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Zoo, Tierwohl und Artenschutz: Häufige Fragen wissenschaftlich eingeordnet

Zoos und Zoo-Kritik im Faktencheck

Worum geht es auf dieser Seite?

Über Zoologische Gärten wird kontrovers diskutiert. Viele Fragen betreffen dabei komplexe wissenschaftliche und ethische Abwägungen: Wann geht es einem Tier gut? Welche Rolle spielen Zoos im Artenschutz? Warum können Tiere nicht einfach ausgewildert werden? Diese Seite ordnet häufige Fragen anhand wissenschaftlicher Literatur ein. Sie versteht sich nicht als pauschale Verteidigung jeder Form von Zoohaltung. Entscheidend sind die Qualität der Haltung, wissenschaftliche Standards und der konkrete Beitrag einer Einrichtung.
Diese Seite stellt keine Position des Erlebnis-Zoo Hannover als wissenschaftliche Autorität dar. Sie fasst wissenschaftliche Literatur zusammen und kennzeichnet, wo Aussagen auf einzelnen Studien, Reviews, Positionspapieren oder fachlichen Einschätzungen beruhen. Die auf dieser Seite genannten Studien können unabhängig von dieser Website geprüft werden.

Die wichtigsten Fragen in Kürze

FAQ

ⓘ Zoo-Kritik umfasst wissenschaftliche, ethische und gesellschaftliche Fragen. Nicht alle davon lassen sich allein mit naturwissenschaftlichen Daten beantworten. Dieses FAQ ordnet überprüfbare Aussagen zur Tierhaltung, zu Artenschutz, Auswilderung, Bildung und Forschung anhand wissenschaftlicher Literatur ein. Es soll keine persönliche oder ethische Position zu Zoos vorschreiben.

Ausführliche wissenschaftliche Einordnung

Artikel: Zoo-Kritik im Überblick ‒ Zentrale Argumente und ihre Einordnung

ⓘ Beim folgenden Text handelt es sich um den Artikel "Zoo-Kritik im Überblick: Zentrale Argumente und ihre Einordnung" von Constantin Beck und Marcel Stawinoga aus dem Magazin "Arbeitsplatz Zoo", Ausgabe 1/2026. Der Text des Artikels wurde mit Erlaubnis der Autoren und des Magazins auf unserer Website platziert, um häufige kritische Fragen zur Existenzberechtigung von Zoos, Tierwohl und Artenschutz zu beantworten. Die Fragen wurden aus häufigen öffentlichen Argumenten und wissenschaftlichen Diskussionen abgeleitet. Die Autoren haben anschließend die Aussagen anhand wissenschaftlicher Literatur eingeordnet. Die Auswahl ist nicht systematisch und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Evidenzbasierte Betrachtung der Zootierhaltung
Kaum eine Institution wird so emotional diskutiert wie der moderne Zoologische Garten. Zwischen kritischen Nachfragen und Forderungen nach einer vollständigen Abschaffung stehen wissenschaftlich geführte Zoos heute vielleicht mehr denn je vor der Herausforderung, ihre Rolle transparent und faktenbasiert zu erklären. Viele der häufigsten Kritikpunkte beruhen jedoch auf verkürzten Annahmen, Missverständnissen oder überholten Vorstellungen von Zootierhaltung. Grundsätzlich ist eine faktenbasierte gesellschaftliche Diskussion über Zoos wichtig und sinnvoll, in der unterschiedliche Argumente und Perspektiven berücksichtigt werden und Zoos ihren gesellschaftlichen Auftrag reflektieren und weiterentwickeln können. Vor allem in Sozialen Medien, aber auch in Gesprächen im persönlichen Umfeld, wird die Debatte jedoch häufig emotional und moralisch aufgeladen geführt und oft unabhängig von wissenschaftlicher Evidenz. Dennoch prägt diese Form der Auseinandersetzung den gesellschaftlichen Diskurs über Zoos und trägt zur öffentlichen Meinungsbildung bei (Stawinoga, 2025).
Realistische Einschätzung auf fachlicher Grundlage
Die folgende Ausarbeitung greift zentrale Argumente der Zoo-Kritik auf und ordnet sie anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse in komprimierter Form ein. Ziel ist keine pauschale Verteidigung von Zoos, sondern eine differenzierte Betrachtung der Frage, auf welcher fachlichen Grundlage Zoos heute legitimiert und ethisch begründet werden können. Diese Einordnung bedeutet jedoch nicht, dass jede Form von Zoohaltung grundsätzlich unproblematisch sei. Ebenso wenig soll Natur als Lebensraum pauschal als Ort von Leid oder Mangel dargestellt, sondern ein aus Sicht der Autoren realistisches Bild der Tatsachen vermittelt werden.
Fundierte Antworten auf häufige Zoo-Kritik
Die zookritischen Positionen wurden explorativ und unsystematisch aus Social-Media-Beiträgen und -Kommentaren gesammelt und zu den hier dargestellten Thesen zusammengeführt. Diese wurden anschließend den Themen Tierwohl, Artenschutz, Bildung, Forschung und der Kategorie Weiteres zu geordnet. Die Auswahl der Beispiele sowie ihre Einordnung erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegeln die persönliche Interpretation der Autoren auf Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Literatur wider.

Kritische Argumente zum Thema Tierwohl

Kritische Position: „Tieren geht es in der Natur besser als im Zoo"

In der Natur sind Tiere vielen Gefahren ausgesetzt
Viele Menschen haben eine romantisierte Vorstellung von der Natur und gehen davon aus, dass die Natur für Tiere im Sinne des Tierwohls immer das Beste sei. In der Natur leiden Tiere jedoch häufig an Hunger, Krankheiten oder Verletzungen. Außerdem müssen sie ständig auf Fressfeinde achten und sich gegen innerartliche und zwischenartliche Konkurrenz um begrenzte Ressourcen behaupten. Auch Umwelteinflüsse und menschliche Eingriffe setzen Tieren in der Natur oft zu.
In Zoos leben Tiere vor Gefahren geschützt
Im Zoo hingegen erhalten Tiere regelmäßig an ihre Bedürfnisse an gepasstes Futter, haben dauerhaften Zugang zu tierärztlicher Versorgung und sind vor vielen natürlichen Gefahren geschützt. Deshalb werden viele Tiere in Zoos auch älter als ihre Artgenossen in der Natur (Tidiere, 2016).
Veasey (2017) argumentiert daher, dass optimales Tierwohl nicht zwangsläufig unter natürlichen Bedingungen erreicht wird und unter sorgfältig gestalteten Haltungsbedingungen sogar höher sein kann. Damit wird die weitverbreitete Annahme infrage gestellt, dass „Gefangenschaft“, also das Leben von Tieren in menschlicher Obhut, grundsätzlich nachteilig für ihr Wohlbefinden sei.
Jane Goodalls Argument für die Zootierhaltung
Auch die bekannte Schimpansenforscherin Jane Goodall betonte, dass sie als Schimpanse lieber in einem guten Zoo leben würde als in der Natur. Sie begründete dies vor allem mit der Fürsorge, die den Tieren im Zoo entgegengebracht wird und die ihnen in der Natur fehlt (Goodall, 2023). Entscheidend ist daher nicht, ob ein Lebensraum „natürlich“ ist, sondern ob die Bedürfnisse eines Tieres erfüllt werden. „Natürlich“ bedeutet nicht automatisch „Gut“. In guter Haltung werden nicht nur diegrundlegenden Bedürfnisse von Tieren erfüllt. Darüber hinaus werden sie durch Maßnahmen wie VerhaItensanreicherung (behavioral enrichment), strukturreiche Gehege, Wahlmöglichkeiten sowie gezieltes Tiertraining kognitiv und körperlich gefordert und gefördert.
Geht es Tieren in der Natur besser als im Zoo?
Fazit: "Natürlich" bedeutet nicht automatisch "gut". Entscheidend für Tierwohl ist, ob die Bedürfnisse eines Tieres erfüllt werden, nicht wo es lebt.

