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Riesenschildkröte im Zoo

Umzug der
Riesenschildkröten

Tierisch spannend
Zoo der Zukunft

Wiedersehen mit den sanften Riesen: Aldabra-Riesenschildkröten kehren bald zurück

Nach fast zwei Jahrzehnten kehren sie zurück: Die Aldabra-Riesenschildkröten ziehen bald in ihr neues Zuhause im Erlebnis-Zoo Hannover ein. Im modernen Reptilium erwartet die bedrohten Giganten ein tropisches Paradies – und das Zoo-Team kann es kaum erwarten, seine alten Schützlinge wiederzusehen.
Bau Reptilium

Der Bau des Reptiliums schreitet schnell voran

Eine Rückkehr, die viele Herzen höherschlagen lässt

Diese sanften Riesen haben einfach einen unglaublichen Charme.

Tierpfleger und Revierleiter Revin Meyer

Wenn Tierpfleger Revin Meyer von Aldabra-Riesenschildkröten spricht, hört man sofort, wie sehr ihm die Tiere am Herzen liegen. Mit jedem Tag, an dem das neue Reptilium weiter Gestalt annimmt, wächst auch die Vorfreude auf ihre Rückkehr.
Bis 2008 lebten die imposanten Landschildkröten bereits im Erlebnis-Zoo Hannover. Nun, fast 20 Jahre später, kehren sie zurück – in eine Anlage, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten wurde und zugleich neue Möglichkeiten für den Artenschutz eröffnet.
Alte Schildkrötenanlage
Alte Schildkrötenanlage

Alte Aufnahmen der Schildkrötenanlage

Bau Reptilium

Ein Zuhause, das Maßstäbe setzt

Auf rund 240 Quadratmetern entsteht im Reptilium ein lichtdurchflutetes Warmhaus mit allem, was Aldabra-Riesenschildkröten für ein gesundes Leben benötigen.
Dazu gehören:
  • ein Badebecken,
  • großzügige Sandbereiche,
  • beheizte Böden,
  • UV-Licht und Infrarotstrahler,
  • eine Luftbefeuchtungsanlage sowie
  • ein ausgeklügeltes Lüftungs- und Heizsystem.
So herrschen ganzjährig tropische Bedingungen mit konstant etwa 26 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 80 Prozent. Üppige Pflanzen schaffen zusätzlich eine naturnahe Umgebung.
Visualisierung Warmhaus für die Riesenschildkröten

Visualisierung Warmhaus für die Riesenschildkröten

Wir haben unsere Erfahrungen aus der früheren Haltung mit aktuellem Wissen kombiniert und uns intensiv mit anderen Zoos und Fachleuten ausgetauscht

Tierpfleger und Revierleiter Revin Meyer

Das Amphibium-Team bringt bereits viel Erfahrung in der Haltung und Zucht bedrohter Schildkrötenarten mit. Seit Jahren gelingt im Erlebnis-Zoo Hannover die erfolgreiche Nachzucht der stark bedrohten Madagassischen Spinnenschildkröte. Dieses Wissen floss nun in die Planung des neuen Lebensraums ein – nur eben eine Nummer größer.
Madagassischen Spinnenschildkröte
Madagassischen Spinnenschildkröte

