Die Zoo-Docs im Einsatz bei Löwin Naima

Gesundheitscheck und Verhütungs-Chip

In der Tierarztpraxis im Zoo-Gemeinschaftsgebäude werden an diesem Morgen fleißig Kisten mit medizinischem Equipment gepackt und zum Löwenstall gebracht. Es ist Zeit für den jährlichen Gesundheitscheck und die Erneuerung des Verhütungsmittels bei Berberlöwin Naima. Auf einer Checkliste hat das Team alles notiert, was zum Routine-Check-Up bei einer Großkatze dazu gehört: Krallen, Zähne, Blutabnahme, Impfungen, Gewicht, Herz und schließlich auch die Erneuerung des Verhütungsimplantats. „Viele kennen das von ihren Haustieren, wir setzen einen kleinen Chip unter die Haut, der regelmäßig Hormone ausschüttet und so verhindert, dass Naima trächtig wird, da sie zurzeit keinen Nachwuchs bekommen soll“, erklärt Zoo-Tierarzt Dr. Viktor Molnár.

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Zahnkontrolle bei Berberlöwin Naima

„Da wir an ein wildes Tier wie einen Löwen nicht so einfach herankommen, wird Naima für die kurze Untersuchung in Narkose gelegt“, erklärt Zoo-Doc Viktor Molnár. Per Pfeil wird dem Löwen-Weibchen das Narkose-Mittel aus sicherer Entfernung verabreicht, ungefähr 15 Minuten später testet das Team vorsichtig, ob Naima tatsächlich schläft. „Wir können anfangen“, stellt der Zoo-Doc fest. Routiniert beginnt das Team der Tierärzte und Pfleger mit der Arbeit, dämpft mit Ohrstöpseln und einem Handtuch über dem Gesicht die Reize der Außenwelt für die schlafende Löwin: „Die Narkose ist bei dieser Untersuchung nicht so tief wie zum Beispiel bei einer Operation“, erklärt Tierärztin Dr. Katja von Dörnberg, „wir verhindern so, dass ein lautes Geräusch zu ihr durchdringt oder sie Lichtwechsel wahrnimmt, die Schwelle für optische und akustische Reize ist bei einem seichten Schlaf deutlich niedriger.“

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Zoo-Doc Viktor Molnár setzt der Löwin das Verhütungs-Implantat

Mit schnellen Handgriffen und gekonntem Blick kontrolliert das Team die Pfoten und Zähne. „Wir schauen, dass keine Kralle in Richtung Fußballen wächst und eventuell Schmerzen beim Laufen verursacht. Außerdem werfen wir vor allem bei älteren, erwachsenen Tieren immer einen Blick auf die Zähne“, erklärt Tierpfleger Marcel Rehse. Die neunjährige Großkatze wird bei dem Einsatz außerdem gegen Katzenschnupfen sowie Tollwut geimpft und ihr wird Blut abgenommen für weitere Untersuchungen. Das Verhütungsimplantat, ungefähr so klein wie ein Transponder, wird mit einer Spritze unter die Haut gesetzt und später von Naima gar nicht wahrgenommen werden. „Das ist die Methode, für die wir uns bei den Löwen entschieden haben, anstatt die beiden Tiere zu trennen oder sogar Naima zu kastrieren“, erklärt Zoo-Tierärztin von Dörnberg. „Die Wirkung des Verhütungsimplantats hält ungefähr ein Jahr. Wird später wieder ein Zuchtpartner für Naima gefunden, könnte sie also wieder Nachwuchs bekommen“, so die Tierärztin.

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Das Zoo-Tierarzt-Team hat vorab eine Checkliste erstellt

Während der Untersuchung führt Tierarzt-Helferin Aylin Koelzer Protokoll, behält die Zeit im Blick, seit wann Naima schon schläft, und notiert alle Ergebnisse. Als letzter Punkt steht nun noch das Wiegen auf ihrer Liste. Zu viert heben sie die Löwin auf die Waage: 124,8 kg zeigt sie an. Als würde Naima dieses Gewicht nicht gefallen, lässt sie im Schlaf ein leises Knurren hören – sie wacht langsam auf. Höchste Zeit, alle Geräte abzubauen, der Löwin das Aufwachmittel zu spritzen, die Tür wieder sicher zu verschließen und Naima in Ruhe wach werden zu lassen. Das Tierarzt-Team zeigt sich zufrieden mit ihrem Einsatz: „Alles sieht soweit sehr gut aus, wir haben eine gesunde Löwin!“

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Ein Tierpfleger kontrolliert die Krallen von Löwin Naima