Kritische Position: „Tiere im Zoo zeigen nicht genug natürliches Verhalten. Das ist schlecht für ihr Wohlbefinden.“

Natürliches Verhalten bedeutet nicht, dass es Tieren gut geht
Nicht jedes Verhalten, das in der Natur vorkommt, ist automatisch positiv für das individuelle Tierwohl. Das Fliehen vor Fressfeinden ist zum Beispiel ein normales Verhalten in der Natur, geht jedoch mit Angst, Stress und einem erhöhten Verletzungsrisiko einher. Zoos haben die Möglichkeit, Tiere vor solchen Belastungen zu schützen und gleichzeitig wichtige Verhaltensbedürfnisse gezielt zu fördern. Studien zeigen, dass nicht entscheidend ist, ob ein Verhalten dem Verhalten in der Natur entspricht, sondern warum es gezeigt wird und welche Folgen es für das Tier hat (Veasey et al., 1996). Viele Verhaltensweisen entstehen unter ökologischen Zwängen, etwa durch Hunger, Konkurrenz oder Feinde. Sie sind des halb nicht automatisch positiv für das Tierwohl. Auch auffällige oder stereotype Verhaltensweisen müssen differenziert betrachtet werden. Sie können auf Probleme hinweisen und sollten als Warnsignal ernst genommen werden. Gleichzeitig sind sie kein eindeutiger Maßstab für ein beeinträchtigtes Wohlbefinden eines einzelnen Tieres; Umgekehrt bedeutet auch ihr Fehlen nicht automatisch, dass es einem Tier gut geht (Mason & Latham, 2004).
Wichtig ist vielmehr, ob Tiere ihre grundlegenden Bedürfnisse ausleben können, etwa Zugang zu geeigneter Nahrung, einer passenden Umwelt, guter Gesundheit sowie Möglichkeiten zu für ihr Wohlergehen wichtigen Verhaltensweisen und sozialen Interaktionen haben (Mellor et al., 2020). Tiere in guter Haltung können deshalb andere Verhaltensmuster zeigen als Tiere derselben Art in der Natur, ohne dass ihr Wohlbefinden darunter leidet (Veasey et al., 1996).
Tiere in Zoos haben mehr Zeit für Spiel und Neugier
Dabei kann sich auch verändern, wie häufig bestimmte Verhaltensweisen gezeigt werden. Eine Studie zu Sumatra-Orang-Utans zeigte beispielsweise, dass Tiere in Zoos Objekte häufiger und vielfältiger erkunden, häufiger mit Werkzeugen arbeiten und sich teilweise gleichzeitig mit mehreren Gegenständen beschäftigen (Laumer, 2025). Eine mögliche Erklärung ist, dass Tiere in der Natur mehr Zeit für Nahrungssuche und Wachsamkeit aufwenden müssen, während Tiere im Zoo ihre Neugier auch im Erwachsenenalter stärkerausleben können. Vergleiche mit dem Verhalten naturlebender Artgenossen können dennoch wichtige Hinweise liefern. Kelly et al. (2025) zeigen, dass sich die Häufigkeit einzelner Verhaltensweisen zwischen wildlebenden Tieren und Zootieren teilweise unterscheidet. Über viele untersuchte Gruppen hinweg traten in Zoos häufiger abnormale Verhaltensweisen auf, während etwa Nahrungssuche oft seltener war. Solche Vergleiche können eine Orientierung geben, welche Verhaltensweisen für eine Art besonders wichtig sind.
Verhaltensweisen können beispielsweise deshalb eine besondere Bedeutung haben, weil sie zentrale physiologische oder psychologische Bedürfnisse erfüllen oder weil sie in der Natur einen großen Teil der Aktivitätszeit einnehpien und sich in menschlicher Obhut nur begrenzt durch andere Aktivitäten ersetzen lassen.
Ein Ansatz, der diese Zusammenhänge systematisch berücksichtigt und für die Zootierhaltung nutzbarmacht, ist das Animal Welfare Priority Identification System (AWPIS). Dabei wird bewertet, welche Verhaltensweisen und zugrunde liegenden Motivationen für eine Art besonders wichtig sind. Grundlage dafür sind die Verhaltensökologie der Art sowie die Motivation einzelner Verhaltensweisen (Veasey, 2025).
Tiere im Zoo verhalten sich weniger natürlich. Geht es ihnen darum schlechter?
Fazit: Entscheidend für Tierwohl ist nicht, ob Tiere möglichst „natürliches" Verhalten zeigen, sondern ob ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Vergleiche mit Verhalten in der Natur können dabei eine Orientierung bieten, müssen jedoch immer im Zusammenhang mit den zugrunde liegenden Motivationen undden Folgen von Verhaltensweisen betrachtet werden.

Kritische Position „Tiere haben im Zoo weniger Platz als in der Natur, das kann nicht gut sein.“

Vielfalt und Beschäftigung sind entscheidend für das Tierwohl
Die Größe eines Zoogeheges allein ist kein verlässlicher Indikator für das Wohlbefinden eines Tieres. Entscheidend ist weniger die reine Fläche oder das Volumen, sondern wie dieser Lebensraum gestaltet und nutzbar gemacht wird (Veasey, 2020). Gute Zoogehege bieten deshalb Abwechslung, Rückzugsorte, Beschäftigung und Wahlmöglichkeiten, zum Beispiel beim Fressen, Erkunden oder Ruhen. Platz ist dabei vor allem die Voraussetzung dafür, dass ein Gehege so strukturiert werden kann, dass es unterschiedliche Bedürfnisse der Tiere erfüllt. Fehlen diese Möglichkeiten, kann das Wohlbefinden auch in großen Anlagen beeinträchtigt werden.
Tiere haben im Zoo weniger Platz als in der Natur. Kann das gut sein?
Fazit: Entscheidend für das Tierwohl ist nicht die Größe eines Geheges allein, sondern wie der verfügbare Raum genutzt werden kann und strukturiert ist, damit er den Bedürfnissen der Tiere gerecht wird.

