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Tierbestand planen

Amphibium Hannover

Tierbestand planen

Den Tierbestand plant der Erlebnis-Zoo Hannover im Einklang mit den zentralen Aufgaben moderner, wissenschaftlich arbeitender Zoos: Artenschutz, Bildung, Forschung und Erholung. Dabei arbeitet er mit anderen Zoos, Verbänden und Artenschutzorganisationen weltweit zusammen. Ziel des Erlebnis-Zoo ist es, mit seinem Tierbestand einen spannenden Einblick in die Artenvielfalt der Erde zu ermöglichen und gleichzeitig einen Beitrag zum Schutz von Arten zu leisten.
Gemäß dem One Plan Approach, der globalen Artenschutzstrategie, übernimmt der Erlebnis-Zoo Hannover mit seinem Tierbestand Aufgaben im Ex-situ-Artenschutz und verknüpft diese mit Artenschutzprojekten in den Lebensräumen.

Tierbestand im Erlebnis-Zoo 2025

Tierbestand 2025

Tierbestand managen: Ziele

Moderne, wissenschaftlich arbeitende Zoos haben die Aufgabe, Reservepopulationen bedrohter Tierarten aufzubauen. Aus diesen können reduzierte Naturbestände gestützt oder Arten wieder angesiedelt werden. Diese Aufgabe ist auch gesetzlich in der EU-Zoorichtlinie und im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG §42) festgelegt. Außerdem ist sie Teil der globalen Artenschutzstrategie der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur.
Reservepopulationen müssen gesund und genetisch vielfältig sein sowie eine stabile Altersstruktur haben. Um dies sicherzustellen, koordinieren Zoos ihre Tierbestände international. Dieses Vorgehen nennt man Populationsmanagement. Zoopopulationen von über 500 Tierarten werden in europaweiten Erhaltungszucht-Programmen "gemanagt".

Mehr zu den Erhaltungszucht-Programmen

Tierbestand managen: Praxis

Um die genetische Vielfalt einer Zoopopulation zu analysieren, nutzen Zoos digitale Zuchtbücher. Darin werden alle Individuen einer Population bei ihrer Geburt mit Angaben zu Geschlecht, Mutter und Vater erfasst. Auch der Tod von Individuen wird dokumentiert. Mit diesen Daten kann die genetische Vielfalt einer Zoopopulation durch ein Computerprogramm genau berechnet werden. Auf Grundlage der Ergebnisse werden im Rahmen der Erhaltungszucht-Programme regelmäßig Empfehlungen zur Zusammenstellung von Zuchtgruppen sowie zum Transfer von Tieren erarbeitet.
Neben der genetischen Analyse müssen auch drei entscheidende Faktoren berücksichtigt werden, die Populationen in der Natur beeinflussen: die Fruchtbarkeit (Fertilität), die Zu- und Abwanderung (Migration) sowie die Sterberate (Mortalität) der Tiere. Um die Stabilität und genetische Vielfalt von Zoopopulationen zu sichern, müssen diese Faktoren so weit wie möglich gesteuert werden. Hierfür stehen Zoos verschiedene Methoden zur Verfügung:

Tiertransporte

Zoos sind weltweit miteinander vernetzt. Tiere werden zwischen Zoos ausgetauscht, etwa wenn eine neue Tieranlage gebaut wurde, eine Tiergruppe um ein Tier ergänzt werden muss (beispielsweise nachdem ein Tier verstorben ist) oder wenn es für Jungtiere naturgemäß an der Zeit ist, ihre Eltern zu verlassen. Wenn ein tierischer Umzug ansteht, beginnt für die beteiligten Zoologinnen und Zoologinnen eine intensive Phase. Diese Arbeit endet erst, wenn sich der Schützling eingelebt hat.
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