Ein Traum: Nachwuchs bei den Aldabra-Riesenschildkröten

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der möglichen Zucht der bedrohten Art.
Dafür wurden im Reptilium zwei speziell temperierbare Eiablagebereiche eingerichtet: ein beheizter Sandhügel und ein ebenfalls beheiztes Sandbecken. Beide können individuell reguliert werden, um optimale Bedingungen für die Eiablage zu schaffen.
Doch selbst die beste Technik garantiert noch keinen Erfolg.
„Die Zucht ist definitiv der schwierigste Punkt“, sagt Revin Meyer. „Nicht nur die Haltungsbedingungen müssen stimmen – auch die Tiere selbst müssen gut miteinander harmonieren.“
Sollte die Nachzucht gelingen, wäre das ein bedeutender Beitrag zum internationalen Artenschutzprogramm für Aldabra-Riesenschildkröten.
Riesenschildkröte
IUCN
Für viele Mitarbeitende im Zoo ist die Rückkehr der Riesenschildkröten ein Wiedersehen mit alten Freunden.
Tierpflegerin Angela Kruth betreute RominaCassiopeiaLeopold und Bert acht Jahre lang und erinnert sich noch genau an ihre Eigenheiten.
Die Männchen mochten es besonders gern, wenn wir ihren Panzer abgeduscht und anschließend mit einer Bürste geschrubbt haben.

Tierpflegerin Angela Kruth

Alte Schildkrötenfotos mit Tierpflegerin Angela Kruth
Alte Schildkrötenfotos mit Tierpflegerin Angela Kruth

Alte Bilder mit Riesenschildkröten und Tierpflegerin Angela Kruth

Da Schildkröten sich ihren Panzer nicht selbst reinigen oder kratzen können, übernahmen das ihre Pflegenden. Besonders Bert und Leopold genossen es, wenn Hals oder Hinterbeine gekrault wurden. Dann streckten sie sich regelrecht, damit auch wirklich jede Stelle erreicht werden konnte.
„Ihre Nasenspitze ist ganz weich, während sich die übrige Haut eher lederartig anfühlt“, erzählt Angela Kruth.
Nur auf dem Weg von der Außenanlage ins Haus galt eine wichtige Regel: bloß nicht streicheln.
„Dann blieben sie einfach stehen – und es konnte ewig dauern, bis sie weitergelaufen sind.“
Die Gelassenheit der Riesenschildkröten prägte auch den Arbeitsalltag ihrer Pflegenden. Wer sich zu hektisch bewegte, wurde mit einem Fauchen bedacht. Wer ruhig blieb, merkte schnell, wie entschleunigend die Nähe dieser beeindruckenden Tiere sein kann.
Riesenschildkröten
Als die Aldabra-Riesenschildkröten 2008 den Zoo verlassen mussten, fiel der Abschied allen schwer. Ihre damalige Anlage war in die Jahre gekommen und musste dem Bau der Themenwelt Yukon Bay weichen.
Umso größer ist heute die Freude über ihre Rückkehr.
Die Rückkehr der Riesen ist tatsächlich eine Herzensangelegenheit für das Zoo-Team. Der Zuspruch und die Spenden haben uns in den vergangenen Jahren sehr bewegt. Gemeinsam können wir uns jetzt auf die Ankunft der Riesen freuen.

Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff

Nicht nur groß – auch überraschend laut

Wer glaubt, Riesenschildkröten seien ausschließlich ruhige Zeitgenossen, wird überrascht sein.
„Bei der Paarung hat man die männlichen Schildkröten durch den ganzen Zoo gehört“, erinnert sich Angela Kruth schmunzelnd.
Löwen und Elefanten bekommen also bald hörbare Konkurrenz.
Paarung der Riesenschildkröten

Paarung der Riesenschildkröten

Wussten Sie
schon?

Die Aldabra-Riesenschildkröte (Geochelone gigantea) gehört zu den größten Landschildkröten der Welt. Sie kommt ursprünglich ausschließlich auf dem Aldabra-Atoll im Indischen Ozean vor. Weitere Bestände wurden im Rahmen von Artenschutzmaßnahmen auf benachbarten Inseln angesiedelt.
Die Art gilt nach der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als gefährdet. Historische Übernutzung, invasive Tierarten und die Folgen des Klimawandels haben ihre Bestände stark reduziert.
Neben dem Schutz ihres natürlichen Lebensraums spielt die Haltung und Zucht in wissenschaftlich geführten Zoos eine wichtige Rolle, um die Zukunft dieser beeindruckenden Reptilien langfristig zu sichern.

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