Zoo in Trauer

Schneeeule Hermine verstorben

Der Zoo Hannover trauert um Schneeeule Hermine. Das 19jährige Schneeeulen-Weibchen hatte in den letzten Wochen trotz intensiver Versorgung durch die Tierpfleger und Tierärzte körperlich immer mehr abgebaut und musste heute eingeschläfert werden.

Hermine schlüpfte am 14. Juni 1999 im Opel Zoo Kronberg und kam im März 2000 in den Erlebnis-Zoo Hannover. Mit ihrem Partner „Harry“ lebte sie 18 Jahre zusammen. Mehrfach hatte das Paar Nachwuchs, der heute in deutschen und europäischen Zoos, aber auch in Singapur, Connecticut, Ohio und Japan lebt.

Hermines Partner Harry bleibt nicht allein zurück: er teilt sich das Eulenreich in Yukon Bay jetzt mit den beiden Bartkäuzen Helene und Hubert. Langfristig wird der Zoo nach einer neuen Partnerin für Harry suchen.

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Schneeeule Hermin. Foto: B. Zeller

Gefährdet

Seit Dezember 2017 steht die Schneeeule als "Gefährdet" auf der Roten Liste der IUCN – und hat damit sogar gleich eine Gefährdungsstufe übersprungen. Basis dieser neuen Einschätzung sind die starken Bestandsrückgänge vor allem in Nordamerika und wahrscheinlich auch in Nordeuropa und Russland. Frühere Studien gingen von einer weltweiten Population von 200.000 Brutpaaren aus. Die neusten Schätzungen belaufen sich nur noch auf etwa 14.000 Paare oder noch weniger. Die genauen Gründe sind noch nicht geklärt, Wissenschaftler vermuten jedoch, dass es durch die Auswirkungen des Klimawandels immer weniger Beutetiere für die Schneeeulen gibt. Die Infrastruktur in den Lebensräumen der Vögel breitet sich immer mehr aus und nimmt den Tieren den Lebensraum, außerdem stoßen sie durch den zunehmenden Verkehr vermehrt mit Fahrzeugen zusammen. Die genauen Rückgänge der Bestände sind noch nicht genau erfasst, könnten jedoch dazu führen, dass die Schneeeulen auf der Roten Liste sogar noch weiter hochgestuft werden müssen.