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Orangeaugenlaubfrosch

Der
Orangeaugen-Laubfrosch

Artenschutz

Schmugglerware: Der Frosch aus der Thermoskanne

Sehr verdächtig. Der Passagier aus Costa Rica hatte gleich drei volle Thermoskannen im Gepäck. Also öffnete der Zoll am Flughafen Zürich die Kannen. Inhalt: Wasser. Und darin: Kaulquappen und Laich. Geschmuggelt aus Mittelamerika. 
Die lebende Schmuggelware wurde in den Zoo Zürich gebracht, wo sich Quappen und Laich dank der Expertise des Schweizer Zoo-Teams zu Fröschen der zwei international geschützten Arten weiterentwickelten: dem Rotaugen-Laubfrosch (Agalychnis callidryas) und dem Orangeaugen-Laubfrosch (Agalychnis annae). Nachkommen dieser Orangeaugen-Laubfrösche aus der Thermoskanne leben jetzt im Amphibium im Erlebnis-Zoo Hannover und sollen hier zum Erhalt ihrer Art weitergezüchtet werden.  
Der illegale Handel mit Amphibien ist weltweit ein dramatisches Problem.

Robin Walb, Biologe und Zoo-Kurator

Zoo-Kurator Robin Walb
Oft werden besonders seltene und farbenprächtige Arten für den Schwarzmarkt aus der Natur entnommen – meist unter tierschutzwidrigen Bedingungen. Der Schmuggel gefährdet zum Teil ganze Populationen, da Amphibien ohnehin stark unter Lebensraumverlust, Klimawandel und Krankheiten leiden.
Über 40 Prozent aller Amphibien sind vom Aussterben bedroht. 

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Orangeaugen-Laubfrosch
Auch der Orangeaugen-Laubfrosch zählt aufgrund seines Aussehens zu den besonders begehrten Amphibien-Arten. Er hat orange-leuchtende Augen und ist knallgrün. Ein blauer Streifen ziert seine Flanken bis zu den Zehen. Zumindest in der Nacht. Tagsüber ändert er seine Farbe in Mattgrün, faltet sich klein zusammen und verharrt regungslos, gern an Blattunterseiten. Und er ist extrem selten: Der wunderschöne Frosch ist in großen Teilen seines natürlichen Verbreitungsgebiets in den tropischen Wäldern Costa Ricas bereits ausgestorben! 
In den 1980er Jahren vernichtete der Chytridpilz, ein Pilz, der nur Amphibien befällt, ganze Populationen des Orangeaugen-Laubfrosches. Heute gibt es nur noch wenige Restbestände.
Der Aufbau einer ex situ Reservepopulation – also außerhalb des ursprünglichen Verbreitungsgebiets – ist daher eine Versicherung für das Überleben der Art

Robin Walb

Die sichergestellten geschmuggelten Laubfrösche aus der Thermoskanne sind inzwischen kleine Hoffnungs-Hüpfer. Der Zoo Zürich hat gemeinsam mit dem Zoo Karlsruhe und der Artenschutz-Organisation Citizen Conservation – einem Netzwerk von Zoos, Fachvereinigungen und privaten Amphibienhaltenden – ein Erhaltungszuchtprogramm für Agalychnis annae gestartet. 187 nachgezüchtete Frösche wurden zu den unterschiedlichsten Zoos und Privathaltungen gebracht – unter anderem in den Erlebnis-Zoo.  
Durch die Zucht in dem großen Verbund wollen wir den Orangeaugen-Laubfrosch erhalten. Ein Teil dieser Rettungsaktion für den seltenen Frosch zu sein und hier im Amphibium auf seine Bedrohung aufmerksam machen zu können, ist ein tierisch gutes Gefühl!

Robin Walb

Amphibium
Führung im Amphibium im Zoo Hannover

Das Amphibienhaus "Amphibium" im Erlebnis-Zoo, Foto: Tillmann Konrad

Wussten Sie schon?

Der Orangeaugen-Laubfrosch gehört zu den Greiffröschen und ist ein Kletterkünstler. Greiffrösche können ihre erste Zehe abspreizen, so haben sie einen besonders guten Halt an Ästen, Blättern und Pflanzen. 

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