Eisbär

Ursus maritimus

Eisbären leben in der Arktis. Gegen die Kälte schützt sie der dichte Pelz. Ihre breiten Tatzen mit den kurzen, gebogenen Krallen sind ideale „Schneeschuhe“ und lassen sich im Wasser wie Paddel einsetzen: Zwischen den Zehen spannen sich Schwimmhäute.

Beobachten Sie die Eisbären in ihrem (nassen) Element bei einem Besuch in der Unterwasserwelt.

Steckbrief

Lebensraum
Arktische Meere, Inseln und Küsten

Größe
Körperlänge bis 250 cm
Schulterhöhe bis 160 cm

Tragzeit
240 bis 270 Tage (8 bis 9 Monate)

Nahrung
Robben, Fische, Beeren, Früchte

Gewicht
bis 600 kg, selten über 800 kg
 

Lebenserwartung
bis 41 Jahre in menschlicher Obhut

Feinde
Wilderer

Geschwindigkeit
bis 65 km/h

Perfekt angepasst

Eisbären verschmelzen geradezu mit ihrer frostigen Umgebung. Dank ihres weißen Fells verschwinden sie in Schnee und Eis - eine perfekte Tarnung. Dabei ist sein Pelz nur scheinbar weiß: Tatsächlich ist es ein dichter Teppich voller durchsichtiger, hohler Haare. Durch das durchsichtige Fell hindurch Haare fallen die Sonnenstrahlen direkt auf die schwarze Haut des Bären. Zudem ist das Tier noch mit mehreren Isolierschichten ausgestattet. Sein dichtes Fell ist ein genauso effizienter Wintermantel wie die 10 cm dicke Fettschicht darunter.

Cleverer Stratege

Ganz oben auf der Speisekarte der Raubtiere stehen Robben. Dank seiner enorm guten Nase und seinen ebenso exzellenten Ohren kann der Eisbär seine Beute auch unter der Eisoberfläche wahrnehmen. Stundenlang harrt der Jäger vor einem Eisloch aus. Sobald eine Robbe dann für einen Atemzug an die Oberfläche kommt, wird sie mit kräftigen Pranken aus dem Wasser gefischt und durch gezielte Bisse getötet. Wenn der Eisbär eine Robbe unter dem Eis wittert und kein passendes Loch vorhanden ist, wird er selbst zum Eisbrecher. Mit seinen 500–800 kg Durchschlagkraft kein Problem.

Schneekinder

Wenn Eisbärinnen trächtig sind, graben sie sich Höhlen in den Schnee, um die Kinderstube einzurichten. Hier verbringen sie dann die kältesten Monate und hier werden auch die Eisbären-Babys geboren. Erst mit drei Monaten krabbeln die Kleinen zum ersten Mal aus ihrer Geburtshöhle. Zu dieser Zeit sind sie kräftig genug und haben sich fast 10 Kilogramm Winterspeck angefuttert.

Stark bedroht

Seit 2006 steht der Eisbär auf der Roten Liste, der Bestand ist als „gefährdet“ eingestuft. In der Arktis leben schätzungsweise nur noch 20.000 bis 25.000 Eisbären. Nach Einschätzung des IUCN wird die Bestandentwicklung des Eisbären in der Natur als rückläufig eingestuft.

Das arktische Eis schmilzt, und damit der Lebensraum der Eisbären. Die Bären brauchen festes Packeis, von dem aus sie Robben jagen können. Langzeitstudien zeigen deutlich, dass die Bestände der Eisbären immer mehr abnehmen, die Überlebensrate der Jungtiere sinkt, erwachsene Bären kleiner und leichter sind als früher und Hungerperioden nicht mehr gut überstehen.