Gorillababy in ARTIS angekommen

Integration des zehn Monate alten Gorillas bietet beste Aussichten für ein Leben in der Gruppe

Am Mittwoch, 30. August, kam ein junger Westlicher Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla) im Amsterdamer Zoo ARTIS an. Das zehn Monate alte Weibchen wurde am 29. Oktober 2016 im Erlebnis-Zoo Hannover geboren und war von seiner Mutter nicht angenommen worden. Gorillas leben in Familienverbänden. Um Teil der Gruppe zu sein, müssen sie lernen, soziale Zeichen zu lesen, Gerüche und Geräusche wieder zu erkennen und entsprechendes Verhalten zu erlernen. Um dem Gorillababy die Chance auf ein Leben in einer Gruppe zu ermöglichen und von einem Gorillaweibchen betreut zu werden, um so alle Formen der sozialen Beziehungen zu erlernen, hat das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) nach einer Gorillagruppe gesucht, in die das Gorillakind integriert werden kann. ARTIS wurde aufgrund seiner ruhigen Gorillagruppe mit einem toleranten Silberrücken und aufziehenden Weibchen ausgewählt. Die Population in ARTIS besteht aus einem dominanten Männchen und einer Harems-Gruppe aus drei Weibchen und vier jungen Männchen.

Bei Gorillas beträgt die Tragzeit unter neun Monaten. Sie bekommen jeweils nur ein Jungtier, das bei der Geburt etwa zwei Kilogramm wiegt. Der Nachwuchs wird bis zu einem Alter von vier Jahren gesäugt und versorgt. Der Neuankömmling in ARTIS wird während der Anfangszeit für das Publikum nicht zu sehen sein. Für die Zusammenführung mit der Gruppe arbeitet ARTIS eng mit dem EEP für Westliche Flachlandgorilla zusammen.

Bedrohte Tierart

Der Westliche Flachlandgorilla steht seit 2007 auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten der IUCN (International Union for Conservation and Nature). Zurzeit leben Westliche Gorillas in acht afrikanischen Ländern, ihre Bestände verringern sich schnell. Gründe für den Rückgang sind hauptsächlich Wilderei für Bushmeat (Bushmeat-Handel), Abholzung und Verlust des Lebensraumes durch Landwirtschaft.