Spitzmaulnashorn

Diceros bicormis michaeli

Seit 1960 hat der Bestand der Spitzmaulnashörner um über 97 % abgenommen - hauptsächlich durch Wilderei. 1995 wurden nur noch 2410 Tiere gezählt, Ende 2013 wurden etwa 5000 Tiere gezählt. Allerdings wurden im selben Jahr auch 1004 afrikanische Nashörner gewildert.

Steckbrief

Lebensraum
Buschsteppen Ostafrikas

Größe
Körperlänge 320 cm
Schulterhöhe bis 160 cm

Tragzeit
450 Tage

Nahrung
Blätter, Zweige, Sträucher

Gewicht
1500 kg

Lebenserwartung
bis 47 Jahre in menschlicher Obhut

Feinde
Wilderer

Geschwindigkeit
bis zu 50 km/h

 

Warum "Spitzmaul"-Nashorn?

Ganz einfach: Weil es eine spitz zulaufende Oberlippe hat, die das Tier als Greifwerkzeug benutzt. Darum ist es im Lexikon auch oft unter Spitzlippennashorn zu finden. Mit seiner Greiflippe kann das Spitzmaulnashorn Blätter und Zweige von dornigen Büschen pflücken, ohne sich dabei zu verletzen. Die zermalmt es dann genüsslich zwischen den zwei Reihen mächtiger Backenzähne, die wie Mahlsteine alles zerkleinern. Wenn die leckeren Äste höher hängen, setzt das Tier geschickt seine beiden Hörner ein, um dran zu kommen.

Schlammbäder

Spitzmaulnashörner leben in buschreichen Steppen und halten sich gerne in der Nähe von verschlammten Wasserstellen auf. Darin planschen sie ausgiebig herum. Das macht "tierischen" Spaß und hat auch einen Sinn: Durch die Schlammbäder versuchen die Nashörner, stechende Insekten und Parasiten abzuspülen. Anschließend trocknet der Schlamm auf der Haut und hilft ihnen, sich die Plagegeister eine Zeitlang vom Leib zu halten!

Angriff ist die beste Verteidigung

Auf kurzen Strecken rennt das Nashorn schneller als ein Mensch. Das traut man dem massigen Tier mit den kurzen, dicken Beinen gar nicht zu. Da ist schon Vorsicht geboten, denn das Spitzmaulnashorn ist extrem kurzsichtig und greift deshalb - sicher ist sicher - manchmal plötzlich und ohne Vorwarnung an.

Aberglaube bringt den Tod

Die ersten echten Nashörner lebten schon vor vielen Millionen Jahren. Und nun sind Nashörner vom Aussterben bedroht, weil die Menschen ihren Lebensraum zerstören und Wilderer sie jagen. Die haben es auf die Hörner des massigen Tieres abgesehen. Das Horn als Dolchgriff gilt in einigen Kulturen als Symbol von Macht und Männlichkeit. Das Nasen-Horn wird zu Pulver gemahlen und findet Verwendung in der traditionellen chinesischen Medizin.