männchen mehrere Weibchen um sich versammelt, mit ihnen Nachwuchs zeugt und sie gegen andere Männchen verteidigt.

Männliche Jungtiere, die kurz vor der Geschlechtsreife stehen, wandern aus diesen Familien ab und bilden sogenannte Junggesellengruppen. Auch im Erlebnis-Zoo werden die Brazza-Meerkatzen in einer reinen Männergruppe gehalten.

Gute Tarnung

Das Verbreitungsgebiet der Brazza-Meerkatzen erstreckt sich über weite Teile Zentralafrikas. Im dichten Regenwald sind sie jedoch nur schwer zu entdecken. Zum einen sind diese Affen sehr scheu und fliehen, sobald sie Menschen wahrnehmen. Zum anderen bietet ihnen die Färbung ihres Rückenfells eine gute Tarnung. Droht Gefahr, rollen sie sich einfach zu einer Kugel zusammen und verstecken so die auffällig gefärbten Gesichter. Das olivgrüne Fell verschmilzt mit der Umgebung und das Tier ist kaum noch auszumachen.

Interessanter Name

Graf Pierre de Brazza (1852 - 1905) war ein Afrikareisender mit italienischer Herkunft, der im Auftrag der französischen Regierung Handelsposten am Kongo-Fluss errichtete. Nach ihm ist nicht nur Brazzaville, die heutige Hauptstadt der Republik Kongo, benannt, sondern auch die Brazza-Meerkatze. 

Der Name der Gattung Meerkatzen, zu der übrigens 26 Arten zählen, leitet sich vermutlich von der Tatsache ab, dass die ersten Exemplare dieser Tiere über das Meer von Afrika nach Europa gebracht wurden und der Körperbau an eine Katze erinnert.

Noch nicht bedroht

Die Brazza-Meerkatzen werden bei der IUCN zwar nicht als bedroht gelistet, dennoch gibt es Orte, an denen ihre Zahlen deutlich abnehmen. Aufgrund ihres markanten Aussehens werden sie vor allem in Afrika und Asien leider gerne als Haustiere gehalten. Weitere Bedrohungen sind die Lebensraumzerstörung in Form von Waldrodungen und die unkontrollierte Jagd für Bushmeat.