Vikunja

Vicugna vicugna

Vikunjas leben in den Anden, einer Bergkette in Südamerika. Dort kommen sie bis zu einer Höhe von 4800 m vor. In den weiten, baumfreien Graslandschaften leben die Kleinkamele mit dem seidenweichen Fell in kleinen, geschlossenen Familienverbänden

Steckbrief

Lebensraum
hochgelegene Grasflächen Südamerikas

Größe
Schulterhöhe bis zu 90 cm

Tragzeit
330 bis 350 Tage

Nahrung
Gräser, Stauden, Sträucher

Gewicht
35 - 65 kg

Lebenserwartung
bis 20 Jahre in freier Wildbahn und bis zu 25 Jahre in menschlicher Obhut

Feinde
Pumas und Schakale

 

 

Im Zoo vergesellschaftet mit Nandu

Kleine und große Kamele

Innerhalb der Kamele gibt es zwei Gruppen. Die großen Dromedare und Trampeltiere mit den ein bzw. zwei Höckern stammen aus Afrika und Asien und werden als Altweltkamele bezeichnet. Die kleineren, höckerlosen Kamele Südamerikas werden Neuweltkamele genannt. Die südamerikanischen Vikunjas erreichen gerade mal eine Schulterhöhe von knapp einem Meter und wiegen nur um die 50 kg. Ihre nächsten wilden Verwandten sind die Guanakos, die ebenfalls zu den Neuweltkamelen zählen.

Die wilde Verwandtschaft

Es gibt vier verschiedene Neuweltkamele: Die Haustierformen sind das Lama und das Alpaka und die Wildformen sind das Vikunja und das Guanako. Vor vielen Jahrhunderten begannen die Urvölker Südamerikas mit der Domestikation. Aus dem Guanako entstanden mit der Zeit die heutigen Lamas. Lange vermutete man, dass auch das Alpaka vom Guanako abstammt, nach neueren genetischen Untersuchungen geht das Alpaka jedoch auf das Vikunja zurück. Alpakas und Lamas lassen sich übrigens unterainder kreuzen, ein solches Tier nennt man dann Huarizo.

Schönes Fell

In freier Wildbahn wurden Vikunjas aufgrund ihrer feinen Wolle gejagt. Das sand- bis goldfarbene Fell wird zu einer der begehrtesten und teuersten Wollarten auf der Welt verarbeitet, bis zu 900 $ Klopreis. Es wurde daher auch "das Gold der Anden" genannt. Der Bestand freilebender Vikunjas war vom Aussterben bedroht. Mittlerweile gilt das Vikunja als nicht mehr bedroht und der Bestand in freier Wildbahn wird wieder auf ca. 350.000 Tiere geschätzt.

 

Hasenzahn

Eine erstaunliche Besonderheit findet man im Gebiss der Vikunjas. Ihre unteren Schneidezähne wachsen wie bei Nagetieren ein Leben lang nach. Dieses Phänomen kennt man von keinem anderen Paarhufer. Eine andere interessante Anpassung ist das außergewöhnlich große Herz und auch das Blut der Vikunjas ist besonders. Beides sind Anpassungen an die extreme Höhe und den daher geringen Sauerstoffanteil in der Luft.