Schneeeule

Bubo scandiacus

Sitzt im Schnee und man sieht sie nicht! In Schnee und Eis ist die große Eule gut getarnt. Die Männchen sind schneeweiß, die Weibchen haben braune Tupfen und Sprenkel im Federkleid. Das Gefieder der Schneeeule ist mit den vielen Flaumfedern sehr dicht. Selbst Beine und Zehen sind mit kurzen Federn besetzt, so dass der Vogel gut vor Kälte geschützt ist.

Steckbrief

Lebensraum
Arktische Tundra
 

Größe
55 bis 70 cm (Weibchen sind etwas größer und schwerer als Männchen), Flügelspannweite bis 160 cm

Brutzeit
31 bis 33 Tage

Nahrung
vor allem Lemminge und andere Wühlmäuse, Vögel, seltener Fische

Gewicht
700 bis 2950 g, Normalgewicht ist 1,5 - 2 kg

 

Lebenserwartung
bis 28 Jahre in menschlicher Obhut

Feinde
Fuchs, Polarfuchs (Nesträuber)

 

 

Vollzeit-Jäger

Als einzige Eulenart hat sich die Schneeeule an die harten Lebensbedingungen der Arktis angepasst. Neben ihren Angepasstheiten an die Kälte, bedeutet das auch ein eher Eulen-untypisches Jagdverhalten. Sie jagt nicht nur nachts, sondern auch tagsüber! Muss sie auch: Nördlich des Polarkreises wird es im Winter nicht hell und im Sommer nicht dunkel.

Am liebsten lauert die Schneeeule auf Zwergbäumen oder auf einem Felsen auf ihre Opfer. Im Sommer macht sie vor allem Jagd auf Lemminge. An einem Tag verschlingt sie bis zu vier der kleinen Nager. Wenn sich Lemminge etwa alle vier Jahre explosionsartig vermehren, freuen sich die Schneeeulen riesig, weil sie ihre Kinder in diesen fetten Zeiten problemlos ernähren können. Die Schneeeule ist aber auch ein geschickter Fischer. Sie packt die Beute mit ihren scharfen Krallen und hebt sie mit einem kräftigen Flügelschlag aus dem Wasser.

 

Update der Roten Liste 2017

Seit 1988 stand die Schneeeule als "Nicht gefährdet" auf der Roten Liste. Doch das hat sich mit dem Update der Roten Liste im Dezember 2017 leider deutlich verändert. Die Eulenart hat die Kategorie "Potentiell gefährdet" übersprungen und steht nun als "Gefährdet" auf der Roten Liste der IUCN.

Basis der neuen Einschätzung sind die starken Bestandsrückgänge vor allem in Nordamerika und wahrscheinlich auch in Nordeuropa und Russland. Frühere Studien gingen von einer weltweiten Population von 200.000 Brutpaaren aus. Die neusten Schätzungen belaufen sich nur noch auf etwa 14.000 Paare oder noch weniger. Die genauen Gründe sind noch nicht geklärt, Wissenschaftler vermuten jedoch die Auswirkungen des Klimawandels auf die Beutetiere sowie Kollisionen von Schneeeulen mit Fahrzeugen und Infrastruktur. Die genauen Rückgänge der Bestände sind noch nicht genau erfasst, könnten jedoch dazu führen, dass die Schneeeulen sogar noch weiter hochgestuft werden muss.