Kampfläufer

Philomachus pugnax

Der Kampfläufer brütet in arktischen und subarktischen Gebieten. Im Herbst zieht er weite Strecken und überwintert in verschiedensten Teilen Afrikas. Wenn auch weltweit noch recht häufig, ist der Kampfläuferbestand in Mitteleuropa stark zurück gegangen. Dies liegt vor allem an der Trockenlegung von Feuchtgebieten, die der Kampfläufer zur Nahrungssuche nutzt.

Steckbrief

Lebensraum
Brutgebiet: Arktis und subarktische Gebiete; Winterquartier: Seeufer Afrikas

Größe
25 cm (Henne) bis 30 cm (Hahn)

Brutzeit
20 bis 23 Tage

Nahrung
Insekten, Insektenlarven, Krebstiere; aus dem Wasser und vom Boden

Gewicht
bis 250 g (Hahn)

Lebenserwartung
bis zu 11 Jahre

Tanzen

Besonders bekannt sind die Kampfläufer für ihr kompliziertes Balzverhalten. Hierbei gibt es verschiedene Strategien der Männchen, um die Gunst eines Weibchens zu erlangen.

Der Großteil der Männchen, diejenigen mit dunkel oder orange gefärbtem Kragen, besetzt eine sogenannte Arena. Hier tanzen sie, um Weibchen zu beeindrucken, und verteidigen ihr Revier aggressiv gegen andere Männchen mit dunklem Kragen. Bei dieser Balzstrategie spricht man von "residenten" Männchen.

Tricksen

Zudem gibt es noch Männchen mit hellerem Kragen. Diese "Satelliten-Männchen" besetzen keine eigene Arena, sondern schließen sich einem Männchen mit Arena an. Oft werden sie sogar von diesen mit einer Art "Knicks" dazu eingeladen. Aus noch ungeklärten Gründen wird der Paarungserfolg der residenten Männchen durch die Anwesenheit eines Satelliten-Männchens noch gesteigert. Aber auch Letztere haben einen Vorteil durch diese Zusammenarbeit: Ab und an gelingt es so auch ihnen, sich mit einem der sich annähernden Weibchen zu paaren.

Täuschen

Eine dritte Gruppe von Kampfläufer-Männchen verfolgt eine gänzlich andere Strategie. Im Gegensatz zu ihrer Konkurrenz tragen sie keinerlei Prachtkleid und sehen daher den Weibchen zum Verwechseln ähnlich. Diese "Faeder" genannten Männchen entgehen so jeglicher Aggression anderer Männchen und erschleichen sich so von Zeit zu Zeit eigene Paarungen. Der Anteil an Faedern ist sehr gering, andernfalls würden die residenten Männchen vermutlich die Täuschung bemerken.

Gebrütet wird im Norden

Da der Kampfläufer in Europa brütet und seine Küken aufzieht gilt er als europäische Art, auch wenn er in den Wintermonaten in Afrika lebt. Die Aufzucht der Jungen ist dabei allein den Weibchen vorbehalten. Es legt meist vier graue bis olivgrüne Eier in ein Nest am Boden. Die Küken werden in der ersten Tagen noch gefüttert, beginnen dann aber schnell sich selber Nahrung zu suchen.

Vergesellschaftet

In der Vogelvoliere in Afi Mountain leben aktuell (Stand November 2018) folgende Vogelarten zusammen: