Kaptriel

Burhinus capensis

Die Gattung der Triele ist über alle Kontinente verbreitet, mit Ausnahme der Antrktis. Namensgebend für die Gruppe der Triele ist im englischen Sprachraum das 'dicke Knie' (= Thick-Knee). Es ist bei jeder Art der Triele markant ausgeprägt und deutlich dicker als der Rest des Beines. Streng genommen ist das Gelenk zwar nicht das Knie, sondern der Knöchel, jedoch werden die Triele immer noch als 'Thick-Knees' bezeichnet und der Name hat sich trotzdem etabliert.

Steckbrief

Lebensraum
offene Waldgebiete und Savannen südlich der Sahara

Größe
37 bis 44 cm

Brutzeit
24 Tage

Nahrung
Insekten, Würmer, Samen

Gewicht
bis zu 600 g

Lebenserwartung
bis 20 Jahre

Show must go on

Kaptriele verteidigen vehement ihr Gelege. Dabei führen sie fast schon Tänze vor und spreizen ihre Flügel aus, um größer zu erscheinen. Sie heben und senken den Kopf und Schwanz und versuchen so zum Beispiel Schafe auf Äckern von ihrem Gelege zu vertreiben. Ihre erhöhte Fürsorge und Einsatz kann man verstehen, wenn man bedenkt, dass Kaptriele nur ein bis drei Eier legen.

Laufvogel?

Jein. Der Kaptriel kann durchaus gut fliegen, tut es jedoch selten. Meistens versucht er mit einem Sprint zu entkommen und erhebt sich nicht in die Luft. Außer er wird erschreckt, dann fliegt er zuweilen auch ein Stück. Zudem sind Kaptriele sehr standorttreu und bleiben auch in ihrer Heimat ihr Leben lang in der selben Region. Ein beringter Kaptriel zum Beispiel wurde nach 20 Jahren nur 4 km von seinem Beringungsort entfernt gefunden.

Vergesellschaftet

In der Vogelvoliere in Afi Mountain leben aktuell (Stand November 2018) folgende Vogelarten zusammen:

Auf langen Beinen

Der Kaptriel ernährt sich hauptsächlich von Insekten. Ist er auf Beutesuche, stakst er langsam auf seinen langen Beinen vorwärts und sucht dabei den Boden ab. Hat er eine Heuschrecke, einen Käfer oder auch ein kleineres Wirbeltier entdeckt, macht er eine blitzschnelle Verbeugung, um die Beute mit dem Schnabel zu schnappen. Die gelben Augen des Kaptriels können gut im Dunkeln sehen, was ihm ermöglicht, nachts und in der Dämmerung zu jagen.

Stimmen in der Nacht

Der Triel ruft nur bei Nacht und das recht laut. Die jammernden und weittragenden Rufe werden oft als sehr unheimlich wahrgenommen. Zudem ist der Triel weder in der Nacht noch am Tag sehr leicht zu finden, da sein Federkleid sich meist nahtlos in die Vegetation einfügt.  Die "körperlosen" Stimmen des Kaptriels sorgten daher gerade bei den ersten Europäern, die nach Afrika kamen, für eine Menge Aberglaube.