Kritische Position: „Die Besucher stressen die Tiere im Zoo.“

Der Einfluss von Zoobesuchern auf das Tierwohl
Viele Studien zeigen, dass Zoobesucher keinen einheitlichen Einfluss auf Verhalten oder Wohlbefinden von Tieren haben (Davey, 2007; Sherwen & Hemsworth, 2019). Je nach Tierart, Individuum und Haltungsbedingungen können Besucher negative Effekte (Wells, 2005; Wood, 1998; Mallapur et al., 2005; Cooke & Schillaci, 2007; Sellinger & Ha, 2005; Pifarre et al., 2012), positive Effekte (Cook& Hosey, 1995; Todd et al., 2007) oder auch keine messbaren Effekte (O’Donovan et al., 1993; Margulis et al., 2003; Sherwen et al., 2014) auf Verhalten oder Wohlbefindenvon Tieren haben.
Rückzugsmöglichkeiten zum Wohl der Tiere
Auffällig ist, dass selbst bei derselben Tierart verschiedene Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen (Wood, 1998; Cook & Hosey, 1995). Das zeigt, dass nicht die Tierart allein entscheidend ist. Wichtiger sind Faktoren wie Gewöhnung an Menschen, individuelle Persönlichkeit, soziale Situation sowie Gehegegestattung und Besuchermanagement. Besonders wichtig ist dabei die Wahlfreiheit der Tiere. Rückzugsmöglichkeiten ermöglichen es ihnen, sich Besuchern zu entziehen, und können dadurch mögliche negative Besuchereffekte verringern (Hosey, 2008; Fernandez et al., 2009).
Erleben Zootiere Stress durch die Besucher?
Fazit: Ein pauschales Urteil wie „Besucher stressen Tiere“ ist wissenschaftlich nicht haltbar. Ob Besucher einen positiven, negativen oder keinen Effekt auf Zootiere haben, hängt stark von Tierart, individuellem Verhalten, Haltungsbedingungen und Gestaltung der Anlage ab.

Kritische Position: „Vögel im Zoo flugunfähig zu machen ist schlecht für die Tiere."

Deutsche Zoos machen Vögel nicht dauerhaft flugunfähig
In Deutschland ist das dauerhafte Flugunfähigmachen von Vögeln heute verboten. Dauerhaft flugunfähige, also kupierte, Vögel in Zoos stammen daher aus früheren Zeiten oder aus Ländern mit anderen Regelungen. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass es diesen Tieren schlecht geht.
Für viele Vögel ist die richtige Anlage wichtiger als das Fliegen
Ob ein Vogel unter Flugunfähigkeit leidet, hängt stark von der Art und den Haltungsbedingungen ab. Für die große Mehrheit der Vogelarten, etwa 97 Prozent, ist Flugfähigkeit wichtig und wird in Zoos auch angestrebt (VdZ, 2016). Bei einigen wenigen Arten, vor allem großen Vögeln wie Flamingos, Pelikanen oder Kranichen, gilt Fliegen jedoch nicht die wichtigste Form der Fortbewegung. Diese Arten bewegen sich überwiegend schwimmend oder laufend. Große und gut gestaltete Teichanlagen können ihre Bedürfnisse daher häufig besser erfüllen als kleine Fluganlagen.
Zoos priorisieren die wichtigsten Bedürfnisse der Tiere
Vögel fliegen meist nicht zum Selbstzweck, sondern weil das Fliegen bestimmte Funktionen erfüllt, zum Beispiel Nahrungssuche, Feindvermeidung oder Zugverhalten (Dollinger et al., 2013). Viele dieser Gründe entfallen in Zoohaltung oder sind für manche Arten weniger relevant. Entscheidend ist daher nicht allein, ob ein Vogel fliegen kann, sondern ob seine artspezifischen und individuellen Bedürfnisse erfüllt werden. Fliegen ist außerdem energieaufwendig. Ein Vogel fliegt in der Regel nur so viel, wie es für ihn notwendig scheint. Auch wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass Flugfähigkeit allein kein verlässlicher Indikator für das Wohlbefinden von Vögeln ist. Bei Weißstörchen zeigten sich beispielsweise keine Unterschiede in den gemessenen Stresswerten zwischen flugfähigen und flugunfähigen Individuen. Stattdessen scheinen Faktoren wie Haltungsbedingungen, Umgebung und Management eine größere Rolle zu spielen (Liermann, 2025).
Ist Vögel flugunfähig zu machen schlecht für die Tiere?
Fazit: Entscheidend für das Tierwohl eines Vogels ist nicht allein seine Flugfähigkeit, sondern ob seine artspezifischen und individuellen Bedürfnisse erfüllt werden.

Kritische Position: "Tiere im Zoo wollen frei sein/Tiere im Zoo wollen nicht eingesperrt sein."

Menschliche Paradigmen unterscheiden sich von der Lebensrealität der Tiere
Der Begriff „Freiheit“ wird in dieser Diskussion häufig verwendet, ist jedoch schwer eindeutig zu definieren. Als menschlicher Begriff beschreibt er vor allem soziale und politische Rechte innerhalb einer Gesellschaft. In der Debatte über Zoos wird er jedoch oft einfach mit „Leben in der Natur“ gleichgesetzt. Diese Gleichsetzung ist problematisch, weil Tiere nicht in einem solchen gesellschaftlichen System leben und ihre Lebensrealität daher nicht direkt mit „menschlicher Freiheit“ vergleichbar ist.
Die Freiheit der Tiere ist auch in der Natur eingeschränkt
Zudem wird dabei häufig übersehen, dass Tiere auch in der Natur nicht frei im Sinne unbegrenzter Bewegungsmöglichkeiten sind. Sie können nur dort leben, wo geeignete Lebensbedingungen vorhanden sind, zum Beispiel ausreichend Nahrung, passende klimatische Bedingungen, oder gegebenenfalls Sozialpartner. Zusätzlich begrenzen natürliche Barrieren oder Revierstrukturen die Verbreitung vieler Arten. Studien zeigen beispielsweise, dass viele Raubtiere ihr Jagd- und Suchverhalten flexibel an die Verfügbarkeit von Nahrung anpassen und auch Kadaver nutzen, wenn diese verfügbar sind, da aktive Jagd mit hohen energetischen Kosten verbunden ist (Pereira et al., 2014). Für das Wohlbefinden eines Tieres ist deshalb nicht allein entscheidend, wie groß ein Lebeosraum ist, sondern ob seine Bedürfnisse erfüllt werden. Entscheidend ist daher weniger die reine Fläche, sondern wie gut ein Lebensraum gestaltet ist, um diesen Bedürfnissen der Tiere gerecht zu werden.
Wollen Tiere lieber frei sein, als im Zoo eingesperrt zu leben?
Fazit: Tiere sind auch in der Natur räumlich begrenzt. Entscheidend für ihr Wohlbefinden ist nicht pauschal die Größe eines Lebensraums, sondern ob darin ihre Bedürfnisse erfüllt werden.

