Nicht einfach nur schwarzweiß!

Gürtelvaris im Erlebnis-Zoo Hannover eingezogen

Reges Treiben herrscht im Tropenhaus: Flink springen die schwarz-weißen Tiere mit auffallend langem und buschigem Schwanz von einem Ast zum anderen, schwingen von Liane zu Liane. Einer von ihnen seilt sich elegant kopfüber von einer Liane herab, um mit den langen schwarzen Fingern nach einem Stück Apfel zu greifen und blickt aus seinen hellen Augen neugierig in Richtung Besucher. Seit Dienstagnachmittag gibt es eine neue Tierart im Erlebnis-Zoo: Eine Gruppe Gürtelvaris ist aus dem Kölner Zoo nach Hannover gezogen.

Neue Guertelvaris im Tropenhaus - Erlebnis-Zoo Hannover
Die Gürtelvaris erkunden ihre Innenanlage im Tropenhaus

Die Junggesellengruppe besteht aus fünf jungen Männchen - mit besonderen madagassischen Namen: Kintano (Stern), Volano (Mond) und Masoandro (Sonne) wurden im März 2016 geboren, die Zwillinge Habobo und Manoro kamen am 1. April 2017 zur Welt, heißen dementsprechend übersetzt „Scherz“ und „veräppeln“ und haben seit ihrer Geburt wohl dem ein oder anderen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

So auch jetzt den Tierpflegern im Tropenhaus, die begeistert von den neuen Halbaffen sind: „Die Fünf sind sehr aktiv und, für Lemuren typisch, unglaublich freundlich“, beschreibt Revierleiter Klaus Meyer die Neuankömmlinge. Neben ihrem tollen Charakter fasziniert die Pfleger aber noch eine weitere Besonderheit: „Die Augen der Gürtelvaris leuchten förmlich und ziehen sofort den Blick auf sich“, berichtet Meyer.

Guertelvari auf Aussichtspunkt im Tropenhaus - Erlebnis-Zoo Hannover
Ein Gürtelvari auf seinem Aussichtspunkt

Die jungen Gürtelvaris gewöhnen sich nun an ihre neue Anlage in Hannover und untersuchen dabei jeden Winkel ganz genau. Immer wieder testen sie verschiedene Aussichtspunkte von Lianen und Ästen aus oder naschen von den Früchten, die die Tierpfleger für sie verteilt haben. Zum Schlafen kuscheln sich die Halbaffen eng aneinander und legen ihren plüschigen Schwanz wie ein Kissen unter ihren Kopf.

Ihren Namen haben die Gürtelvaris übrigens von ihrer besonderen Färbung: sie haben einen schwarzen Rücken und nur die Schulterregion ist weiß, was an einen Gürtel erinnert.

 

Vom Aussterben bedroht

Gürtelvaris sind die nördliche Unterart der auf Madagaskar vorkommenden Schwarzweißen-Varis. Auf der afrikanischen Insel leben sie in sehr kleinen Regenwaldgebieten. Die Lemuren sind vom Aussterben bedroht und stehen auf der Roten Liste der IUCN für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Schuld daran sind ihr immer kleiner werdender Lebensraum und die Jagd auf Varis.

 

Junggesellengruppe

Im Erlebnis-Zoo Hannover leben die Gürtelvaris in einer Junggesellengruppe. In der Natur leben Varis in gleichgeschlechtlichen oder auch in gemischten Gruppen mit bis zu 20 Tieren. Wird das Nahrungsangebot knapp, spalten sie sich in Kleingruppen von zwei bis fünf Tieren auf. Kontakt halten sie untereinander mit ihren weit hörbaren Rufen.