Nordafrikanischer Rothalsstrauß

Struthio camelus camelus

Die Weltnaturschutzunion hat den Strauß auf die Rote Liste der bedrohten Tierarten gesetzt, denn durch Wilderei und Lebensraumzerstörung nehmen die Bestände dieser beeindruckenden Tiere leider ab. Die Art Strauß (Struthio camelus) gilt derzeit als "Nicht gefährdet". Wissenschaftler vor Ort haben jedoch herausgefunden, dass es von der Unterart Nordafrikanischer Rothalsstrauß (Struthio camelus camelus) nur noch sehr wenige Individuen gibt, sodass diese Unterart mittlerweile als "Vom Aussterben bedroht" gilt.

Aus diesem Grund setzt sich die EAZA und der Erlebnis-Zoo Hannover für den Erhalt dieser großartigen Vögel ein. Informieren Sie sich über den Beitrag des Zoos zum Artenschutz!

Steckbrief

Lebensraum
Wüsten und Savannen Nordafrikas

Größe
210 bis 275 cm hoch

Brutzeit
42-46 Tage

Nahrung
Gräser, Samen und Blätter, aber auch Insekten und kleine Wirbeltiere

Gewicht
100 (Henne) bis 156 kg (Hahn)

Lebenserwartung
bis zu 40 Jahre in freier Wildbahn und bis zu 50 Jahre in menschlicher Obhut

Ach du dickes Ei!

Straußeneier sind die größten Eier die heutige Tiere legen. Sie sind bis zu 16 cm lang und 13 cm breit und wiegen im Schnitt ca. 1,5 kg. Ein durchschnittliches Hühnerei wiegt gerade mal ca. 60 g! Man könnte also gut 25 Hühnereier in ein Straußenei stecken. Die Schale der Straußeneier ist 2 mm dick und schützt das Küken vor Fressfeinden und Austrocknung. Wenn ein Tier diese Schale knacken will, muss es sich schon ordentlich was einfallen lassen.

Ein Nest besteht meist nur aus einer flachen Mulde im Boden und wird gelegentlich mit einigen Ästen und Gräsern gepolstert. In einem Nest liegen oft mehrere Dutzend Eier! Es können jedoch nicht alle bebrütet werden, die übrigen Eier werden daher von den Straußen aus dem Nest geschubst und bilden oft einen großen Kreis um das eigentliche Nest. Räuber schnappen sich dann vor allem diese Eier, so sind die Eier im Nest geschützt.

Komischer Fuß

Wenige Minuten nach dem Schlupf können die Jungvögel aufstehen und laufen ihren Eltern hinterher. Doch betrachtet man die Füße der Strauße genauer, fällt einem schnell auf, dass diese relativ ungewöhnlich aussehen. Sie haben nur zwei Zehen. Der Innere ist sehr kräftig und trägt eine bis zu 10 cm lange Kralle. Der äußere Zeh ist eher klein und unscheinbar und weist nur eine kleine Kralle auf. Diese für Vögel einzigartige Fußform stellt eine Anpassung an die Lebensweise des Straußes als Laufvogel dar. Mit seinen langen Beinen und den speziell angepassten Füßen können Strauße so bis zu 70 km/h schnell werden und sogar über längere Distanzen mit bis zu 50 km/h laufen.

Hilfreiche Flügel

Der Strauß ist der größte und schwerste lebende Vogel der Welt. Der Nordafrikanische Rothalsstrauß ist die größte der Straußen-Unterarten!

Aufgrund ihres für Vögel hohen Gewichts können Strauße nicht fliegen, auch ihre Flügel sind viel zu klein dafür. Dennoch sind sie nicht nutzlos, beim Laufen hält ein Strauß mit seinen Flügeln die Balance. Während der Balz nutzt der Hahn sie in seiner beeindruckenden Darbietung um die Weibchen anzulocken. Und auch bei der Verteidigung helfen sie, hat es ein Löwe zum Beispiel auf die Küken abgesehen, so versuchen die Eltern die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, indem sie einen Flügel herunter hängen lassen. Dies soll dem Löwen vorgaukeln, dass der Strauß verletzt ist und somit leichtere Beute wäre. In der Zwischenzeit können sich die Jungtiere verstecken.

Alles Geschwister ?

Anders als beim Nandu kümmert sich zusammen mit dem Hahn auch eine Henne um die Küken, allerdings ist sie nicht unbedingt die Mutter von allen. Wie auch bei Nandus legen mehrere Hennen ihre Eier in das Nest eines Hahns. Dieser sucht sich aber eine Haupthenne aus. Alle anderen ziehen weiter und legen auch in andere Nester ihre Eier. Alle Küken aus einem Nest haben also nicht unbedingt die selbe Mutter. Trotzdem kümmern sich beide Eltern liebevoll um alle Küken.