Kritische Position: "Artgerecht ist nur die Freiheit"

Zoos berücksichtigen die Bedürfnisse individueller Tiere
Der Ausruf „Artgerecht ist nur die Freiheit“ klingt zunächst überzeugend, ist aber problematisch, weil sowohl „artgerecht“ als auch „Freiheit“ sehr ungenaue und unterschiedlich verwendete Begriffe sind. Der Begriff „Freiheit“ wird in dieser Diskussion häufig mit „Leben in der Natur“ gleichgesetzt. Tatsächlich sind Tiere jedoch auch dort nicht unbegrenzt frei. Reviergrenzen, Nahrungsangebot, soziale Strukturen oder natürliche Barrieren bestimmen, wo Tiere leben und sich hinbewegen können. Auch der Begriff „artgerecht“ ist komplex. „Artgerecht“ im Sinne von „einer Art gerecht werden“ lässt sich kaum auf alle Individuen einer Art gleichermaßen anwenden. Tiere derselben Art können sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben, zum Beispiel je nach Alter, Geschlecht, Charakter, Erfahrung oder sozialer Situation. Deshalb wird heute häufig eher von tiergerechter Haltung gesprochen, bei der das einzelne Tier und seine individuellen Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen.
Tiere in der Natur leiden unter Hunger, Krankheit und Verletzungen
Zudem wäre es weder sinnvoll noch erstrebenswert, Tiere im Zoo genauso leben zu lassen wie Tiere der selben Art in der Natur. Dort gehören Hunger, Krankheiten, Verletzungen und ein frühes Sterben zur Lebensrealität. Viele dieser Risiken werden in Zoos vermieden oder deutlich reduziert. In der modernen Zootierhaltung geht es deshalb nicht darum, die Natur möglichst exakt zu kopieren. Ziel ist vielmehr, den Bedürfnissen der Tiere gerecht zu werden, oft auch den Bedürfnissen einzelner Individuen. Ein älteres Tier benötigt zum Beispiel andere Strukturen im Gehege, weichere Liegeflächen oder eine angepasste Fütterung. Gute Tierhaltung bedeutet daher, Tiere individuell zu betrachten und ihre Bedürfnisse gezielt zu berücksichtigen.
"Artgerecht ist nur die Freiheit" ‒ Stimmt das?
Fazit: Tiere leben auch in der Natur nicht in räumlicher „Freiheit", und „artgerecht" ist kein verlässlicher Maßstab für hohes Tierwohl. Entscheidend sind die Bedürfnisse des einzelnen Tieres.

Kritische Argumente zum Thema Artenschutz und Auswilderung

Kritische Position: „Tiere im Zoo verlieren ihre Instinkte oder werden zu Haustieren."

Zootiere werden nicht domestiziert
Eine Domestikation entsteht nur, wenn Tiere über viele Generationen gezielt nach bestimmten Eigenschaften wie Zahmheit gezüchtet werden. Bei Wildtieren im Zoo ist das nicht der Fall. Sie werden so gezüchtet, dass genetische Vielfalt und Gesundheit der Population erhalten bleiben. Tiere, die im Zoo geboren werden, wachsen zwar in Anwesenheit von Menschen auf und können sich an diese gewöhnen, doch das bedeutet nicht, dass ihre Gene verändert werden oder ihre Instinkte verloren gehen. Selbst große Raubtiere oder Menschenaffen behalten ihre artspezifischen Verhaltensweisen.
Keine wesentlichen Verhaltensveränderungen
Studien an Wildmeerschweinchen zeigen, dass selbst nach etwa 30 Generationen in Haltung keine wesentlichen Veränderungen im Verhalten im Vergleich zu Wildmeerschweinchen in der Natur auftreten, während sie sich zu domestizierten Hausmeerschweinchen deutlich unterscheiden (Künzl et al., 2003). Umgekehrt können sich auch Wildtiere außerhalb von Zoos an Menschen gewöhnen. Dies geschieht zum Beispiel bei Feldstudien, bei denen Tiere an die Anwesenheit von Forschenden gewöhnt werden, oder in touristischen Gebieten, in denen Tiere regelmäßig Menschen begegnen. Auch hier bleiben diese Tiere Wildtiere.
Verlieren Tiere im Zoo ihre Instinkte und werden zu Haustieren?
Fazit: Wildtiere im Zoo bleiben Wildtiere, da sie nicht domestiziert werden. Gewöhnung an Menschen bedeutet nicht, dass Instinkte verloren gehen oder eine Domestikation stattfindet.

Kritische Position: „Echter Artenschutz kann nur in den Lebensräumen stattfinden."

Der Schutz von Lebensräumen reicht nicht aus
Der Schutz natürlicher Lebensräume ist ein zentraler Bestandteil des Artenschutzes. Allein reicht er jedoch in vielen Fällen nicht aus. Die Weltnaturschutzunion IUCN, Herausgeber der Roten Liste gefährdeter Arten betonte 2023 in einem Positionspapier die wichtige Rolle von Zoos im Artenschutz und stellte fest, dass diese Rolle häufig unterschätzt oder missverstanden wird (IUCN SSC, 2023). Hinter diesem Positionspapiersteht die IUCN Species Survival Commission (SSC), ein Netzwerk mit über 10000 Artenschutzexpertinnen und Artenschutzexperten weltweit. Die IUCN betont, dass zusätzliche Reservepopulationen in menschlicher Obhut, zum Beispiel in Zoos, für Tausende Arten dringend benötigt werden, um ihr Aussterben zu verhindern.
Reservepopulationen in Zoos werden dringend gebraucht
Der Hintergrund ist, dass für viele Populationen nicht mehr genügend Zeit bleibt, sich in der Natur zu erholen. Manche Arten würden aussterben, noch bevor Schutzmaßnahmen in ihrem natürlichen Lebensraumwirken können. Gleichzeitig werden Regierungsbehörden und andere Akteure im Naturschutz von der IUCN dazu aufgerufen, stärker mit Zoos zusammenzuarbeiten. Bereits heute kooperieren weltweit unzählige Naturschutzorganisationen mit Zoos, darunterauch bekannte Organisationen wie WWF, Greenpeace oder NABU.
Kann echter Artenschutz nur in den Lebensräumen stattfinden?
Fazit: Wirksamer Artenschutz braucht beides, den Schutz natürlicher Lebensräume und Reservepopulationen in menschlicher Obhut.

Kritische Position: „Zoos haben weniger Arten gerettet, als aussterben"

Zoos tragen erfolgreich zu Verbesserungen im Gefährdungsstatus bedrohter Tiere bei
Weltweit sterben deutlich mehr Arten aus, als Zoos allein retten könnten. Das bedeutet jedoch nicht, dass Zoos keine wirksame Artenschutzarbeit leisten. Denn es ist in der Regel wesentlich schwieriger, eine Art zu erhalten, als sie auszurotten. Entscheidend ist deshalb, welchen Anteil Zoos an erfolgreichen Artenschutzmaßnahmen haben. Studien zeigen, dass Zucht- und Auswilderungsprogramme mit Beteiligung von Zoos für rund 25 Prozent der globalen Verbesserungen im Gefährdungsstatus von Wirbeltieren auf der Roten Liste verantwortlich waren (Conde et al., 2011).
Warum werden Zoos gebraucht, wenn mehr Arten aussterben, als sie retten können?
Fazit: Auch wenn Zoos das weltweite Artensterben nicht allein stoppen können, leisten sie einen nachweisbaren Beitrag zum Artenschutz.

