Prähistorische Werkzeuge und Primatenverhalten
Auf den Spuren der menschlichen Evolution
Um die kulturelle Entwicklung unserer frühen Vorfahren – der Homininen – besser zu verstehen, richten Forschende ihren Blick häufig auf heute lebende Primaten. In diesem Forschungsprojekt wurde untersucht, wie verschiedene Primaten-Arten auf Nachbildungen prähistorischer Steinwerkzeuge reagieren. Die in mehreren Zoos gewonnenen Daten dienen dazu, neue Hypothesen über das Verhalten ausgestorbener menschlicher Verwandter zu entwickeln.
Projektdaten
| Zeitraum | Datenaufnahme in 2025 |
| Projektstatus | Datenauswertung |
| Kooperationspartner | Eberhard Karls Universität Tübingen und Universität Zürich |
| Ziel | Entwicklung neuer Hypothesen über das Verhalten ausgestorbener menschlicher Verwandten |
Enrichment
Drills erhalten regelmäßig verschiedene Enrichment-Angebote. Diese abwechslungsreichen Beschäftigungsmaterialien schaffen neue Reize, fördern natürliche Verhaltensweisen und bieten den Tieren Möglichkeiten zur aktiven Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt. Dazu gehören beispielsweise Futterverstecke, neue Gerüche, Objekte und Materialien.
Begegnung mit Steinwerkzeugen
Im Erlebnis-Zoo lag der Fokus auf Drills (Mandrillus leucophaeus). Für diese Primatenart ist Werkzeuggebrauch bislang nicht dokumentiert. Da Drills jedoch regelmäßig mit unterschiedlichen Beschäftigungsmaterialien interagieren, wurden sie als Vergleichs- bzw. Kontrollgruppe in die Studie aufgenommen. Über mehrere Tage hinweg beobachteten Forschende das Verhalten der Tiere gegenüber bekannten Enrichment-Objekten sowie Nachbildungen früherer Steinwerkzeuge. Dazu gehörten u.a. Faustkeile und Abschläge aus der Oldowan- (ca. 2.6 Mio. Jahre alt) und Acheuléen-Kultur (ca. 1,76 Mio. Jahre alt), zwei der ältesten bekannten Werkzeugtraditionen der Menschheitsgeschichte.

