Karibu

Rangifer tarandus caribou

Wer bei Karibu einfach nur "Rentier" denkt, wird den großen Tieren nicht gerecht. Karibus sind die nordamerikanischen Vertreter der Rentiere. Der Erlebnis Zoo Hannover ist einer der wenigen europäischen Zoos, der Karibus hält.

Steckbrief

Lebensraum
offene Landschaften (Tundra) und boreale Wälder (Taiga)

Größe
195 (Kuh) bis 210 cm (Bulle) + 16 cm Schwanz , Schlterhöhe bis zu135 cm

Tragzeit
221 bis 237 Tage

Nahrung
Flechten, Moose, Farne, Gräser und Blätter und junge Triebe

Gewicht
140 (Kuh) bis 240 kg (Bulle)

Lebenserwartung
bis zu 18 Jahre in freier Wildbahn und bis zu 22 Jahre in menschlicher Obhut

Feinde
Wölfe, Luxe, Vielfraße und Bären

 

 

Pate gesucht! eine außergewöhnliche Freundschaft

Gleichberechtigung

Karibus sind von Kanada bis hoch nach Alaska verbreitet. Karibu-Männchen können bis zu 240 kg schwer werden, die Weibchen bis zu 140 kg. Anders als bei anderen Hirscharten tragen bei den Karibus und Rentieren beide Geschlechter ein Geweih, wobei das der Weibchen meist nur wenige Verzweigungen hat und relativ klein ausfällt. Im Vergleich zur Körpergröße tragen die Karibus die schwersten Geweihe aller Hirscharten, diese können bis zu 15 kg wiegen!

Gut angepasst

Karibus sind sehr gut an ihren natürlichen Lebensraum angepasst. Sie haben breite Hufe und Haare zwischen den Zehen um im tiefen Schnee nicht einzusinken. Mit ihren schaufelförmigen Auswüchsen am Geweih können sie bei der Futtersuche Schnee zur Seite schieben, um an die Pflanzen darunter zu kommen. Ihr dichtes Fell lässt sie Temperaturen von bis zu minus 60°C aushalten. Wird es ihnen doch einmal zu kalt, gehen sie in großen Herden mit bis zu 500.000 Tieren auf Wanderschaft in mildere Gebiete.

Auf Brautschau

Die Brunftzeit beginnt im Herbst, dann ist das Geweih der Hirsche voll entwickelt und verliert die dünne Hautschicht, die das Geweih bis dahin bedeckt hat. Diesen Vorgang nennt man "fegen". Die Hirsche geben orgelnd-grunzende Laute von sich, um die Kühe anzulocken. Im Streit um die Weibchen kämpfen die Männchen mit den Geweihen gegeneinander,  manchmal mit tödlichem Ausgang. Nach der Brunft werfen die Männchen ihr Geweih ab. Die trächtigen Kühe behalten ihr Geweih, um sich so im Kampf um die besten Futterstellen gegen die Männchen durchsetzen zu können. Im Frühjahr, wenn es wieder genug Futter für alle gibt, werfen auch sie ihr Geweih ab.

Der Ruf der Mutter

Karibu-Kälber sind wie auch bei den Bisons bei der Geburt bereits sehr gut entwickelt und schon recht groß. Das Kalb kann schon wenige Minuten nach der Geburt stehen und laufen, es wächst schnell heran und besitzt nach wenigen Tagen genügend Ausdauer, um selbst Wölfen entkommen zu können. Karibu-Kälber erkennen ihre Mütter übrigens an der Stimme. Wenn ein Karibu-Weibchen das Rufen eines Kalbes hört, antwortet es mit einem gedämpften Ruf. Diesen Ruf erwidert nur das eigene Kalb, indem es auf seine Mutter zuläuft.

Gut zu Fuß

Alle Rentiere sind sehr gute Läufer, sie können bis zu 80 km/h schnell werden. Auch im Wasser sind sie gut unterwegs, sie können mit bis zu 11 km/h schwimmen... und das bei so niedrigen Wassertemperaturen.

Rentierwanderungen gehören zu den größten Wandereungen von landlebenden Wirbeltieren.