Kritische Position: „Warum wildern Zoos so wenig aus?"

Oft gibt es keinen Lebensraum für Auswilderungen
Eine Auswilderung klingt oft einfach, ist in der Praxis jedoch sehr komplex. Für 88 Prozent der bedrohten Arten ist Lebensraumverlust ein relevanter Bedrohungsfaktor (Hogue & Breon, 2022). Es gibt dem nach häufig nicht zu wenige Individuen, sondern zu wenig geeigneten Lebensraum. Dort ausgewilderte Tiere würden häufig weder ausreichend Nahrung noch geeignete Partner oder sichere Rückzugsorte finden. Zudem bestehen zusätzliche Bedrohungen oft weiterhin, etwa durch invasive Arten, Wilderei oder andere menschliche Einflüsse.
Erfolgreiche Auswilderungsprojekte erfordern massiven Aufwand
Auch für die Tiere selbst ist eine Auswilderung an spruchsvoll. Viele Arten müssen vorbereitet werden, zum Beispiel um selbstständig Nahrung zu finden, Gefahren zu erkennen oderden Kontaktzu Menschen zu vermeiden (Dinter, 2021). Auswilderungsprojekte erfordern außerdem sichere Lebensräume, langfristige Planung und eine enge Zusammenarbeit zwischen Behörden, Naturschutzorganisationen, Wissenschaft lern und der lokalen Bevölkerung. Auch nach der Auswilderung ist häufig eine langfristige wissenschaftliche Begleitung notwendig.
Zoos wildern so viel aus, wie es sinnvoll möglich ist
Zoos wildern daher nicht zu wenig aus, sondern in der Regel so viel, wie für Tiere und Art sinnvoll und verantwortbar ist. Unüberlegte Auswilderungen würden mehr schaden als helfen. Der Grundstock der Zuchtpopulationen in Zoos muss zudem immer erhalten bleiben. Erst wenn dieser stabil ist, können zusätzliche Tiere für Auswilderungsprogramme zur Verfügung gestellt werden.
Warum wildern Zoos so wenig aus?
Fazit: Die bisherige Forschung spricht für das Argument von Zoos, dass Zoos nicht grundsätzlich zu wennig Tiere auswildern, sondern sich an biologisch sinnvollen und verantwortbaren Bedingungen orientieren. Dabei leisten sie einen wichtigen Beitrag zu erfolgreichen Auswilderungsprogrammen.

Kritische Position: „Eine Auswilderung ist immer das Beste für das Tier.“

Auswilderung birgt erhebliche Risiken für individuelle Tiere
Eine Auswilderung ist in erster Linie eine Maßnahme des Artenschutzes, nicht des Tierschutzes. Zwar wird bei Auswilderungsprojekten geprüft, ob ein Tier grundsätzlich für ein eigenständiges Leben in der Natur geeignet ist. Ziel einer Auswilderung istjedoch nicht, das individuelle Wohlergehen eines einzelnen Tieres zu maximieren, sondern natürliche Populationen zu stärken oder wieder aufzubauen. Für das einzelne Tier ist das Leben in der Natur oft mit erheblichen Risiken verbunden: Fressfeinde, Konkurrenz um Nahrung und Reviere, Parasiten, Krankheiten oder Nahrungsknappheit gehören dort zum Alltag.
Auswilderungen dienen dem Artenschutz ‒ doch Tieren leben in Zoos meist sicherer
Studien zeigen, dass viele ausgewilderte Tiere innerhalb kurzer Zeit sterben (van der Sandt, 2017; Cope et al., 2022). Selbst gesunde Tiere, die ursprünglich aus der Natur stammen und in geeignete Lebensräume gebracht werden, haben häufig nur begrenzte Überlebenschancen. Ein Beispiel zeigt dies deutlich: In einer Studie zu Bengalischen Plumploris in Bangladesch überlebten nur etwa 22 Prozent der ausgewilderten Tiere länger als sechs Monate (Al-Razi et al., 2026). Das Risiko für das einzelne Tier ist also hoch. Für den Artenschutz kann die erfolgreiche Integration einzelner Tiere dennoch entscheidend sein. Damit wird auch dergrundlegende Unterschied deutlich. Tierschutz fragt, was für das einzelne Tier am besten ist. Artenschutz fragt, was für die Population oder die Art insgesamt am besten ist. Beide verfolgen unterschiedliche Ziele. Aus Sicht des individuellen Tierwohls kann daher eine gute Haltung in menschlicher Obhut in vielen Fällen sicherer sein als ein ungeschütztes Leben in der Natur (Veasey, 2017).
Ist Auswilderung das Beste für das Tier?
Fazit: Auswilderungen können für den Artenschutz entscheidend sein, sind aber nicht automatisch das Beste für das einzelne Tier.

Kritische Position: „Zoos halten kaum bedrohte Arten."

Wie viele Zootiere sind bedroht?
Rund 20 Prozent der Tierarten in wissenschaftlich geführten Zoos gelten laut Roter Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN als potenziell gefährdet (NT), gefährdet (VU), stark gefährdet (EN), vom Aussterben bedroht (CR) oder in der Natur ausgestorben (EW) (Gilbert et al., 2017).
Viele Tierarten sind möglicherweise bedrohter, als Ihr Status suggeriert
Um diese Zahl einzuordnen, muss man verstehen, wie die Rote Liste entsteht. Für jede Art werden wissenschaftliche Bewertungen erstellt. Dabei fließen unter anderem Populationsgröße, Bestandstrend, Verbreitungsgebiet, Lebensraumverlust und bekannte Bedrohungen ein. Trotzdem bleiben diese Bewertungen immer eine Annäherung an die tatsächliche Situation. Viele Arten konnten seit Jahren oder sogar Jahrzehnten nicht neu bewertet werden. Manche Arten gelten deshalb noch als nicht gefährdet (LC), obwohl ihre Bestände möglicherweise bereits stark zurückgegangen sind. Bei anderen Arten fehlen ausreichende Daten. Sie werden mit ungenügender Datengrundlage (DD) eingestuft.
Zoos dienen nicht allein dem Artenschutz
Zudem haben moderne Zoos nicht nur den Artenschutz als Aufgabe. Zoologische Gärten arbeiten traditionell auf Grundlage von vier zentralen Aufgaben: Erholung, Bildung, Forschung und Artenschutz. Die gehaltenen Tierarten spiegeln diese Aufgaben wider. Manche Arten sind besonders wichtig für Zucht und Artenschutzprogramme. Andere eignen sich besonders gut für Bildung, Forschung oder die Vermittlung ökologischer Zusammenhänge. Auch deshalb halten Zoos nicht ausschließlich bedrohte Arten. Außerdem bauen Zoos wichtiges Wissen über Haltung, Zucht und Management vieler Tierarten auf.
Auch nicht akut bedrohte Arten können Teil einer Artenschutzstrategie sein
Dieses Wissen kann auf andere Arten übertragen werden und für den Schutz bedrohter Arten sehr wichtig sein. Gleichzeitig können und sollten Zoos prüfen, ob die Artenauswahl künftig stärker in Richtung bedrohter Arten verschoben werden kann, besonders dort, wo einzelne Arten mehrere der vier zentralen Aufgaben zugleich erfüllen können. Dabei wird in der internationalen Zooarbeit bereits zunehmend berücksichtigt, dass auch nicht unmittelbar bedrohte Arten indirekt zum Artenschutz bei tragen können. Im Rahmen von Regional Species Plans wird bewertet, welche Rolle Populationen für den Artenschutz spielen können, etwa als Ex-situ-Reservepopulationen, aber auch für Forschung, für Umweltbildung und Sensibilisierung oder zur Unterstüt zung von Naturschutzmaßnahmen. Auch nicht akut bedrohte Arten können auf diese Weise Teil einer umfassenderen Artenschutzstrategie sein (EAZA 2019).
Halten Zoos genug bedrohte Tierarten?
Grundsätzlich gilt: Für ein Tier im Zoo ist weniger entscheidend, warum seine Art gehalten wird, sondern wie. Wichtig ist, dass Tiere unter guten Haltungsbedingungen leben, ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden und ihr Wohlergehen im Mittelpunkt steht. Gute Tierhaltung definiert sich über Tierwohl, nicht über den Gefährdungsstatus einer Art.
Stimmt es, dass Zoos kaum bedrohte Arten halten?
Fazit: Zoos halten nicht ausschließlich bedrohte Arten, da sie neben Artenschutz auch Bildung, Forschung und Erholung als zentrale Aufgaben erfüllen. Gleichzeitig können auch nicht unmittelbar bedrohte Arten indirekt zum Artenschutz beitragen.

