Durch Kontrazeption (Verhütung) wird die Fortpflanzung einzelner Zootiere gezielt verhindert und somit die Fertilität in der Zoopopulation reguliert. Aufgrund der höheren Lebenserwartung von Zootieren im Vergleich zu Artgenossen in der Natur gewinnt dies zunehmend an Bedeutung. Die Wahl der Methode richtet sich nach veterinärmedizinischen und verhaltensbiologischen Kriterien:
Hormonelle und chemische Verhütung
Es werden beispielsweise hormonell wirksame Präparate eingesetzt. Die Auswahl und Anwendung erfolgt unter veterinärmedizinischer Kontrolle, da je nach Tierart und Wirkstoff Nebenwirkungen wie Verhaltensänderungen oder eine länger anhaltende Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit auftreten können.
Sterilisation/Kastration
Sterilisation und Kastration schränken die Fortpflanzungsfähigkeit dauerhaft ein. Je nach Geschlecht des Tieres und Maßnahme werden die Keimdrüsen entfernt oder die Samen- bzw. Eileiter durchtrennt. Aufgrund der langfristigen Auswirkungen erfolgt der Einsatz nach sorgfältiger veterinärmedizinischer und populationsbiologischer Abwägung.
Geschlechtertrennung und Junggesellengruppen
Männliche und weibliche Tiere können getrennt gehalten werden, um eine natürliche Fortpflanzung zu verhindern. Bei vielen Arten können beispielsweise reine Männchengruppen – sogenannte Junggesellengruppen – gehalten werden. Auch in der Natur werden solche Gruppen bei vielen Arten beobachtet.