Eulen erobern Goldgräber-Reich

Zoofreunde-Projekt: Neue Voliere in Yukon Bay

Die Schneeeulen in der kanadischen Themenwelt Yukon Bay im Erlebnis-Zoo Hannover erobern ihr neues Reich – ein Goldgräberreich! Im Materiallager neben dem großen Wasserturm für die Goldwaschrinne stapelt sich das Werkzeug der Goldgräber, da liegen Kisten, Holzfässer, Feuerholz, ein Schlitten wartet auf den Wintereinsatz. All das wird von den Eulen genutzt, zum Sitzen und Brüten, zum Verstecken und Schlafen.

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Schneeeule Hermine blinzelt in der Sonne. Foto: Bettina Zeller

Die Präsentation der Schneeeulen im thematisch passenden Goldgräberreich ist ein Projekt des Vereins der Zoofreunde Hannover e.V. Als der Verein im vergangenen Jahr anlässlich seines 50jährigen Bestehens ein Projekt im Zoo suchte, das er aus vereinseigenen Mitteln finanzieren könnte, fiel die Wahl auf die Schneeeulen. Der Zoo war von der Idee sofort begeistert, stand die Veränderung der Eulenanlage doch schon lange auf dem Wunschzettel. Insgesamt 150.000 Euro, die aus einer Erbschaft und Einnahmen der verschiedensten Aktionen der engagierten Zoofreunde stammen, spendete der Verein an die Zoostiftung Region Hannover, die sich für den Artenschutz stark macht. Schutz für die Schneeeulen ist dringend notwendig, denn seit Dezember 2017 steht sie als "Gefährdet" auf der Roten Liste der IUCN – und hat damit sogar gleich eine Gefährdungsstufe übersprungen.

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Die Zoofreunde Hannover eröffnen mi Geschäftsführer Andreas M. Casdorff und Zoo-Team die neue Voliere

Basis dieser neuen Einschätzung sind die starken Bestandsrückgänge vor allem in Nordamerika und wahrscheinlich auch in Nordeuropa und Russland. Frühere Studien gingen von einer weltweiten Population von 200.000 Brutpaaren aus. Die neusten Schätzungen belaufen sich nur noch auf etwa 14.000 Paare oder noch weniger. Die genauen Gründe sind noch nicht geklärt, Wissenschaftler vermuten jedoch die Auswirkungen des Klimawandels auf die Beutetiere der Schneeeulen sowie Kollisionen von Schneeeulen mit Fahrzeugen und Infrastruktur. Die genauen Rückgänge der Bestände sind noch nicht genau erfasst, könnten jedoch dazu führen, dass die Schneeeulen auf der Roten Liste sogar noch weiter hochgestuft werden müssen.

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Bartkauz - beeindruckender Blick. Foto: Bettina Zeller

„Dank des Engagements der Zoofreunde kann im Erlebnis-Zoo mit der neuen Anlage noch besser über die Biologie der Vögel, ihr Jagdverhalten, ihr fantastisches Gehör, aber auch ihre Bedrohung informiert werden“, freut sich Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff.

Ein Hingucker ist die Eulenvoliere im wahrsten Sinne: Zu den Schneeeulen haben sich zwei Bartkäuze gesellt, die mit ihrem durchdringenden Blick beeindrucken. Bartkäuze sind Waldbewohner, die sich auf Bäumen wohl fühlen. Schneeeulen dagegen sind Bodenbrüter – somit wird jeder Winkel des alten Goldgräberreichs ausgenutzt.

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Bartkäuze Hubert und Helene erobern das Materiallager

„Es ist spannend zu beobachten, wie die Schneeeulen, gemeinsam mit ihren Mitbewohnern, den Bartkäuzen, ihren neuen Lebensraum erkunden.  Wir freuen uns sehr, dass es durch die Spende der Zoofreunde Hannover e.V. möglich ist, den Besuchern beide Arten gemeinsamen in dieser spannenden neuen Unterkunft zu zeigen“, so Christian Wagner, Vorsitzender der Zoofreunde.