Kritische Position: „Zoos töten ihre Tiere - das ist unethisch und schadet dem Artenschutz."

Erhalt der biologischen Vielfalt
Zoos sollen stabile Reservepopulationen aufbauen und damit zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen. Dieses Ziel ist auch international und gesetzlich verankert, etwa im Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD) von Rio 1992, in der EU-Zoorichtlinie (1999/22/EG) sowie im Bundesnaturschutzgesetz (§ 42 BNatSchG). Zoos leisten damit wichtige Beiträge zum Schutz gefährdeter Tierarten. Ziel ist es, genetisch stabile Populationen in menschlicher Obhut zu erhalten, die später auch zur Bestandsstützung oder Wiederansiedlung genutzt werden können (Encke & Moritz, 2025).
Populationsmanagement erfordert Nachwuchs
Anders als in der Natur sind Tiere im Zoo kaum oder weniger natürlichen Sterblichkeitsfaktoren wie Fressfeinden, Verletzungen oder Krankheiten ausgesetzt. Gleichzeitig werden viele Tiere durch Fortschritte in Haltung und Tiermedizin deutlich älter als ihre Artgenossen in der Natur. Dadurch geraten die begrenzten Platzkapazitäten zoologischer Einrichtungen zunehmend unter Druck. Viele Zoos reagieren darauf, indem sie Fortpflanzung einschränken oder ganz verhindern. Das kann kurzfristig Platzprobleme entschärfen, hat jedoch langfristige Nachteile für Tierwohl und Populationsmanagement. Verhütungsmethoden können Nebenwirkungen haben oder nicht reversibel sein. Auch dauerhafte Geschlechtertrennung kann Verhalten einschränken und Stress verursachen. Zudem verlieren manche Tierarten wichtige Erfahrungen in Fortpflanzung und Jungtieraufzucht.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: die Altersstruktur der Populationen. Analysen zeigen, dass viele Zoo Populationen bereits überaltern und zu wenig Jungtiere geboren werden (Meireles et al., 2026). Ohne ausreichende Reproduktion können Populationen langfristig nicht stabil bleiben. Andere scheinbare Lösungen sind ebenfalls begrenzt. Der Austausch von Tieren zwischen Zoos gehört zwar zum Populationsmanagement, doch auch andere Einrichtungen haben nur begrenzten Platz. Auswilderungen sind meist ebenfalls schwierig, weil unter anderem oft geeignete Lebensräume fehlen. Vor diesem Hintergrund kann Tötung ein Instrument des Populationsmanagements sein. Durch die gezielte Auswahl einzelner Tiere lassen sich reproduktiv aktive und genetisch stabile Populationen erhalten, ohne Fortpflanzung dauerhaft zu verhindern (Clauss et al., 2025).
Tötungen von Zootieren sind nur möglich, wenn das Tierschutzgesetz sie zulässt
Werden Tiere im Rahmen eines solchen Managements getötet, können ihre Körper anschließend an Raubtiere verfüttert werden („Breed & Feed“). Ganze Tierkörper entsprechen der natürlichen Nahrung vieler Fleischfresser, fördern artspezifisches Fressverhalten und reduzieren den Bedarf an extern bezogenem Fleisch. In Deutschland ist das Töten von Wirbeltieren nur mit einem „vernünftigen Grund“ erlaubt (TierSchG, 2006, § 1; § 17, Abs. 1) Eine Tötung allein zum Populationsmanagement ist derzeit rechtlich nicht ausdrücklich erlaubt und wird kontrovers diskutiert (Encke & Moritz, 2025). Die Nutzung der Tiere als Futter („Breed & Feed“) kann dagegen im Einzelfall einen solchen Grund darstellen.
Zoos töten Tiere ‒ Ist das unethisch? Schadet es dem Artenschutz?
Fazit: Damit Zoo-Populationen langfristig stabil bleiben, müssen Tiere sich fortpflanzen können. Populationsmanagement, in manchen Fällen auch durch Tötungen, kann daher Teil eines verantwortungsvollen Managements sein.

Kritische Argumente zum Thema Bildung

Kritische Position: „Leute lernen im Zoo doch nichts."

Der Bildungseffekt von Zoos
Eine große Meta-Studie, in der 56 Einzelstudien aus gewertet wurden, zeigt dass Menschen nach einem Zoobesuch
  1. mehr über Natur- und Artenschutzwissen
  2. dem Naturschutz positiver gegenüberstehen
  3. eher bereit sind, sich selbst zu engagieren (McNally et al., 2025).
Dieser Lerneffekt entsteht auf verschiedene Weise: durch Führungen, Tierpflegergespräche, Tierpräsentationen, Ausstellungen oderauch durch den normalen Zoobesuch. Zoos sind damit nachweislich Orte, an denen Menschen Wissen über Tiere erwerben, ihre Einstellung zu Natur- und Artenschutzverändern und Motivation entwickeln, sich förderen Schutz einzusetzen.
Lernen Gäste im Zoo überhaupt etwas?
Fazit: Zoos sind nachweislich Orte der Umweltbildung, an denen Menschen Wissen über Tiere erwerben, ihre Einstellung zu Natur- und Artenschutz verändern und Motivation entwickeln, sich für deren Schutz einzusetzen.

