Herrenbesuch

Nikolai bei den Elefantenkühen

Lautes Trompeten und tiefes Brummen ertönt aus dem Dschungelpalast und ist weit bis ins benachbarte Yukon Bay zu hören: Die Elefantenkühe haben im wahrsten Sinne des Wortes „großen Besuch“ – Zuchtbulle Nikolai stattet der Herde zurzeit einen Besuch ab und sorgt besonders bei den Weibchen für große Aufregung.

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Elefantenbulle Nikolai inmitten der Herde

Eigentlich sind Elefantenbullen Einzelgänger, aber in bestimmten Momenten freuen sie sich sehr über weibliche Gesellschaft. Wenn die die Weibchen in ihrem empfängnisbereit Zyklus und damit interessant für Nikolai sind, ergreift der 5,5 Tonnen schwere Elefantenbulle die Gelegenheit und schreitet auf die große Außenanlage der Weibchen. Sobald er dort eintrifft, steht Nikolai im Mittelpunkt des Geschehens. Das aufgeregte Trompeten und Brummen lassen die Freude nicht überhören. Und nicht nur die Kühe Manari, Califa und Indra weichen dem großen Kerl mit den langen Stoßzähnen nur selten von der Seite, auch seine Jungtiere der letzten Jahre zeigen großes Interesse an dem seltenen Gast. Besonders Jungbulle Taru lehnt sich an seinen Vater, berüsselt selbstbewusst den riesigen Dickhäuter und folgt ihm auf Schritt und Tritt, wenn dieser mit schnellem Tempo über die Anlage läuft.

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Elefantenbulle Nikolai mit seinem 4-jährigen Sohn Taru

Biologisch geprüft

Übrigens hat Nikolai einen Empfängnistest, rein biologisch, schon dabei. Mit seinem Rüssel fängt er ein paar Urintropfen der Weibchen auf und kann in seinem Mund „erschmecken“, ob die Elefantenkuh empfängnisbereit ist und sich ein Deckakt lohnt. Auch in den kommenden Tagen wird sich das Tor zur Herde für Nikolai öffnen. Er entscheidet selbst, ob er die Weibchen besuchen möchte, oder, ob er doch lieber auf „seiner Seite“ seine Ruhe vom trubeligen Familienleben haben möchte. Der Zoo hofft allerdings, dass Nikolai noch einige Male die Weibchen besucht und seine Rendezvous nicht folgenlos bleiben. In Hannover hat er bereits 14 Jungtiere gezeugt.

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Elefantenkuh Manari neben Zuchtbulle Nikolai

Vom Aussterben bedroht

Asiatische Elefanten stehen auf der Roten Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten und gelten als vom Aussterben bedroht: Der Bestand in freier Wildbahn ist drastisch zurückgegangen. Lebten vor 60 Jahren noch etwa 160.000 in der freien Natur, sind es heute nur noch rund 30.000 Tiere.

Der Erlebnis-Zoo Hannover beteiligt sich seit Jahren sehr erfolgreich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm, um die Art langfristig erhalten zu können. 2010 wurden fünf Kälber innerhalb eines Kalenderjahres geboren. Weitere fünf Elefantenjungtiere kamen zwischen 2012 und 2014 im Dschungelpalast zur Welt. Im Dezember 2016 wurden zwei Kälber geboren, das Dritte  im Januar 2017, das Vierte am 05. Mai. Damit blickt der Erlebnis-Zoo stolz auf 18 gesunde Jungtiere, die seit 2003 im Dschungelpalast geboren wurden.

Aktiver Artenschutz

Die Artenschutz-Ausstellung im Erlebnis-Zoo zeigt auf, wie den Elefanten in freier Wildbahn geholfen werden kann: Durch Schutzgebiete und Umweltbildung der Bevölkerung. Der Erlebnis-Zoo unterstützt daher den „Biodiversity & Elephant Conservation Trust“, der sich für Umweltbildung in Schulen auf Sri Lanka einsetzt. 5.000 € Spenden flossen dieses Jahr bereits nach Sri Lanka, um vor Ort Hilfe zu leisten. Eine Zoo-Mitarbeiterin reiste erst im April nach Asien und machte sich ein Bild von der Arbeit der Organisation.