Kritische Position: „Man muss nicht in den Zoo gehen, man kann auch eine Doku schauen. “

Zoos und Naturdokumentationen erfüllen verschiedene Funktionen
Zoos beanspruchen nicht, die einzige Möglichkeit für Umweltbildung zu sein. Wichtig ist jedoch: Eine Dokumentation ist eher kein realistischer Ersatz für einen Zoobesuch als Freizeitaktivität. In der Praxis entscheiden sich Menschen selten bewusst zwischen einem Zoobesuch und dem Schauen einer Dokumentation. Beide erfüllen unterschiedliche Funktionen. Eine Dokumentation ist ein Medienangebot, ein Zoo hingegen ein Ausflugsort, an dem Menschen Tiere direkt erleben und gemeinsam Zeit verbringen.
Effektive Stärkung der Empathie
Studien zeigen außerdem, dass direkte Begegnungen mit Tieren eine andere Wirkung haben als das Anschauen von Videos. Menschen reagieren bei realen Tierbegegnungen emotional stärker als beim Betrachten von Aufnahmen. Diese stärkeren emotionalen Reaktionen gehen häufig mit größerer Empathie gegenüber Tieren und einer höheren Bereitschaft einher, sich für Natur- und Artenschutz zu engagieren. Dokumentationen können Wissen ähnlich gut vermitteln, lösen im Durchschnitt jedoch weniger Empathie und geringere Handlungsabsichten aus (Barrett & Snyder, 2025).
Warum muss es Zoos zur Bildung geben, wenn man auch Tier-Dokus schauen kann?
Fazit: Dokumentationen können Wissen vermitteln, doch direkte Begegnungen mit Tieren haben oft eine stärkere emotionale Wirkung und können Menschen stärker für Natur- und Artenschutz sensibilisieren.

Kritische Position: „Dinosaurier sind bei Kindern beliebt, obwohl sie noch nie einen Dinosaurier gesehen haben - wir brauchen keine Zoos, um Menschen für Tiere zu begeistern!“

Direkte Begegnungen fördern emotionale Bindungen
Zoos nehmen nicht für sich in Anspruch, die einzige Möglichkeit für Tier-, Natur- und Umweltbildung zu sein. Das „Dino-Argument" greift darüber hinaus zu kurz. Denn niemand kann sagen, wie beliebt Dinosaurier wären, wenn man ihnen tatsächlich lebend begegnen könnte. Studien zeigen, dass Menschen zu Tieren eine stärkere emotionale Beziehung auf bauen, wenn sie ihnen direkt begegnen, statt sie nur auf Bildern oder in Videos zu sehen (Barrett & Snyder, 2025). Es ist daher plausibel, dass Dinosaurier noch populärer wären, wenn man sie live erleben könnte. Genau darin liegt eine zentrale Stärke von Zoos: Sie machen Tiere nicht nur medial, sondern unmittel bar erlebbar. Solche direkten Begegnungen fördern eine stärkere emotionale Bindung zu Tieren. Studien zeigen, dass diese Erfahrungen die Bereitschaft erhöhen können, sich für Natur- und Artenschutz ein zusetzen (Barrett & Snyder, 2025).
Braucht man wirklich Zoos, um Menschen für Tiere zu begeistern?
Fazit: Dinosaurier sind ein Beispiel dafür, dass Menschen sich auch ohne direkte Begegnung für Tiere interessieren können. Studien zeigen jedoch, dass Begegnungen mit lebenden Tieren stärkere emotionale Reaktionen auslösen als Filme oder Dokumentationen und dadurch das Interesse an Natur- und Artenschutz stärker fördern.

Kritische Position: „Eine Studie zeigt, dass Kinder dümmer aus dem Zoo gehen, als sie hineingekommen sind“

Fragliche Studie beschreibt normale Lernprozesse
Die Studie (Jensen, 2014), auf die sich diese Behauptung meist bezieht, sagt nicht, dass Kinder durch Zoobesuche „dümmer“ werden. In der Untersuchung wurden Kinder vor und nach einem Zoobesuch befragt. Dabei kam es vereinzelt vor, dass Kinder nach dem Besuch Fragen falsch beantworteten, die sie zuvor richtig gelöst hatten, meist durch Missverständnisse oder Verwechslungen. Solche Effekte sind in Lernprozessen jedoch normal und treten auch in anderen Bildungsangeboten auf.
Insgesamt bestätigt die Studie Zoos als effektive Bildungsorte
Entscheidend ist das Gesamtbild der Studie: Deutlich mehr Kinder hatten nach dem Zoobesuch neues Wissen erworben. Dieser Lerneffekt zeigte sich sowohl bei unbegleiteten Besuchen als auch, noch stärker, bei Führungen durch Fachpersonal. Jensen (2014) betont selbst, dass seine Ergebnisse Zoos als sinnvolle Lernorte bestätigen. Dieses Ergebnis wird auch durch eine große Meta-Studie gestützt, in der 56 Einzelstudien ausgewertet wurden (McNally et al., 2025). Die Analyse zeigt, dass Menschen in Zoos etwas über Tiere, Natur und Artenschutz lernen, Kinder ebenso wie Erwachsene. Auch die Studie von Jensen (2014) ist Teil dieser Auswertung und trägt zum insgesamt aus Bildungsperspektive positiven Ergebnis bei.
Gibt es eine Studie die beweist, dass Kinder beim Zoobesuch dümmer werden?
Fazit: Zoos sind Lernorte mit messbaren Bildungseffekten.

Kritische Argumente zum Thema Forschung

Kritische Position: „Zoos forschen nicht oder nur an ihrer eigenen Tierhaltung, davon hat sonst niemand etwas.“

Der Beitrag von Zoos zur wissenschaftlichen Forschung
Mehrere Studien zeigen, dass Zoos und Aquarien messbar zur wissenschaftlichen Forschung beitragen, indem sie regelmäßig Studien und Fachartikel in unabhängigen Fachzeitschriften veröffentlichen. Eine große Analyse von Loh et al. (2018) untersuchte über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren die wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Zoos und Aquarien der Association of Zoos and Aquariums (AZA). Das Ergebnis: Tausende Fachpublikationen wurden veröffentlicht, mit steigender Tendenz. Die Autorinnen und Autoren sprechen von einer großen und wachsenden Rolle von Zoos und Aquarien in der Forschung. Die Themen reichen dabei weit über Fragen der Tierhaltung hinaus und umfassen unter an derem Tiermedizin, Ökologie und Artenschutz. Auch für Europa zeigt eine Untersuchung von Hvilsom et al. (2020), dass Zoos der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) einen bedeutenden Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung leisten. Die Zahl der Veröffentlichungen hat sich dort zudem in den letzten zehn Jahren etwa verdreifacht.
Forschung im Zoo wirkt über Zoos hinaus
Für den deutschsprachigen Raum kommen Kögler et al. (2020) zu einem ähnlichen Ergebnis: Zoos im Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) leisten einen aktiven und nachweisbaren Beitrag zur wissenschaftliehen Literatur, mit Nutzen sowohl für Maßnahmen im Zoo (ex situ) als auch im natürlichen Lebensraum (in situ).
Wichtig ist außerdem: Selbst wenn Forschung im Zoo bei Fragen der Tierhaltung ansetzt, bleibt sie nicht auf Zoos beschränkt. Viele Methoden und Standards, etwa zur Stressmessung, Gesundheitsüberwachung, Reproduktionsbiologie, Verhaltensforschung oder zum Training für medizinische Untersuchungen, wer den im Zoo entwickelt und später auch in Auffang stationen, Wiederansiedlungsprojekten oder in der Wildtiermedizin eingesetzt.
Hilft Forschung im Zoo nur den Zoos selbst?
Fazit: Forschung in Zoos trägt nicht nur zur Verbesserung der Tierhaltung bei, sondern liefert auch wichtige Erkenntnisse für Naturschutz, Wildtiermedizin und Artenschutzprogramme.

Weitere kritische Argumente

Kritische Position: „Zoos machen das nur, um Profit zu machen."

Was geschieht mit den Einnahmen von Zoos?
Viele wissenschaftlich geführte Zoos in Deutschland werden kommunal getragen oder sind gemeinnützig organisiert. Gemeinnützige Zoos dürfen zwar Überschüsse erzielen, diese aber grundsätzlich nicht an Mitglieder oder Gesellschafter ausschütten, sondern müssen sie für ihre satzungsmäßigen Zwecke verwenden. Einnahmen aus Eintrittsgeldern, Gastronomie oder Veranstaltungen werden dann vollständig wieder in den Betrieb der Zoos investiert. Sie fließen zum Beispiel in Tierpflege, Gehege, Personal, Futter, Tiermedizin, Bildungsangebote oder in Natur- und Artenschutzprojekte.
Wie werden Zoos finanziert?
Viele Zoos könnten sich ohne Unterstützung durch Kommunen, Fördervereine oder Stiftungen nicht selbst finanzieren. Öffentliche Zuschüsse sind daher ein wichtiger Bestandteil der Finanzierung. Diese öffentliche Förderung trägt auch dazu bei, dass Eintrittspreise vergleichsweise moderat bleiben und Zoos für viele Menschen zugänglich sind. Zoos sind in der Regel keine gewinnorientierten Unternehmen, sondern Einrichtungen mit Bildungs-, Forschungs- und Naturschutzauftrag.
Machen Zoos das alles nur für den Profit?
Fazit: Die meisten deutschen Zoos arbeiten nicht gewinnorientiert. Einnahmen werden in Tierhaltung, Bildung, Forschung und Artenschutz reinvestiert und der Betrieb wird häufig zusätzlich öffentlich gefördert.

Kritische Position: „Das Geld, das Zoos bekommen, sollte man besser vor Ort in den Artenschutz investieren.“

Öffentliche Ausgaben sind lokal zweckgebunden
Öffentliche Zoos werden größtenteils von Kommunen finanziert oder bezuschusst, damit ihr Betrieb möglich ist. Diese öffentlichen Mittel sind jedoch rechtlich an ihren jeweiligen Zweck gebunden und können nicht einfach für beliebige Naturschutzprojekte eingesetzt werden. Kommunen können ihr Budget also nicht ohne Weiteres statt in den lokalen Zoo in Schutzprojekte im In- oder Ausland umleiten.
Zoofinanzierung fließt in den internationalen Artenschutz
Trotzdem unterstützen Zoos den Artenschutz in den Herkunftsgebieten vieler Tierarten zusätzlich aus eigenen Einnahmen, über Spenden, Fördervereine und Stiftungen. Auf diese Weise fließen jedes Jahr erhebliche Mittel in Naturschutzprojekte weltweit. Dadurch ist die internationale Zoo- und Aquariengemeinschaft der drittgrößte Geldgeber im internationalen Natur- und Artenschutz (Gusset & Dick, 2011). Ohne Zoos würde ein großer Teil dieser Mittel nicht in den Artenschutz fließen. Kommunale Gelder, die heute in Zoos investiert werden, würden stattdessen in andere kommunale Aufgaben gehen. Auch Sponsorengelder würden in der Regel nicht direkt in internationale Naturschutzprojekte fließen, da viele Sponsoren einen lokalen Bezug wünschen.
Sollte man statt Zoos besser Artenschutz direkt finanzieren?
Fazit: Zoos stellen erhebliche Mittel für internationalen Natur- und Artenschutz bereit. Ob diese Mittel ohne Zoos in gleicher Höhe aus anderen Quellen zur Verfügung stünden, lässt sich nicht unmittelbar bestimmen. Eine Analyse aus dem Jahr 2011 schätzte die internationale Zoo- und Aquariengemeinschaft als drittgrößten Geldgeber im internationalen Naturschutz ein.

Gesamtfazit

Die Diskussion über Zoologische Gärten wird besonders in Sozialen Medien, aber auch im privaten Umfeld, häufig emotional und moralisch aufgeladen geführt. Gleichzeitig berührt sie komplexe fachliche und ethische Fragen. Eine pauschale Bewertung im Sinne eines einfachen „dafür“ oder „dagegen" greift daher zu kurz. Entscheidend ist nicht allein, ob Zoos existieren, sondern wie sie arbeiten, welche Standards sie einhalten und welchen konkreten Beitrag sie zu Tierwohl, Bildung, Forschung, Artenschutz und zur Begegnung zwischen Mensch und Tier leisten.
Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Zoos wichtige Beiträge zum Erhalt der biologischen Vielfalt, zur Gewinnung und Vermittlung von Wissen so wie zur Sensibilisierung für Natur- und Artenschutz leisten. Gleichzeitig können sie Bedingungen schaffen, unter denen Tiere ein hohes Maß an Wohlergehen erreichen.
Die gesellschaftliche Legitimation von Zoos ergibt sich aus der Qualität ihrer Arbeit. Das setzt voraus, dass Zoos ihre Arbeit kontinuierlich evaluieren, transparent kommunizieren und ihre Haltungs- und Managementkonzepte fortlaufend an neue wissen schaftliche Erkenntnisse anpassen. Als Einrichtungen mit gesellschaftlichem Auftrag stehen Zoos dabei in besonderer Verantwortung gegen über der Öffentlichkeit. Ihre langfristige Akzeptanz hängt vom Vertrauen und der Unterstützung der breiten Gesellschaft ab und damit auch vom offenen gesellschaftlichen Diskurs darüber, welche Rolle Zoos heute und in Zukunft spielen sollen.

Danksagung

Wir danken Thomas Brockmann, Marco Dinter und Miriam Göbel für die vielen Anregungen zu diesem Text. Ebenso danken wir Steven Horst Richard Gojowczyk, Adam Mathea, Michael Meyerhoff, Julian Overberg, Sarah Rettschlag, Andreas Rodefeld, Kevin Roolf, Marlene Runge, Dr. Philipp Wagner und Professor Dr. Thomas Ziegler für den stets anregenden Austausch zum Thema Zoo-Kritik, aus dem zahlreiche Gedanken in diesen Beitrag eingeflossen sind.

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